Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
726
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Feldern, der über Hunderttauſende gebietet und Herz und Kopf auf dem rechten Fleck hat, konnte nach mei⸗ nen Begriffen nie eine Mißheirath eingehen!

Wir werden es ja ſehen erwiderte der An⸗ dere lachend, und plaudernd ſetzten ſie dem Weg nach dem Paradeplatze fort.

Aber man gedachte nicht mehr der ſchönen Voll⸗ blutpferde, die bei Feldern's erſter Ausfahrt allge⸗ meine Bewunderung erregten, nachdem man die ſchöne, königlich ausſehende junge Frau im offenen Wagen an Feldern's Seite erblickt, an dem Tage den er zur Beſichtigung der vorzüglichſten Sehenswürdigkeiten der Reſidenzſtadt beſtimmt hatte. Die vielgeprieſene Schönheit der Baroneſſe Feldern bildete jetzt in der Männerwelt faſt den einzigen Gegenſtand der Unter⸗ haltung.

Vor dem Beginn derjenigen Feſtlichkeiten, welche

zum Beſchluß der Huldigungsfeier angeſagt waren, blieb Feldern noch die beſondere Pflicht zu erfüllen, Anna einer alten Großtante vorzuſtellen, der er wäh⸗ ſeines Aufenthaltes in der Reſidenz ſtets die Sie bekleidete die

rend größte Verehrung bezeigt hatte.

Stelle einer Oberhofmeiſterin, die ſeit faſt zwei Ge⸗

nerationen in ihrer alten Familie forterbend geweſen. Obgleich ſtets gemeſſen und berechnend in jedem Worte, faſt mehr als die Fürſtin Mutter ſelbſt, war ſie Feldern mit einer an mütterliche Liebe grenzen⸗ den Zärtlichkeit zugethan geweſen. Hofſtelle aufgab, die der alten Dame nach eingewur⸗ zeltem Begriffe als das höchſte Glück eines jungen Cavaliers erſchien, hatte ſie einen heimlichen Groll auf ihn geworfen, zu deſſen Beſeitigung die Nachricht felner Vermählung am wenigſten Veranlaſſung geben konnte.

Der Großtante aber erging es, wie es Andern ergangen war an dem Tage von Feldern's Beſuche. Sie konnte ſich bei Anna's Verneigen, im Anblick ihrer Achtung erheiſchenden Haltung ganz verſunken, von ihrer Ueberraſchung lange nicht erholen. Es vergingen einige Minuten, ehe ſie der vorgeſtellten Nichte einen Platz neben ſich auf dem Divan anwies. Doch erſt als ſie noch einmal die neue Verwandte durch die goldene Brille forſchend beobachtet hatte, kehrte ihr etwas von dem mütterlichen Gefühl wieder, welches ſie Feldern ſo lange entzogen, und als wollte ſie auch einen Theil davon auf die junge ſchöne Frau übertragen, ergoß ſie ſich gegen den Neffen, daß er ſo lange mit der lung ſeiner Gemahlin gezögert habe.

Anna küßte der Hofdame bei dieſer Bem kung die Hand, was zwar als ein Tribut ſchuldiger Ehr⸗ erbietung, aber auch mit einem Blicke des für die

Vorſtel⸗

Erſt als er ſeine

in zärtlichen Vorwürfen!

Novellen⸗Zeitung.

Nichte ſich ſteigernden Wohlwollens aufgenommen wurde. Die Herablaſſung der Gräfin Lichtenberg ging ſo weit, daß ſie gegen Ende der ſie anſcheinend ſehr befriedigenden Unterhaltung für einen der näch⸗ ſten Sommermonate ihren Beſuch auf Auguſtenau ankündigte, um die liebenswürdige Nichte auch in ihrer Häuslichkeit kennen zu lernen. Mit einem bezeich⸗ nenden Lächeln fügte ſie hinzu:Wir kommen ohne Prätenſionen, ohne Anforderungen, meine Liebe, au ſolche Dinge, die nur die Hauptſtadt gewährt, die man von einer ländlichen Einrichtung nicht jederzeit erwarten kann. Schließlich unterließ die Tante nicht den Beſuch bei ihren Excellenzen dem Hofmarſchall und den übrigen betreffenden Großwürdenträgern zu empfehlen,da man doch bei Hofe vorgeſtellt ſein will, theurer Neffe! wobei ſie den fragenden Blick Feldern zuwandte.

Nichts verſäumt, gnädige Tante!

Nun, es ſtand zu erwarten, daß ein Freiherr v. Feldern unter allen Lebensverhältniſſen nie ganz vergißt, welche Rückſichten er den Standesverhält⸗ niſſen ſchuldet! Mit einem mehr wohlwollenden Abſchiedsgruß, als Feldern es erwartet, wurde Anna entlaſſen, obgleich ihr Benehmen gegen die alte Hof⸗ dame, einige Förmlichkeiten abgerechnet, kein anderes war, als das, wozu Herz und Geiſt ihr im täglichen Umgange mit Feldern ſtets neue Nahrung gewährten.

Eine der Tante ganz entgegengeſetzte Natur war der General Graf v. Felseck, wo Feldern noch am ſelben Morgen ſeine Gemahlin einführte. Der Ge⸗ neral gehörte zu den leider immer ſeltener werdenden Kriegergeſtalten, die mehr durch die Worte des Her⸗ zens, als durch den Ausdruck des kalt überlegenden Verſtandes einen günſtigen Eindruck machen. Fel⸗ dern hatte früher ſeine Zuneigung gewonnen, weil er zu den wenigen jüngern Officieren gehörte, die wäh⸗ rend der Manöverzeit weder die Bequemlichkeit der eigenen Wohnung noch das vergnügliche Reſidenzleben vermißten, die im Regen und im Sturmwind ſtets froher Laune waren. Ueberdies hatte Feldern's ſolide Lebensweiſe ſeine Achtung in einem um ſo höheren Grade erworben, als die bekannten Vermögensver⸗ vältniſſe des ſchönen Reiterofficiers ihm Ausgaben geſtatteten, in denen er von vielen ſeiner weniger bemit⸗ telten Cameraden übertroffen wurde. Feldern gehoͤrte zu den Officieren, wie ſie ſchon des Generals Lieb⸗ linge in den Freiheitskriegen geweſen, treu und kriegs⸗ muthig ohne die Blaſirtheit, der die nachgekommenen Jahre wieder zur Geltung verhalfen.

Der Graf ſprach es offen aus, wie Feldern's Beſuch ihm eine ſo große Freude machte, weil er ihm Gelegenheit gäbe die ſchöne Frau kennen zu lernen,

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