Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
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findung des Papyrus zog eine große Menge von Büchern nach ſich, und beſonders hatte ſich Alexandrien einer großen Bü⸗ cherſammlung zu erfreuen, welche letztere ſogar Veranlaſſung gab, daß Ptolemäus, König von Aegypten, vor Allem mit

Es wird erzählt, Eumenes habe den Wunſch gehegt, eine Bü⸗ cherſammlung zu veranſtalten, welche der berühmten von Alexandrien gleich käme oder ſie überträfe, darüber ſoll ſich aber Ptolemäus ſo beleidigt gefühlt haben, daß er die Aus⸗ fuhr des Papiers nach Pergamum verbot. Trotz dem ließ ſich jedoch Eumenes nicht von ſeinem Vorhaben abbringen, er ſuchte nach einem neuen Schreibmaterial, welches er endlich in den thieriſchen Häuten fand, die er ſo zuzubereiten verſtand, daß ſie ſchreibfähig wurden, weshalb er auch als Erfinder des neuen Schreibmaterials bezeichnet wurde. Das Wort Per⸗ gament iſt daher auch aus dem Namen des Reichs Pergamum entſtanden. Die Anwendung der thieriſchen Häute zum Schreiben war aber ſchon vor Eumenes bekannt; die Iſra⸗ eliten bedienten ſich derſelben ſchon zu David's Zeiten, und es iſt darum dem Eumenes wohl ſchwerlich die Erfindung, ſondern höchſtens eine Verbeſſerung des Pergaments zuzu⸗ ſchreiben.

Zur Zeit, wo die Papyrusſtaude das einzige Material zur Papierfabrikation bildete, haben die Alexandriner vor⸗ züglich mit den Römern einen anſehnlichen Papierhandel ge⸗ trieben, und es ſind durch den darauf gelegten Zoll der Staatscaſſe bedeutende Einkünfte zugefloſſen. Während der römiſchen Herrſchaft wurde jedoch von den geldbedürftigen römiſchen Kaiſern die Papyrusfabrikation mit ſo hohen Steuern belegt, daß die Aegypter kein Papier mehr ſenden mochten, wodurch das Volk von Rom unter Tiberius ſogar in einen drohenden Aufſtand gerieth, welchen Tiberius nur dadurch zu unterdrücken vermochte, daß er alles vorhandene Papier zuſammenbringen und vom Senate gleichmäßig ver⸗ theilen ließ. Als ſpäter Theodorich, König der Gothen, dieſe Steuern aufhob, wünſchte Caſſiodorus, ein Geſchichtsſchrei⸗ ber der damaligen Periode, dem Menſchengeſchlechte Glück zu dieſem Erxeigniſſe. Das ägyptiſche Papier war bis zum 11. Jahrhundert in Gebrauch, letzterer hatte jedoch ſchon durch

die Benutzung des theuerern Pergamentes abgenommen und

verlor ſich endlich ganz, als das aus Baumwolle gefertigte Papier von den Arabern nach Europa gebracht wurde. Die⸗ ſes Papier iſt das erſte, welches mit dem jetzt gebrauchten ir gendwie Aehnlichkeit hat, und ihm verdankt das unſerige ſeine Grundlage. Zu ſeiner Bereitung wurde die Baumwollenfa⸗ ſer mittelſt Keulen geſchlagen und geſtoßen, bis daraus ein Brei entſtand, den man auf gerippten Bretern ausbreitete, trocknete und glätette. Das auf dieſe Weiſe bereitete Papier war jedoch ſo weich, ſo ungleich und zerbrechlich, daß man nur mit Pinſeln mühſelig darauf ſchreiben konnte. Da end⸗

lich wurde ſpäter die Baumwolle mit leinenen Lumpen ge⸗

miſcht und damit zugleich der Uebergang vom alten Baum⸗ wollenpapier zum Leinen⸗ und Hanfpapier angebahnt. Die Handarbeit reichte nicht mehr aus, man mußte ſich nothwendig nach Maſchinen umſehen; es entſtanden die Papiermühlen. In Spanien entſtanden im 12. Jahrhundert, in Italien im 14. Jahrhundert die erſten derſelben. Die erſte Leinenpa

pierfabrik entſtan in Deutſchland im Jahre 1390 in Nürn⸗

berg. Der Beſitzer derſelben, Ullmann Stromer, gab ſich alle Mühe ſein Verfahren für ſich zu behalten, indem er ſei⸗ nen Arbeitern einen Eid auferlegte, der ſie verpflichtete, ſein Geheimniß weder zu verrathen, noch daſſelbe für ihre eigene Hand ausbeuten zu wollen. Allein trotzdem währte es nicht

Novellen⸗ZJeitung.

lange, ſo wurde die Kunſt auch an anderen Orten bekannt. Mit großer Schnelligkeit verbreitete ſich das neue Papier über Spanien, Frankreich, Italien, Galizien, Böhmen, die

us 1 Schweiz, England, Dänemark, Schweden, Rußland und ſelbſt Eumenes, dem König von Pergamum, darum wetteiferte.

über Amerika. Frankreich und Holland war es vor allen Ländern, wo die Fabrikation im größten Maßſtab und mit vielem Erfolg betrieben ward, namentlich wurde von da aus viel Papier nach England erportirt. Späterhin wurden je⸗ doch auch in den übrigen Ländern große Fortſchritte in der Fabrikation gemacht, wodurch ſie ihren Papierbedarf ſelbſt deckten. In England wurde im Jahre 1558 die erſte Pa⸗ piermühle zu Dartford von Sir John Spielmann, einem deutſchen Juwelier im Dienſte der Königin Eliſabeth, er⸗ richtet.

Welchen großen Werth man dieſer Erfindung beilegte, beweiſt, daß Spielmann wegen ſeiner Verdienſte von der Königin zum Ritter geſchlagen wurde und von ihr für die Dauer von zehn Jahren das Privilegium erhielt, allein Lumpen ſammeln zu dürfen.

Jedoch mit dieſer Erfindung hatte der Menſch noch immer nicht ſein Ziel erreicht; mit der bedeutenden Anwen⸗ dung des Papiers ſteigerten ſich die Auforderungen; der un⸗ reine, graue, harte Hanf genügte nicht mehr, man war daher genöthigt, ſich nach anderen beſſeren Stoffen umzuſehen, welche man endlich nach mühſeligem Suchen, als Goldkorn im Schmutze, in alter Wäſche und abgetragenen Kleidern, den ſogenannten Hadern fand. Mit der Darſtellung des Papiers aus dieſem Materiale beginnt wieder eine neue Epoche der Papierfabrikation. Man erhielt daraus ein Papier, welches ſowohl zum Schreiben als zum Drucken vollſtändig geeignet war. Bis zum 16. Jahrhundert gab es nur geleimte oder Schreibpapiere, erſt ſpäter entſtand das Druckpapier. Es war in der Papierfabrikation ein bedeutender Schritt vor⸗ wärts gethan, damit trat aber zugleich ein Stillſtand ein und es war bis zur Erfindung der Papiermaſchine nichts Neues auf dem Induſtriezweige der Papierfabrikation zu finden.

Die Papiermaſchine iſt eine franzöſiſche Erfindung. Als der Erfinder wird Louis Robert genannt, der im Jahre 1798 in Eſſonne bei Paris ein kleines Maſchinenmodell con⸗ ſtruirte, mit dem er einen ſchmalen, beliebig langen Papier⸗ ſtreifen darſtellen konnte.

Die Erfindung wurde nach England übertragen und iſt durch wiſſenſchaftlich gebildete Männer immer mehr erweitert und vervollkommnet worden. Erſt ſeit der Einführung der Papiermaſchinen datirt ſich die neue Wendung in der Lage der Papierfabrikation. Es dauerte jedoch lange, ehe die all⸗ gemeine Einführung der Maſchinen anfing, aber einmal be⸗ gonnen ging ſie ziemlich raſch vor ſich. Die früher gebrauch⸗ ten Bütten verminderten ſich und machten allmählich Ma⸗ ſchinen Platz. In Frankreich ward 1815 die erſte Papier⸗ maſchine angelegt; in Deutſchland 1816 zu Weida im Groß⸗ herzogthum Weimar. Um dieſelbe Zeit wurde in Berlin eine Papiermaſchine in Betrieb geſetzt. In Oeſterreich wa⸗ ren die Herren Peſchier und Sterz zu Obergaſſing die Er⸗ ſten, welche 1819 eine Papiermaſchine in Gang ſetzten. Die allgemeine Einführung der Maſchinen fällt erſt gegen das Jahr 1837. Gegenwärtig iſt die neue Erfindung bereits in den meiſten Ländern Europas verbreitet und liefert mit den noch beſtehenden Bütten deſſen gegenwärtigen, ungeheuren Papierbedarf.

Wir entlehnen dieſe belehrende Skizze des Dr. Robert Schwarz den BlätternVon Haus zu Haus und nehmen

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