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O. B.
Geſchichte von E. 9
Briefe von Otto Ba
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Vierte Folge.
Eine Tlochenchronih für I
Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
No. 47.
Leipzig, am 18. Uovember 1864.
iteratur, Kunst ſchöne Wiiſſenſchaften und Geſellſehaft.
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
Die Ebenbürtigen. Eine wahre Geſchichte von
E. Heuſinger.
(Fortſetzung.)
Acht Tage hatten die ſchöne Welt der Reſidenz in Auswahl der Toiletten in großer Aufregung er— halten. Endlich kam der laut Programm zum Hofball beſtimmte Abend heran, an dem ſo manche Erwar⸗ tungen ſich kreuzen, von den vielen darauf begrün⸗ deten Hoffnungen nur der kleinſte Theil ſich erfüllen ſollte.— Ueber die ornamentale Pracht der neu her— geſtellten Prunkgemächer ergoß ſich ein ſo ſtrahlendes Lichtmeer, daß, wie die ſchönen Geſichtszüge der von den bevorſtehenden Freuden belebten anmuthigen weiblichen Geſtalten in ihren Einzelnheiten, auch alle Orden, mit denen die glänzenden Hof⸗ und Militar⸗ uniformen geſchmückt waren, deutlich erkannt wurden.
Die Reihen waren durch den Hofmarſchall geordnet; Aller Augen hafteten geſpannt auf den hohen Flügel— thüren am äußerſten Ende des Empfangsſaales, als dieſe nach kurzem Harren geöffnet wurden und das fürſtliche Paar mit nur kleinem Gefolge in den erſten Empfangſaal trat.
Unter den Völkern Europas iſt das deutſche mit am längſt gewöhnt, ſich ſeine Fürſten von einem Nimbus umgeben zu denken, der allen andern Men⸗ ſchen abgeht. Ob jung oder alt, ob kräftig oder ſchwächlich— etwas will man gewöhnlich entdecken, was eine fürſtliche Perſönlichkeit durch einen be— ſondern Ausdruck hoch über alle Andere ſtellt. Die Erſcheinung des Herzogs im ſchwarzen Frack, ohne andere Auszeichnung als die des kleinen Sternes ſei⸗ nes Hausordens, die hohe Stirn, auf der edeles Wol— len und die Entſchloſſenheit des Vollbringens ſich ausprägte, während der offene Blick ſeines freundli⸗ chen Auges von den Gefühlen ſprach, welche für Menſchenwohl ſein Inneres belebten, zeigten, wie die Erſcheinung der holden Frau an ſeinem Arme,


