Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
734
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734 Novellen⸗Zeitung.

war ohne vieles Beſinnen der Taglioni überlaſſen werden.

Von den übrigen drei Damen, welche gleiche Rechte in An⸗

ſpruch nahmen, die ſich auf Talent und Popularität gründe⸗ ten, wollte Keine vor der Andern erſcheinen.Mon Dieu, rief der Balletmeiſter in ſeiner Noth aus,Cerito ne veut pas commencer avant Carlotta ni Carlotta avant Ce-

rito, et il n'y a pas moyen de les faire bouger; tout est fi-

in einer Weiſe aus, welche bewies, welch einen tiefen Eindruck die Sängerin auf ſie gemacht hatte.Welch eine ſchöne

(Sängerin! Was für eine Schauſpielerin! Wie köſtlich!

ni!Die Löſung iſt leicht, armer Perrot, ſagte ich.Die

Talentfrage muß von dem Publicum entſchieden werden. Aber in dieſem Dilemma giebt es einen Punkt, von dem ich ſicher bin, daß die Damen darin aufrichtig ſein werden. Laſſen Sie der Aelteſten ihr unbeſtreitbares Recht auf die beneidete Stellung zukommen. Der Balletmeiſter rieb ſich die Stirn, gab lächelnd ſeine Zuſtimmung und ſprang aus dem Zimmer auf die Bühne. Der Urtheilsſpruch des Un⸗ ternehmers wurde angekündigt. Die Damen kicherten, lachten, zogen ſich zurück und waren jetzt eben ſo abgeneigt, das Recht der Stellung anzunehmen, wie ſie vorher begierig ge⸗ weſen waren, es zu fordern. Die Liſt glückte. Die Beile⸗ gung und Anordnung der Angelegenheit wurde dem Herrn Perrot überlaſſen. Die Ordnung, in welcher die vier Da⸗ men einzeln auftreten ſollten, wurde feſtgeſetzt, und ſchließlich wurde an demſelben Abend das große Pas de Quatre vor einem entzückten Publicum aufgeführt, das nichts davon wußte, wie wenig daran gefehlt, daß ſie des erwarteten Feſtes ganz beraubt geweſen wären.

Ueber das erſte Auftreten Jenny Lind's in London ſpricht Lumley ſich in folgenden Worten aus:

Selbſt in dieſem Brennpunkte der Aufregung Her Majesty's Theatre wurde ſelten eine ſolche Aufregung geſehen. Das Gedränge an den Thüren hätte in einer Hauptſtadt, wo weniger Ordnung als in London herrſcht, zu dem Verdachte einer Emeute führen können, und der Kampf um den Eintritt war heftig wie nie, ja in der That ſo heftig, daß die Redensarta Jenny Lind crush(Quetſchen) ein ſprüchwörtlicher Ausdruck wurde. Und dieſes Gedränge war keineswegs die Folge einer übereilten Anhäufung von Leuten. Schon zu einer frühen Stunde Nachmittags war Haymarket ſo gedrängt voll Perſonen, daß Fußgänger den Platz nicht paſſiren konnten. Was die Reihe der Equipagen betraf, ſo ſchien ſie eben ſo endlos wie dicht. Die glänzende Erſchei⸗ nung des Innern des Hauſes wurde durch die Gegenwart der Königin und des Prinzen Albert, der Königin Wittwe und der Herzogin von Kent vergrößert, die ſich Alle einge⸗ funden hatten, um dem Début von Jenny Lind beizuwohnen. Bei dem Auftreten der neuen Prima Donna als Alice war das Bewillkommnen einer bis dahin in London unbekannten Sängerin, obwohl ſie bereits einen Ruf gewonnen hatte, un⸗ gewöhnlich enthuſiaſtiſch. Während einiger Augenblicke ſchien ſie verlegen und erſchreckt, doch ihre Selbſtbeherrſchung kehrte zurück. Gleich ihre erſten Töne ſchienen das Auditorium zu ihren Selaven zu machen. Die Cadenz am Ende ihrer erſten Arie die man vom erſten Anfang an bis zum Ende mit einer ganz beſondern Stille angehört hatte rief einen förmlichen Beifallsſturm hervor. Von dieſem Augenblick an war ihr Erfolg geſichert. Der Abend ſchritt voran, und ehe er beendigt war, hatte Jenny Lind ſich die Stellung als Günſtling des engliſchen Opern⸗Publicums erworben. Stim⸗ me, Styl, Ausführung, Benehmen, Action Alles entzückte. Der Triumph war ein vollkommner. Am Ende der Vor⸗ ſtellung drückte die Königin, welche während des ganzen Abends ihre außerordentliche Zufriedenheit wiederholt an den Tag gelegt hatte, mir ihre Bewunderung in einem Tone und

Das waren die Ausrufe, welche ich von den Lippen Ihrer Majeſtät vernahm, die ich nie vorher ſo enthuſiaſtiſch bewegt geſehen hatte.

Unter den ſocialen kräftigen Mitteln, deren Lumley ſich für die Erhaltung ſeiner Stellung und ſeines Einfluſſes bediente, verdienen die Feſte in ſeiner eignen Villa Erwäh⸗ nung. Dieſe Vereinigungen von Perſonen of rank and fashion wurden Grundzüge der Operſaiſon. Die Ariſtokratie der Geburt, Kunſt, Wiſſenſchaft und Intelligenz erfreute ſich gemeinſchaftlich der Gaſtfreiheit des großen Directors. Der Wunſch, zu dieſen Feſten eine Einladung zu erhalten, wurde allgemein, und dieſe Einladung wurde als ein Privilegium und als eine Auszeichnung betrachtet. Der Veranſtalter und Wirth dieſer Geſellſchaft ſagt ſelbſt:Die größte Anzieh⸗ ungskraft übte die Vermiſchung von rank und fashion mit der künſtleriſchen Körperſchaft der Sänger, Sängerinnen und Tänzerinnen aus. Herzoge und Herzoginnen tanzten auf dem Raſenplatz mit einem ſentimentalen Tenorſänger oder einer muntern Ballettänzerin. Die fremde Diplomatie machte Gebrauch von ihren Künſten, doch nur um einer Queen of Song angenehm zu ſein. Die Wiſſenſchaft plauderte heiter mit einem mächtigen Baſſiſten oder einer bezaubernden Prima Donna. Muſik und Malerei wander⸗ ten Arm in Arm längs des Ufers der Themſe; und die Her⸗ zogskrone, die Feder, der Pinſel, die Kehle von unſchätzbarem Werthe und geſchmeidige Glieder, Alle vereinigten ſich in der

Mitte reicher Illuminationen und bengaliſcher Feuer in eine

grande ronde von einer unbeſchränkten Heiterkeit und Genuß.

Das Jahr der großen Ausſtellung 1851 undEng⸗ lands Bewillkommnung aller Nationen ſah das großartigſte und ſinnigſte Feſt dieſer auserleſenen Geſellſchaften. In

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Die ameritanij general Sprart ei gavoüerie verloren, un, der kürzli 1500 Ochſen wegne wt. DerRichma n folgenden Worten

General Hanl erſchafft unſerm her einah zwei llione Närkte der Rankees d ehr aut ſchmecken und

zanpten ſoll der be ſin. Er ſteht im Heiſtesanlagen, die ner ganz ungewöhr on einer wunderban imergie. Während jhaftlich allen ritter mgeben und in Bei zeitem übertreffen.

ſen, das für einen O bäleidet, von der höe

blittich und faſt inſt einer Gegend, de d Aan erzählte uns,

yrn N LoN's Ni 8 ſi re 73 er Herrn Lumley's Villa in Fulham fand ſich la crème de la 1) engliſche Milen

crème der engliſchen und fremden vornehmen Welt, die da⸗ach nie geſehen, ſor

mals in London vereinigt war, ein. Es war eine féte monstre und eine glänzende réunion. Es war aber auch der Culminationspunkt des Glücksſterns des Directors. Er ſelbſt bezeichnet es als dieſen, und von dieſem Tage bis zu dem traurigen Ende ſeiner Theaterleitung fühlte er, daß ſein Stern im Sinken begriffen ſei. Bei der perſönlichen Gewo⸗ genheit der höchſten Perſönlichkeit im Königreich, der Freund⸗ ſchaft der Peers, der Hülfe der Geſandten und der Schmei⸗ chelei von Tauſenden fand Luntley es unmöglich, ſeine Stel⸗ lung gegen das widrige Geſchick aufrecht zu halten. Wir überlaſſen es andern Federn, die mehr in die Geheimniſſe des Bühnenweſens eingeweiht ſind, die Gründe ſeines merk⸗

i fünf Minuten aus eten Tag lang an

alen Wegen und S Miere bafannt zu me Tenen. General H foßt welche für ei tetiſ, ſichaber ſell C litt die Roſſe leit vhtig zu beurtheilen; ligenſchaſten und M bre Bürgſchaft defür hundeln und pflegen⸗

würdigen Steigens, Sinkens und Falles auseinander zu ſetzen. Merkwürdig war ſeine Theaterunternehmung in jedem Sinne und nie für Herrn Lumley ehrwidrig oder tadelns⸗ werth. Seine Laufbahn ſcheint in der That von jedem per⸗ ſönlichen Vorwurf frei geblieben zu ſein, und ſein Buch i ein Wunder von großmüthigem Vergeſſen jeder Beleidigung und Beſchimpfung von der erſten Ungezogenheit einer Bal⸗ lettänzerin an bis zu dem letzten barſchen Acte Lumley nennt ihn a harsh act des Lord Ward, welcher ihn im Jahr 1858 aus dem Beſitz von Her Majesty's Theatre ver⸗ drängte.

Lumley's Reminiscences of the Opera bieten des Intereſſanten ſehr viel, denn ſeine Stellung brachte ihn mit allen berühmten Sängern, Sängerinnen und Ballettänze

3 er ein glänzender ſierer Schütze und ttigen Mann ner dis ſeiner Natur d aden wir genug g ſallrie der Armee den händen befinde

Das ſüdl. 8 8 ſüdlihe Fra