ihnen in den Weg, mit den Worten:„Wohl auch in der Kirche geweſen? nicht wahr, das geht hier im Dorfe recht freiheit- und gleichheitlich zu? Der Baron hat ſich ſchon einen weitverbreiteten Namen erworben;
wenn Herr v. Feldſtein“—„Baron v. Feldern“, ver⸗ beſſerte der Bürgermeiſter,„iſt der Name des hie⸗
ſigen Grundherrn, der weit und breit einen guten Klang hat.“ Herr Vater hielt's eben nicht mit ſeinen Bauern; ich wollte ſagen, wenn der Erb⸗ und Gerichtsherr v. Fel⸗ dern es mit der Gleichſtellung ſeiner Hörigen ſo fort⸗ treibt, kann man wunderliche Dinge erleben. Schlechte Ausſicht für uns Gutsherren drüben, die noch auf ſtreng Regiment halten. Und der Prediger, man ſieht's an Allem, der hilft dem Baron bei der Aus⸗ führung ſeiner großartigen Ideen.“
„Er thut redlich was ſeines Amtes iſt, das heißt, er theilt, ſoweit er es vermag, mit dem Herrn Baron die Sorge um das wahre Wohl ſeiner Landleute“— unterbrach der Bürgermeiſter ruhig die eifernde Rede des Fremden, und ſchloß mit den Worten:„Wo aber die Geiſtlichkeit im redlichen Wollen mit dem Adel und der Obrigkeit Hand in Hand geht, da kann es am Wohlergehen nicht fehlen. Es iſt der rechte Weg zu beſſeren Zuſtänden, wie ſie in Deutſchland groß Noth thun.“
„Johaun! anſpannen!“ herrſchte der alte Herr in ärgerlichem Tone einem in einiger Entfernung ſtehenden Diener zu.
„Zu Befehl, gnädiger Herr!“ entgegnete Johann in ſtrammer Haltung und eilte nach dem Stalle, um dem Kutſcher die erhaltene Ordre zu überbringen.
„Ein wahres Glück, daß man ſolche Meinungen meiſt nur bei Euch Herren in den kleinen Ländchen hört“— wandte ſich der Fremde noch einmal zu den beiden Freunden, die ſich der Hausthür ſchon bis auf einige Schritte genähert hatten.„Bei uns drüben im Königreiche geht es bislang doch noch etwas beſſer zu. Wo ſie anfangen zu widerſtreben, heißt es Ordre parirt! Wer zu hoch hinaus will mit den ſogenann⸗ ten Reformen, wird gemaßregelt. Staatsdiener und Geiſtlichkeit aber ſind zuverläſſig, weil ſie vom Volke nichts verlangen als Gehorſam, wie es in der Bibel ſteht.“
„Bei uns iſt es wieder anders, verehrter Herr; hier zu Lande geben die hohen Behörden ſehr viel auf ſolche Beamte und Prediger, welche dur zeitge mäße Förderung der Bildung die Landeswohlfahrt fördern helfen. Prüfet Alles, und wählet das Be
„So! ja, ich entſinne mich;— der ſelige
Novellen⸗Zeitung.
genug, daß jedem Einzelnen zu prüfen überlaſſen iſt, was ihm das Beſte erſcheint. Gehorſamer Diener, das führt geraden Weges zur Republik. Und dann, wenn's bei Ihnen anfängt zu ſtürmen, nun was dann?— ich will's Ihnen ſagen, dann ſuchen die kleinen Staaten bei uns im mächtigen Königreiche den ſchützenden Nothanker. Doch ich weiß nicht, mit wem ich die Ehre habe—“
„Bürgermeiſter E. und Kämmerer N. aus der Stadt Frankenberg, wo man an der uns Segen brin⸗ genden Verfaſſung ſo feſt hält wie unſer gnädigſter Landesherr ſelbſt.“
„So, allen Reſpect. Ich bin der Oberſt Frei⸗ herr v. Trobiſch aus Wuſtrow, wenn Ihnen an mei⸗ nem Namen gelegen ſein ſollte.“ Bei dieſen Worten zuckte es wie leichter Spott um den Mund des Frei⸗ herrn. Das unerquickliche Geſpräch hatte jedoch ein Ende. Der Wagen war angeſpannt. Johann half dem grollenden Gnädigen hinein, reichte ihm die
V dampfende Meerſchaumpfeife, und fort rollte die ari⸗
ſtokratiſche Equipage der Gegend zu, wo das geprie⸗ ſene Königreich nach einem halben Dutzend Meilen ſeinen Anfang nahm.
„Daß uns auch ſolch ein Kauz noch in den Weg kommen mußte“— ſagte der Kämmerer zum Bürger⸗
V meiſter, der kopfſchüttelnd dem Wagen nachſchaute—
„hat mir faſt den Appetit zum Mittagseſſen verdor⸗ ben, auf das ich mich heute beſonders gefreut hatte.“ „Ja, das war ein Ariſtokrat vom reinſten Waſ⸗ ſer,“ entgegnete der Bürgermeiſter,„dem man das Vaterland an dem ſpitzen Lächeln anſehen konnte, mit dem er meine letzten Worte aufnahm, die er in ſeinen Kreiſen wohl nicht oft hören mag. Aber
laſſen wir den Mann und alle Seinesgleichen, ſie trüben uns hier kein Waſſer mehr, wo es ſchon ſo s Geſinnung giebt und unſer Fürſt
der en Wölfen die Schafskleider aus⸗ zieht. Der Wein wird Ihren Appetit ſchon wieder V ſchärfen, Herr Gevatter, und an Geſundheiten auf die Rechten und auf die Echten ſoll's auch nicht fehlen!“ V An der wohlbeſetzten Wirthstafel hatten ſchon viele der ſtädtiſchen Kirchenbeſucher ihren Platz ge⸗ nommen. Damen und Herren ohne Ausnahme er⸗ goſſen ſich im Lobe des ſchönen Brautpaares, und der erſte Toaſt galt den Neuvermählten. Als der Bürgermeiſter beiläufig der Begegnung mit dem Frei⸗ herrn v. T. erwähnte, ſagte einer der Anweſenden lachend:„Ach! der edele Herr hat an Ihnen das Blut verkühlen wollen, was ihm hier im Zimmer in
der Mann iſt,
ſo lautet nach göttlichem Gebot bei uns der Waht ſichtbare Wallung gerieth, als man mit großer Aner⸗
ſpruch in Schule und Kirche!“ „Ja, ja, man ſieht's hier im Orte ſchon deutlich
kennung der Reformen gedachte, die Herr v. Feldern mit ſo großem Erfolg im Dorfe und deſſen Umge⸗
M d
—
genanht. A endlie
antte di fungen Refere hatte. Es wa von Auguſteli abet und Wint mals in der 1 Augen und im
Gs war i mäͤhlung, als Seine Kegietu ohne Erlaß 1 Fiiten, wie d den Kanzeln zen Bret vor So glaubte n der Staatsubr aber niemals d der Freiheitskri Koide dod d Volkern gebühn weſen.
Wenn au doch Vieles 1 peinzen, auf d rung wit ihm hünte, Hoffnnn
dern
Kochſeligen He
Der neule Res keere Phrſen, die Gunſt des Scepter und ſpiele anderer ſeiner Willkür Fürſt war ei hoher, faltenl, dte Seele ſich ſcnſtlichen Re letevürdige in ſachen Stän fürſtlichen ebe er Pein nehr nn und ged Feldern das Gl


