728 Novellen⸗Zeitung.
Beſtrebungen, welche ſich auf das Vertrauen ſtützen, von Schäfer auch ein ſolches äſthetiſch ideales Stre⸗ daß unſer großes deutſches Publicum neben einer ben, und die ganze auf Erfahrungstheorie und That⸗ Unterhaltungslectüre auch noch Zeit und Opferwil⸗ ſachenwiſſenſchaft baſirte Richtung des neueſten Zeit⸗ ligkeit haben wird, ſeine gebildeteren Geiſtesintereſſen geiſtes hat Sorge getragen, daß ſich dergleichen Unter⸗ literariſch zu befriedigen. ſuchungen nicht in leeren Theorien und Abstractionen verflüchtigen. Die Gegenwart iſt dahin geſchult wor⸗ den, ihre Ausſprüche und Erörterungen weniger an Theorien und Hypotheſen, als an Relationen, geſchicht⸗
auf den Pfaden der Intelligenz wandern; ihr thätiges liche Unterſuchungen und übergegenſtändliche Objecte anzuknüpfen. So auch in der Welt des Theaters,
Wirken durch das geſchriebene Wort, mag es auch
oft mehr Kenntniſſe und Verſtandeskraft, als Genia⸗ V der Kunſt und der Literatur.
lität und künſtleriſche Darſtellung verrathen, findet Schäfer unterhält ſeine Leſer mit Umſicht und doch in unſerer überfüllten Literatur, in der ein individuellem Nachdenken über die Epochen der deut⸗ Journal nach dem andern entſteht, eins dem andern ſchen Literatur. Sehr anregend ſind daneben: Mo⸗ Raum und Lebensfähigkeit wegnimmt, nicht die ſer's Gefangenſchaft in Hohentwiel, Herder in ſeiner gründliche Beachtung, welche der Werth der Arbei- Jugend, ebenſo Schiller und Margarethe Schwan. ten eben verdient. Der Verfaſſer ſpricht in ſeinen Aufſätzen mit gründ⸗
Das Publicum iſt dabei recht ſehr zu entſchul- licher Berückſichtigung des vorhandenen Materials digen, denn es iſt nicht wohl im Stande, im Drange und ſucht durch ſeine Darſtellung oft ernſte Stoffe des Augenblicks die vielen Arbeiten, welche ihm ge— für weitere Kreiſe fluͤſſig und annehmbar zu machen. boten werden, zu berückſichtigen, und in ihnen das Erlauben Sie, daß ich das intereſſante Capitel Tüchtige vom Mißlungenen oder Mittelmäßigen ruhig beurtheilend zu unterſcheiden. Da faſt alle Zeitun⸗ gen und öffentliche Organe nicht viel mehr als ein Eintagsleben haben, was auch für den großen Theil desjenigen Inhalts paßt, der nichts weiter als den täglichen Wellenſchlag des Augenblickes darſtellt, ſo wäre es doch beklagenswerth und für die öffentliche Bildung ein Verluſt, wenn die in allen möglichen ſolcher Organe ſtehenden gediegeneren Leiſtungen gleich⸗ falls verdammt ſein ſollten, eine ſo kurze, wirkungs— loſe Exiſtenz zu theilen. Es liegt das in der That nicht in Weſen und Abſicht der Literatur, mit deren edlerem Wollen und Wirken ein monumentaler Cha⸗ rakter verbunden ſein ſoll.
Dieſer monumentale Charakterwird denn jetzt auch mehr und mehr durch Sammelwerke, in denen theils neue, theils ſchon in Zeitſchriften gedruckte Erzeug⸗ niſſe dargeboten ſind, rechtskräftig in Anſpruch ge⸗ nommen und durch ein freundliches Entgegenkommen von Seiten der Leſer geſichert. Beſonders die Lite— phantaſieen ergehen, jener raturgeſchichte, die bildende Kunſt und die Welt des die wenig Theaters ſind jetzt beliebte Gebiete, welche neben der verräth: die ſtille Anmuth einer weiblichen Natur Naturkunde wieder vom Publicum mit nachholender vermochte ſeinen unruhigen Geiſt nicht dauernd zu Theilnahme hervorgeſucht werden. Man kann dazu feſſeln. In Beziehung darauf möchte es nicht über⸗ nur Glück wünſchen, denn es giebt keinen ſichereren flüſſig ſein, Schiller's Verhältniß zu Margarethe Weg in der Menſchenſeele, jene idealen Dichtungen Schwan mit einigen Worten zu beleuchten, da die zu befeſtigen, welche uns als Compaß in den mate⸗ Sucht, aus Nichts etwas zu machen, es wiederholt in riellen Wirren des Lebens noth ſind und welche man einem falſchen Lichte dargeſtellt hat, um die Jugend⸗ durch den Realismus der empiriſchen Wiſſenſchaften, V geſchichte des Dichters mit einer unglücklichen Liebe wenn auch abſichtslos, zu erſticken im Begriff war. auszuſchmücken, die in That und Wahrheit gar nicht Sie erblicken in dem vorliegenden Sammelwerk vorhanden war.
Ohne reich an berühmten Koryphäen zu ſein, hat die Gegenwart eine ſtattliche Zahl trefflicher Per⸗ ſönlichkeiten aufzuweiſen, die mit Ernſt und Liebe
Schwan, hier näher berühre. Ich will dabei der un⸗ veränderten Darſtellung des Verfaſſers ganz genau folgen.
Wenn ich gleich weit davon entfernt bin, Schil⸗ ler's Liebesneigungen in ſeiner Jugendperiode mit Julian Schmidt kurzweg als Faſeleien zu bezeichnen, ſo kann ich ihnen doch keineswegs die Bedeutung oder gar den poetiſchen Schimmer zugeſtehen, womit ſie in der Erzählung ſentimentaler Biographen ausgeſtattet werden, welche, verlegen um romantiſche Verzierungen eines an poetiſchen Momenten nur dürftigen Lebens⸗ ganges, in jenen flüchtigen Verhältniſſen ein leiden⸗ ſchaftliches Gefühl oder eine tragiſche Wendung der Lebensgeſchicke unſeres großen Dichters zu erkennen meinen. Drange, der nirgends eine friedliche Stätte, nirgends ein beſtimmtes Ziel fand. Mit einer Charlotte von
excentriſchen Liebeslyrik,
—
—
Schiller's Jugend verfloß in ſtürmiſchem
Kalb mochte er damals ſchwärmen und ſich in Laura⸗
Vertrautheit mit der Sprache des Herzens
von Schiller und der jungen Schönen, Margarethe —
4
Anige Auf
nteim ſtand
ztwan, i c ſen Notabite Mal
vfe K. ner.
zen conventionn las ihr Scenel ihr Verſe mit ſein Benehwlen war, wie Caxol ſchönes Midchen und von ſehr le Welt, Literatur vinzog. Scho ausgezeichnete ſie geltend zu ag dem weuig „Geliebte Se Schwan ſchen hat ihr Geſich Züge, mit eine auwsihi.
Wenn me Braut geſteht, nhle Leideuſch — hätte er d würde er ſich! dabt haben— Biefe an Fra d Klage üben mer' in Manhe nit der a gern aui N Stane blich, wo de den Seiten i Luft macht, b und Jeder za (Charlottens ſammenfaßt: dadeuten, wo ſi das Verſp na ir, ſon Seele, wenn e 3 die Wort tanzue
Freundin,


