Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
727
Einzelbild herunterladen

ederzen 5 die Tante nicht em Hofmarſchal twürdentrigern zu e vorgeſtellt ſein

fragenden Blick

lite!

daß ein Freiherr alnniſſen nie danz Siandesverhalt

bnet, kein andetes dr in täglichen hrung gewährten. eſette Nadan war Feldern noch am 1 Der Ge⸗ eltener werdenden Vorte des Her⸗ kalt überlegenden c machen. Fel⸗

ehr wohlwollenden 6 lurtet, wurde Acn 1% Hof. ſegen die alte Hof⸗

ewonnen, weil er

gehörte, Die Na⸗ eguemlichkeit der he Reſidenzleben bturmwind ſtets Feldern's ſolide um ſo höheren Vermögensver⸗ ihm Ausgaben r weniger bemit⸗ eldern gehörle Generals Lieb⸗ reul und kriegd⸗ achgekommenen

wie Bldernss e, weil er ihn nen zu lernen,

.

Vierte

von der alle Welt ſchon vor ihrer Erſcheinung in der Reſidenz voll geweſen.Und wahr iſt es, ſchönes Frauchen! erlauben Sie dem alten Kriegsknecht den Ausdruck Feldern hat die Augen offen gehabt, als er Sie zur Gattin erwählte. Und ſo ging es eine geraume Zeit fort. Feldern und Anna würden verlegen geworden ſein über das viele Schöne, was er ihnen ſagte, wenn ſie beide nicht die Ueberzeu⸗ gung gehabt, daß ſeine Worte einem redlichen Herzen entſprangen.

Schon ſeit Jahren hatte der General ſeine Gat tin verloren. Bertha, ein liebliches, lebensfrohes Mädchen, ſein einziges Kind von etwa

bald durch Spiel und Geſang, bald durch einen Hu⸗ mor, der oft wie Wetterleuchten von ihren Lippen

blitzte, während Sehnſuchts⸗Gefühle ihr Inneres be wegten, über die ſie keine Rechenſchaft ſich zu geben

vermochte. Eine ſchon alternde Verwandte der Fa milie hatte nach dem Tode der Gräfin Felseck die

Lenkung des Haushaltes und Bertha's fernere Erzie⸗ hung übernommen. Aus der Pünktlichkeit, mit der Fräulein v. Wolfram jede dieſer Pflichten ausübte, ſahen Viele wohl ein, wie ſehr ihr die Wohlfahrt des Hauſes am Herzen lag. Nur die Beiden, für deren Wohl ſie die behagliche Ruhe des früheren Still⸗ lebens geopfert, der General und Bertha, ſein fröh⸗ licher Liebling, klagten der Eine über ihr hartnäckiges Sparſamkeitsprincip, und die Andere über die Pedan⸗ terie, ihren Kopf mit franzöſiſchen Phraſen zu füllen, während ſie ſelbſt für die Natur und für die Bücher der Weltgeſchichte ſchwärmte, die ihr im Leſezimmer des Vaters zu Gebot ſtanden. und Bertha paßten nicht für einander, aber wegen ihrer mancherlei guten Eigenſchaften wurde ſie auch wie⸗ der von Letzterer geehrt und geachtet, undmein gutes Tantchen, nicht böſe! glättete augenblicklich die fin

ſtere Miene des Fräuleins.

2 ſen nimmt. Wenn Sie nun Kaum hatten Felderns das Zimmer verlaſſen, Ganze richten,

Anna v. Feldern vielfach wiederholt die Erſcheinung, 0. 7 3 Namen aller tüchtigeren Naturen ſagen, die erfreu⸗

als Bertha dem General an den Hals flog.Vaͤter⸗ chen! ſolch ein liebliches Weſen wie iſt es, das mir fehlt. Sie würde mir Mutter und Schweſter erſetzen. Jeder Zug im Geſicht der ſchönen Frau ſpricht Herzensgüte und Verſtand aus.

jecht Vieles lernen.

Ja, eine herrliche Frau! entgegnete freundlich der General.Feldern hat eine gute Partie gemacht. Ich gönne ſie ihm vom Herzen, denn er iſt ein bra⸗

per Mann. Bei dieſen Worten hatte er ſich in die

Fenſterniſche geſetzt, wo Bertha ſich mit ihren Vögeln

achtzehn Jah⸗ ren, erheiterte den nahenden Herbſt ſeines Lebens,

zuloi Fräulein v. Wolfram

Im

Umgange mit ihr könnte Deine Bertha wohl noch 3 h 9 9 alles Terrain für ſich einnimmt, als es noch bis circa

vor

Folge. 727

in den blanken Käfigen zu thun machte, und einen in voller Pracht blühenden Roſenſtock betrachtete. Sieh! ſchon wieder eine Knospe verwelkt, ehe ſſie aufkam. Armes Ding! an meiner Pflege lag es nicht, die trägt gewiß den Wurm im Herzen. Sie brach die Knospe, öffnete ſie, und es war, wie ſie ge ſagt hatte: ein häßlich Inſect verzehrte das Lebens⸗ mark der Hoffnung verheißenden jungen Roſe.Fort mit Dir, heimlicher Mörder! bei dieſen Worten öff nete ſie das Fenſter und warf die kleine Raupe zu⸗ ſammt ihrem hinwelkenden Opfer hinaus.Väter⸗ chen! am Herzen Deiner Bertha nagt kein Wurm, drum blüht ſie auch fort, nicht wie hier die prun⸗ kende Remontante, ſondern wie das kleine Mairöschen im weißen Topfe. Damit ſprang ſie fort, trat vor den großen Trümeau und zu beiden Seiten ihr ſeidenes Gewand erfaſſend, machte ſie ihrer eigenen ſich wider⸗ ſpiegelnden Figur eine graziöſe Verneigung.Adieu, Mairöschen! auf Wiederſehen, mein allerbeſtes Väter⸗ ſchen! und leichtfüßig, kaum hörbar, wie eine Gazelle, utſchwand ſie aus dem Zimmer. Sie bleibt wie ſie iſt. Immer der Wildfang, doch ein gutes herziges Kind! ſprach der Ge⸗ neral vor ſich hin, noch lange den Blick auf die Thür geheftet, die ſich hinter der zarten Geſtalt ſoeben ge ſchloſſen hatte.

»

(Fortſetzung folgt.)

Literariſche Briefe von Otto Banch. Zur deutſchen Literaturgeſchichte. Von J. W. Schäfere Bremen, bei Geisler. 1864.

Nicht nur einzelne hervorragende Erſcheinungen in der Literatur können den Gebildeten feſſeln, ſon⸗ dern viel mehr noch thun es die Bewegungen, welche der geſammte Strom der ſchaffenden Geiſtesth ätigkeit das Auge ruhig auf das ſo wird ſich Ihnen in neuerer Zeit ja, wir wollen im

liche Erſcheinung darbieten: daß die rein ſtofflich materielle Unterhaltungsliteratur nicht mehr mit ſo wahrhaft rückſichtsloſer Ausgelaſſenheit dominirt und zwei Jahren cenniums zur Beä Fall war.

Auf allen möglichen Gebieten, die halb der ſtren⸗ gen Wiſſenſchaft und halb dem ſchöngeiſtigen Kunſt⸗

im letzten Fünftel des letzten De⸗ ngſtigung aller guten Geiſter der

und Literaturſinn angehoͤren, regen ſich iltomg. ,,,