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gab er dem
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lands,— weil man ſich dergleichen Dinge für un⸗ möglich gedacht, hat man die Entfernung der Ur⸗ ſachen, welche ſie jetzt herbeigeführt haben, nicht für eine Nothwendigkeit gefallen. Doch vor allen Din⸗ gen erſt einige Stunden Ruhe, dann überlegen wir, was weſter für Sie zu thun iſt. Im nächſten Au⸗ genblick ſchicke ich meine Boten, um den Stand der Dinge auf Ihren Gütern zu erforſchen.“
Der Freiherr, welcher ohne eine weitere Aeuße⸗ rung ſeine Zuſtimmung gab, ließ ſich von Feldern zu ei⸗ nem Schlafgemach geleiten, das mitm öglichſter Bequem— lichkeit für den alten Herrn eingerichtet war. Nach⸗ dem dieſer noch eine Stärkung zu ſich genommen, mitgekommenen Jäger einige Anweiſun⸗ gen und begab ſich, während der Tag ſchon völlig angebrochen war, in das Damenzimmer, wo ſich auch Winterfeld in ſeiner Ueberraſchung über das Ereig— niß bereits eingefunden hatte.
Winterfeld, durch die während ſeiner militäri⸗ ſchen Laufbahn erlangten Erfahrungen dazu am be⸗ ſten befähigt, hatte, ohne ſeinem jetzigen Stande ent⸗ gegenſtehende Aeußerlichkeiten, in Uebereinſtimmung mit ſeinem Schwager und gemeinſchaftlich mit dem Oberinſpector, die Leitung der Auguſtenauer Schutz⸗ wacht übernommen. Während alle Männer des Dor⸗ fes ſich um die Ehre beworben hatten, wurden zwan⸗ zig junge Burſche, mit den gebrauchten Büchſen bewaffnet, von Feldern für hin⸗ länglich genügend zu einem nationalen Dienſt ge⸗ halten, der nicht in Spielerei ausarten ſollte.
Noch ehe Winterfeld in's Schloß kam, hatte er auf die Kunde von den an der Grenze ſtattfinden⸗ den Auftritten ſeine freiwilligen Schützen benachrich⸗ tigen laſſen, ſich für etwaige Vorkommniſſe in den Wohnungen bereit zu halten.
Feldern's Schilderung von dem den Freiherrn v. Trobiſch betroffenen Geſchick hatte Anna's und der Gräfin Felseck lebhaftes Bedauern erweckt. Ohne ſeiner Parteiſtellung zu gedenken, fühlte man tiefes Mitleid mit dem alten Manne, der in ſo entſetzlicher Weiſe aus ſeiner geträumten Sicherheit erweckt, noch gegen den Abend des Lebens die Unhaltbarkeit ſeiner Grundſätze erkennen lernen ſollte.
Eben waren Feldern und Winterfeld über die Maßregeln zum Schutz der freiherrlichen Beſitzungen zum Schluſſe gekommen, als Herr v. Trobiſch um die Erlaubniß nachſuchen ließ den Damen ſeine Aufwar⸗ tung machen zu dürfen. Der Freiherr, von Feldern's
Anerbieten Gebrauch machend, hatte aus deſſen Garde⸗ robe einen einfachen Jagdrock gewählt, der ihm ohn⸗ geachtet
ſeiner Kürze tief über die Kniee herabging,
bei dem Scheibenſchießen
Novellen⸗Zeitung.
da Feldern ihn faſt um einen Kopf überragte; die Aufſchläge der Aermel reichten ihm bis zu den Fingerſpitzen, und manche andere kleine Uebelſtände zeigten, daß er in einem Kleide ſteckte, welches ſo wenig für ihn gemacht war, als die Geſinnung der Umgebung, in der er ſich augenblicklich befand.
Dennoch machte die Erſcheinung des alten Herrn den Eindruck des vollkommenen Cavaliers. Die kurze Ruhe hatte die Spuren der Erſchöpfung verwiſcht, das Geſicht wieder die natürliche Farbe angenommen, und aus dem Auge ſprach ſich die Zuverſicht aus, daß ſeinen Grundſätzen der Sieg dennoch nicht feh— len werde. Nach einer Verbeugung gegen die Damen küßte er der ihm vorgeſtellten Hausfrau die. Hand, und bat um Entſchuldigung wegen der Unruhe, welche die Ankunft des nothgedrungenen Emigranten ver⸗ urſacht.
Die überzeugende Weiſe, wie Anna ihr Bedauern über die Urſache an den Tag legte, die kindliche Achtſamkeit, mit welcher Bertha dem Freiherrn ent⸗ gegenkam, wie ſie es bei dem Vater gewohnt war, ließen dieſen im Verlaufe der Unterhaltung die Er⸗ lebniſſe der vorigen Nacht faſt vergeſſen. Es war beſonders Winterfeld, der durch ſeine beruhigenden Worte einen günſtigen Eindruck auf ihn übte, ſo daß er dem ehemaligen Officier aus den Freiheits⸗ kriegen manche Aeußerung in Bezug auf die Lage zu gut hielt, die er dem Pfarrherrn als ein ſchweres Ver⸗ gehen gegen die beſtehende Ordnung zur Laſt gelegt haben würde.
Auch am Frühſtückstiſche bemerkte Feldern mit Genugthuung die günſtige Veränderung, die wenige Stunden in dem Weſen ſeines Gaſtes hervorgebracht hatten; ſchon dachte er daran, der Unterhaltung eine Wendung zu geben, um in ihren entgegengeſetzten Meinungen eine kleine Annäherung herbei zu führen, als aus weiter Entfernung wiederholte Flintenſchüſſe ſeinen Gedanken eine andere Richtung gaben. Das zu gleicher Zeit vom Dorfe her ertönende Horn, wel⸗ ches den ländlichen Schützen das Zeichen zum Aus⸗ rücken gab, unterbrach die Unterhaltung, Alle eilten zu den Fenſtern, um die Urſache des Alarmzeichens zu erforſchen.
Feldern blieb zurück, während Winterfeld ſich vor das Schloßthor begab, um nähere Nachricht ein— zuziehen. 2*
„Da haben wir's,“ ſagte der Freiherr, und in ſeinen ſcharfen Zügen ward allmählich wieder, wie bei ſeiner Ankunft, die tiefe Zerknirſchung ſichtbar, die ihn faſt bewältigte, über das Vorgehen der Re⸗ bellen—„die Canaillen haben noch nicht genug an der Zerſtörung meines Eigenthums, ſie werden jetzt
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