Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
738
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Novellen⸗Jeitung.

daß der Nimbus, welcher das edele deutſche Fürſten- ihm verloren ging, hatten ſich einige ältere Damen

paar umgab, nicht in der Zufälligkeit der Geburt, ſon⸗ zu ſehr lebhaften Urtheilen über das Felderu'ſche dern in hoher geiſtiger Begabtheit den gotrbegna⸗ Ehepaar vereinigt. Darunter auch einige jüngere deten Urquell gefunden. Die Blicke der zahlreichen Stiftsdamen, die jedoch ſichtlich gealtert waren, ſeit⸗ Anweſenden folgten in ehrerbietiger Aufmerkſamkeit dem ſie in ihrer Bluͤthezeit Feldern wegen ſeiner

begannen. Liebhaberei für das Landleben oft bitter raillirt hat⸗ Fremde ten. Die Aeltere von ihnen meinte, daß Feldern die Landluft doch herrlich bekommen, er ſei faſt hübſcher als ſonſt, trotz der zehn Jahre, die er älter geworden. erwiderte die lebensfriſch blühende Gattin

dem Fürſtenpaare, als die Vorſtellungen Die Baroneſſe v. Feldern befand ſich als unter den Erſten, welchen dieſe Ehre zu Theil wurde. Die Gräfin v. Lichtenſtein, welcher als Oberhofmei⸗ ſterin die Vorſtellung oblag, feierte einen nicht ge⸗ Darauf ringen Triumph, als ſie die Freundlichkeit bemerkte, V eines Majors, indem ſie die Vorreduerin mit einem mit der die Herzogin der Nichte entgegentrat und zweifelhaften Lächeln anſchaute:Und bei Feldern's ſich längere Zeit mit ihr unterhielt. Dabei blieb Frau erſetzen Schönheit, wie der Augenſchein lehrt, von den Nächſtſtehenden die zwar höchſt beſcheidene, und Geiſt, wie mir ſelbſt die Oberhofmeiſterin ge⸗ aber entſchiedene Weiſe nicht unbemerkt, in welcher ſtern verſichert was ihr an Ebenbürtigkeit abgeht. die Fragen der Fürſtin von der Baroneſſe beantwor⸗ Das Urtheil, meine Liebe, von unſerer erſten Hof⸗ tet wurden, und die Worteauf Wiederſehen, liebe dame ausgehend, iſt gewiß ein ſehr günſtiges für die Feldern! mit denen die Herzogin ſich vor der Baro⸗ junge Baroneſſe v. Feldern!

neſſe verneigend weiter ſchritt, hatten bald ein faſt allgemeines Echo durch den Saal erweckt. So unter⸗ hielt ſich auch der Fürſt längere Zeit mit Feldern, deſſen ſegensreiches Wirken in der Provinz ihm ſchon längſt kein Geheimniß war.

Meiſ Gnädige! Sie haben mir aus der Seele geſprochen, fiel hier der General ein, der ſich bei den letzten Worten erhoben.Ich kenne vielleicht von Allen den Feldern am beſten, und habe immer

acdicht, d daß er ſich die rechte Frau in's Haus brin⸗

Nach vollendetem Rundgang wurde der Ball nach xen würde. Frau v. Feldern iſt ein ſeltener Schatz, herkömmlicher Weiſe vom Herzoge erö ffnet, dann nahm er auf einer nur wenig erhöhten Eſtrade einen Platz neben ſeiner Gemahlin, und bald flogen die eigent⸗

und ich würde mich mit ihrer Bewilligung keinen Augenblick bedenken, meine Bertha ihr einige Zeit zu überlaſſen,

um von ihr zu erlernen, was erforderlich

lichen Tänzer in leichten Schwingungen über die V iſt einen Mann zu beglücken.

glänzenden Parkets des prächtigen, f faſt unabſehbarenUnd wie ich Ihr munteres Töͤchterchen kenne,

Saales. Excellenz! würde es ſich ungemein glücklich fühlen in Indeſſen hatte die junge Gräfin Felseck nach der freien Natur, für welche Comteß Bertha ja ſelbſt

längerem Suchen die Baroneſſe Feldern gefunden. im Winter nicht aufhört zu ſchwärmen, Sie ſetzte ſich neben ſie, und ohne Worte hatte ihr die Majorin. leuchtendes Auge längere Zeit auf Anna's s ausdrucks⸗ General v. Felseck ſtrich einige Male den grauen vollen Zügen verweilt, als ſie eine ihrer Hände feſt Schnurrbart, nach ſeiner Gewohnheit, ſobald er hörte, in die ihrigen ſchloß und ihr dunkeles Locken haupt daß eine von ihm geäußerte Anſicht von Anderen ge⸗ dicht zu ihr hinneigend fluſterte:O, wie liebe ich theilt wurde, verneigte ſich freundlich und näherte Sie, icn Frau! Tiefbewegt von dieſem plötzlichen V ſich dem Platze, wo er Frau v. Feldern im lebhaften Ausdruck des reinſten, kindlichen Gefühles, würde Geſpräch mit Bertha erblickte. Bei dem offenen Anna unter andern Verhältniſſen das reizende Mäd⸗ Charakter des Generals war es nicht auffallend, wenn chen an ihr Herz genommen haben ſo mußte ſie er ſich gegen die Baroneſſe ſogleich über den Gedan⸗ ſich auf die Verſicherung beſchränken, daß jede Gele⸗ V ken ausſprach, von dem ſeine Seele unwillkürlich im genheit dieſe Liebe zu erwiedern ſie glücklich machen Laufe der kurzen, eben mitgeth heilten Unterhaltung würde. Da wurde Bertha von einem Hoſenvallere erfüli wurde. zum Tanze aufgefordert; es fiel ihr ſichtbar ſchwer Anna fühlte ſich geehrt über deu Beweis von ſich von Anna zu trengen aber ein bedeutſamer Blick Vertrauen, der ihr von einem Manne gegeben wurde, der Baroneſſe reichte hin, daß ſie ſich im nächſten der ihre Achtung ſchon nach Feldern's Schilderungen Augenblick erhob, um mit der gewohnten Fröhlichkeit gewonnen hatte. Sie war erfreut während des Som⸗ am Arme ihres Tänzers den glänzenden Raum zu mers in Bertha eine fröhliche Geſellſchafterin zu ha durchfliegen. ben, von der ſie im voraus überzeugt war, daß ihr In einer Gruppe gegenüber, dem Platze des Geiſt im täglichen Sein mit einer reich ausgeſtatte⸗ alten Generals v. Felseck ſo nahe, daß faſt kein Wort ten Natur die ernſt edele Richtung nehmen würde,

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