Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
717
Einzelbild herunterladen

2 Sorgen Seele und

ees Voltairinnis⸗ Aingen, var je⸗ der neuern 2 dnn nn gii u nitnhen incip dra 4. ßt denne dhr dt denn er machte Geſet, dos aber deſtimmen und unter allen For⸗ oral predigte er Epicuräismus; bantheismus zu⸗ Amen eine neue J. Der Sauͤnt⸗ thümlich gehörte, Denker mit ein⸗ res Gewand um⸗ heiſt, Epicuräer lachahmer frühe⸗ hen iſt aber der heit nicht nutzlos nee gewirkt, und kben, die uns jetzt jdesſelben. Der nehen ſeinen ſpe⸗ elche ſich an die nd des Credits Capitalien lnü⸗ Canälen, weil den verſchiedenen nheit des menſch⸗ as Verdienſt und Aufmerlſamkeit ceſen der alle⸗ ung d glſe und die Aſſoci⸗ lröleben und in ſcwung erzeugt ugen ſehen und in Zahlen aus⸗ ger des Sait⸗ ſicht durt da daß ſte äls ſe

Vierte

wieder ins bürgerliche Leben zurücktraten, in Finanzfragen, in der Induſtrie und im Handel die Initiative hinſichtlich aller Fortſchritte, welche darin ſeit dreißig Jahren verwirklicht worden ſind, ergriffen. Selbſt auf den Kaiſer der Franzoſen iſt der Saint⸗Simonismus nicht ohne Einfluß geblieben. Der Prinz Louis Napoleon, der ſchon in früher Jugend die franzöſiſche Kaiſerkrone ins Auge gefaßt hatte, ſchenkte natür⸗ lich allen wichtigen Erſcheinungen in Frankreich die größte Beachtung und folgte den Fortſchritten der öffentlichen Mei⸗ nung mit großer Aufmerkſamkeitund oftmit Sympathie. Natür⸗ lich konnte dieſe neue Lehre, welche ſo Großes zu leiſten ver⸗ ſprach, ihn nicht gleichgültig laſſen, und daß er den politiſchen und ſtaatswirthſchaftlichen Theil derſelben ſehr ernſtlich ſtu⸗ dirt und ihm ſeinen Beifall geſchenkt hat, ergiebt ſich recht deutlich daraus, daß er, ſeitdem er als Kaiſer an der Spitze Frankreichs ſteht, manche Beſtrebungen und Ziele Saint⸗ Simon's verwirklicht hat. Was in der neueſten Zeit in Frankreich für die Herſtellung von Landſtraßen, Eiſen⸗ bahnen, Canälen, für die Erneuerung von Städten und die Erweiterung der Häfen, ja ſelbſt für die Beſeitigung der Prohibitiv⸗Zölle und die Erleichterung des Handels mit dem Auslande geſchehen iſt, iſt ſtreng genommen nur die Ver⸗ wirklichung der Pläne, mit denen Saint⸗Simon ſich beſchäf⸗ tigte. Ganz dasſelbe läßt ſich in Betreff des Suezcanals ſagen, deſſen Ausführung der Herr von Leſſeps nie hätte ver⸗ ſuchen können, wäre er dabei nicht ſo kräftig von Napoleon III. unterſtützt worden. Selbſt die Erpedition nach Mexico wurde von dem Saint⸗Simoniſten Michel Chevalier vor mehr als 30 Jahren in einer Flugſchrift ſehr lebhaft bean⸗ tragt und darin nachgewieſen, welche großen Vortheile daraus für Europa hervorgehen würden. Auch von der Ausführung des Plans eines Durchſtichs der Landenge von Panama, um das atlantiſche Meer mit dem ſtillen Ocean zu verbinden, den der Graf Saint⸗Simon ſeiner Zeit der ſpaniſchen Re⸗ gierung vorſchlug, iſt in Frankreich in der neuern Zeit mehr⸗ mals die Rede geweſen, und der Gedanke wird ſicher zur Ausführung kommen, ſobald nur erſt in Nordamerika und Mexico ganz geordnete Zuſtände wieder hergeſtellt ſein wer⸗ den. Kurz, die ſaint⸗ſimoniſtiſche Lehre iſt in Bezug auf ihre volkswirthſchaftlichen Grundſätze nicht erfolglos geweſen, und wir ſehen die Wirkungen derſelben ganz beſonders in Frank⸗ reich in ſehr vielen Thatſachen. Daraus ergiebt es ſich deut⸗ lich, daß der Saint-Simonismus, wenn er ſich darauf be⸗ ſchränkt hätte, volkswirthſchaftliche Reformen ins Leben zu rufen, ſich zu einer dauernden, großen Macht hätte entwi⸗ ckeln können, doch er wollte gleichzeitig eine neue Religion ſtiften und Gott förmlich entthronen, und in Folge deſſen ging er zu Grunde. Nur das Gute an demſelben hat ſich erhalten und bereits manches Gute bewirkt, und dieſem Um⸗ ſtande hat der Saint⸗Simonismus es zu verdanken, daß er nicht ganz der Vergeſſenheit anheim fallen wird. C.

Zur Geſchichte des Papiers. Deer Erfindung des Papiers iſt unſtreitig jene großar⸗ tige Cultur Europas zu danken, wie wir ſie in deſſen Wiſſen⸗ ſchaft, Kunſt und Induſtrie ausgedrückt finden.

Das Papier war der erſte Telegraph, durch welchen auf leichte Weiſe der Verkehr zwiſchen den verſchiedenſten Völkern der Erde angebahnt und ihre Gedanken und Entdeckungen mitgetheilt wurden. Sein Verbrauch iſt der natürliche Maß⸗ ſtab für den Culturzuſtand eines Volkes. Schon in den

Folge. 717 früheſten Zeiten haben die Menſchen das Bedürfniß gefühlt, der Nachwelt einen Bericht von ſich ſelbſt, von ihren Thaten und Werken zu hinterlaſſen, und es ſind, um dieſem Wunſche nachzukommen, die verſchiedenſten Mittel und Wege gewählt worden. Als die erſten Erinnerungszeichen dienten Erdhau⸗ fen, Steinmaſſen, Baumpflanzungen, Pfähle u. dgl., an wel⸗ che ſich die Erinnerungen der an manchen Orten vorgefalle⸗ nen Ereigniſſe knüpften; ſpäter jedoch, bei Zunahme der Be⸗ völkerung, wo eine despotiſche Regierung die Leitung der öf⸗ fentlichen Intereſſen übernahm, begnügte man ſich nicht mehr mit ſo einfachen Mitteln, und es wurden mit außerordentli⸗ chem Kraftaufwande, mit ausdauerndſter Mühe und Geduld koloſſale Bauwerke errichtet, wie ſie die ägyptiſche Kunſtwelt als Beiſpiele aufweiſt. Später wurden die Bauwerke mit Hieroglyphen bedeckt, von denen ſich die bekannteſten an den alten Denkmälern Aegyptens finden. Keile und Meißel dienten als Griffel, mit denen man zuerſt auf Steinplatten und gebrannte platte Ziegel ſchrieb. Außer dieſen gebrauchte man Metallplatten von Blei, Kupfer, und geſpitzte Steine und Eiſen wurden als Griffel gebraucht. Dann wurden die Metallplatten mit Holzplatten vertauſcht, in die man mit Knochen und Griffeln von Kupfer die Schriftzeichen eingrub. Auch wurden die Holzplatten mit Wachs überzogen und da⸗ rauf mit Horn⸗ oder Silberſtiften geſchrieben. Allein dies Alles genügte dem fortſchreitenden Menſchengeiſte nicht mehr, denn um ein Buch zu ſchreiben, konnte man unmöglich ſo ſchwere Materialien gebrauchen. Der Menſch ſann auf leichtere Stoffe und fand dieſe in den Baumblättern und zwar anfangs in denen der Palmen. Da zuerſt auf das Palmblatt nur heilige Bücher geſchrieben wurden, daher auch der Name heiliges Blatt. Von einzelnen Völkern werden noch heute Baumblätter, nachdem ſie an der Sonne getrocknet und durch Reiben geebnet ſind, als Schreibmaterial verwen⸗ det. Auch leinene Gewebe wurden früher zu gleichen Zwe⸗ cken benutzt, wie uns die Umhüllungen der Mumien beweiſen. In dieſelbe Zeit fällt auch die Anwendung der verſchiedenen Eingeweide und Häute der Thiere zum Schreiben. Später wurden jedoch allmählich alle Stoffe durch das in Aegypten aus der Papyrusſtaude dargeſtellte Papyrus verdrängt. Von daher ſtammt auch das Wort Papier. Die Papyrusſtaude gehört zu der Familie der Cypergräſer, welche in Calabrien, Sicilien, Syrien und Aegypten an den Ufern der Flüſſe wächſt.

Das Papier wurde aus den innern Stengelhäuten der noch in Saft ſtehenden Pflanzen verfertigt, indem man ſie mittelſt feiner Nadeln oder ſcharfer Muſchelkanten von den Stengeln trennte, mehrere ſolcher Blättchen mit Nilwaſſer zuſammenleimte, trocknete und mit Zähnen glättete. Alexan⸗ drien war der Hauptſitz der Papyrusfabrikation. An dieſem berühmten Orte, welcher als der Centralpunkt der alten wiſ⸗ ſenſchaftlichen Welt galt, bildete die Fabrikation lange Zeit einen der wichtigſten Handelsartikel. Welche pecuniären Vortheile dadurch erlangt wurden, geht aus der Aeußerung eines ägyptiſchen Fürſten Namens Firmius hervor, der ſich rühmte, ſoviel Papier zu beſitzen, daß er eine Armee davon halten könne. Um ein Beiſpiel von der ausgedehnten An⸗ wendung und dem allgemeinen Gebrauche des Papyrus als Schreibmaterial zu geben, ſei erwähnt, daß bei den Ausgrab⸗ ungen von Herculanum allein gegen 1800 auf Papyrus oder ſogenannte Papyrusrollen geſchriebene Manuſcripte gefun⸗ den wurden. Ein ſolches Manuſcript findet ſich im Britiſh. Muſeum aufbewahrt, es hat eine Länge von 8 ¾ Fuß; ein

ähnliches Manuſcript in Paris iſt 30 Fuß lang. Die Er⸗