Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
739
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Kale den grauen ſobald er hörte, von Anderen ge⸗ ch und naͤherte en im lebhaften i dem offenen uffallend, wenn ber den Gedau⸗ unwillkürlich in 1 Unterhaltung

eu Beweis vol gegeben wurde, Schilderungen reud des Soll⸗ hafterin zu b; t war, daß ihr ich ausgeſtatte⸗ nehmen würde,

den ihm zugeſagten Tanz erinnert hätte.

Vierte

wozu die vorhandenen inneren Anlagen nicht zu ver⸗ kennen waren.

Bertha hatte bei der Lebendigkeit ihres Weſens in der Freude mit Frau v. Feldern zu reiſen alles Andere in ihrer Nähe vergeſſen; vermöge ihrer rei⸗ chen Phantaſie waren Wälder und Berge von Au⸗ guſtenau nach Anna's Beſchreibung vor ihre Seele getreten, ſo daß ſie den Hofball vergeſſen haben würde, wenn nicht ein Herr ſich vor ihr verbeugt und ſie an Auch Anna, deren gracioſe Bewegungen ſchon in vorhergehen⸗ den Tänzen Aufſehen erregt hatten, trat vom Grafen Meyenberg engagirt in die Colonne. Sie war ſchon zu ihrem Platze zurückgekehrt, als Bertha ganz er⸗ hitzt ſich wieder zu ihr geſellte.Ich mag nicht mehr tanzen! ſagte ſie, im Zurückkehren Anna's Hand er⸗ greifend.

Sie tanzen wohl viel in der Reſidenz, liebe Bertha?

Im Winter immer; und mit den Bällen wechſeln Concerte und Oper. In Tanz und Muſik beſteht hier das Leben. Zuviel, um mit der ganzen Seele dabei zu ſein. Ich liebe ja auch Muſik, ſpiele ſelbſt und ſinge auch ein wenig; aber es ergeht mir ſonderbar bei dem, was ich Künſtelei in der Muſik nenne, ſie bringt bei mir den entgegengeſetzten Ein⸗ druck hervor als bei den meiſten Andern; vielleicht, weil ich dummes Mädchen es nicht beſſer verſtehe. Wenn ich einmal für mich allein am Inſtrumente ſitze und ein Lied mit meinem Gefühl in Einklang zu bringen verſuche, dann fallen mir am Schluß oft die gefalteten Hände in den Schooß, ich fühle daß Muſik eine Gottesgabe iſt für das Menſchenherz. Höre ich aber in der Oper unter dem höchſten Aufgebot der Kunſt den bald die heftigſte Leidenſchaft, bald tie⸗ fes Gefühl athmenden Geſang unſerer ſchönen Prima⸗ Donna, dann ja lächeln Sie nur, theuere Anna, denke ich nur daran, daß es das Gold iſt, um wel ches ſie das erheuchelt, was ſie nach dem Urtheile derer, die ſie näher kennen wollen, gar nicht beſitzt, das Gefühl.

Sollten Sie nicht zu hart ſein, liebe Bertha, in Ihrem gewiß einem tieffühlenden Herzen ent⸗ ſpringenden Urtheile? Gott, der Manchen Gaben ver⸗

liehen, die Menſchen damit zu erfreuen, wird gewiß. nicht darüber zürnen, wenn

ſie dieſe auch zum eige⸗ Es iſt ja, wie in aller der Muſik das Schöne ſo ergreifend

nen Nutzen mit verwenden. Kunſt, auch in vertreten.

Ja, es iſt viel Schönes um die Kunſt, und Manche, die ſie üben, würden mit Recht lächeln, wenn ſie mein vorlautes Urtheil vernähmen. So großen

erhöhter Freude vergangen, als der Hof ſich zurück⸗

Folge.

Zauber aber auch große Sänger und Sängerinnen auf die Menſchen im Allgemeinen ausüben, ich kann es einmal nicht laſſen, an die Eitelkeit zu den iken und an das Geld, welches ſo Vielen zum Hebel dient bei ihren künſtleriſchen Anſtrengungen. Darüber ſprechen wir noch weiter bei uns zu Hauſe, liebe Bertha. Obgleich es dort keine Oper giebt, hoffe ich Sie doch dahin zu bekehren, daß Sie ſpäter die Oper hier wieder ohne Nebengedanken be⸗ ſuchen.

Die Unterhaltung wurde jetzt durch

V Feldern un⸗ enaedhen⸗ der mit dem Grafen Felseck

zu den Da⸗ men trat.

Ich wünſche Dir Glück, liebe Anna, zu der doppelten Eroberung, die Du in ſo kurzer Zeit ge⸗ macht ſagte Feldern lächelnd, indem er die ihm von der anmuthigen Frau gereichte Hand leicht drückte. Du haſt Sr. Excellenz ganzes Vertrauen und Gräfin (Bertha's Liebe gewonnen. DieEinwilligung, daß das einzige Töchterchen uns ſchon jetzt in die Hei⸗ math begleitet, kann uns um ſo angenehmer ſein, da ein Sommeraufenthalt in unſerem lieben Auguſtenau es Gräfin Bertha nicht zu ſchwer machen wird, die Annehnlichkeiten des Reſidenzlebens für einige Zeit zu vergeſſen!

VAnnehmlichkeiten des Reſidenzlebens? Sie V verkennen mich, Herr v. Feldern, entgegnete Bertha

nit leichtem Achſelzucken.Die mir im Landleben bevorſtehenden Freuden habe ich lange vergebens er⸗ ſehnt, denn fügte ſie mit komiſchem Ernſte hinzu ich paſſe eigentlich gar nicht für unſere Hauptſtadt; die Leute verſtehen mich nicht, und mir ergeht es mit ihnen nicht beſſer.

Da ſehen Sie, wie ſie iſt, gnädige Frau! un terbrach jetzt der General;ſie ſpricht wie ſie denkt. Ich habe ſie deshalb oft getadelt und nur den Wild⸗ fang genannt, hoffe aber das Beſte von Ihrer Erzie⸗ hung. Und an Ihnen, lieber Feldern, denke ich, wird es auch nicht fehlen, durch Fußtouren über Berg und Thal den Wildfang zu einem gefügſamen Lämmchen zu machen.

Umhergereichte Erfriſchungen unterbrachen eine Unterhaltung, die Anna Gelegenheit gegeben, in Ber⸗ ſtha's nicht gewöhnliches inneres Leben einen tieferen Blick zu thun.

Noch einige Stunden waren den Tänzern in

zog. Nachdem das reich beſetzte Buffet und in den Nebenſälen ſplendide Tafeln das Ihre gethan, begann der urſprüngliche Glanz des Feſtes allmählich zu er⸗ bleichen. Ueber Augen⸗ und Ordensſterne, ſo ſtrah⸗ lend ſie anfangs geſchimmert, ſenkte ſich allmählich der