Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
719
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dabei Gelegenheit zu bemerken, daß ſich dieſelben mannigfach durch wiſſenswürdige Beiträge der Leſerwelt empfohlen haben.

Der Candidat für die Vire⸗-Prüſidentſchaft der Ver⸗ einigten Staaten.

Ein Correſpondent ſchreibt der New⸗York⸗Times:

Als ich vor einigen Tagen einige Meilen weit in die ſchöne Gegend hinaus fuhr, welche weſtlich von Naſhville liegt, kam ich an ein rohes Blockhaus, das nicht größer und nicht bequemer eingerichtet als ein indianiſches Wigwam war, vor dem einige muntere, ärmlich gekleidete Kinder ſpielten, während ihre Mutter ſich an einer Bütte mit Waſchen be⸗ ſchäftigte. Es waren Flüchtlinge eine unglücklicher Weiſe ſehr zahlreiche Claſſe in dieſer Gegend. Ich ließ mich mit einem ſehr hübſchen Knaben, der etwa zwölf Jahr alt ſein mochte, in eine Unterredung ein.Junger Burſche, Ihr ſcheint erſt ganz neuerdings in dieſe Gegend gekommen zu ſein; wo wart Ihr zu Hauſe?

In der Grafſchaft Greene im öſtlichen Tenneſſee.

Ei, das iſt ja die Grafſchaft, in welcher der Gouver⸗ neur Johnſon zu Hauſe iſt; iſt es nicht ſo?

Ja, Sir.

Ich vermuthe, Du kennſt ihn; iſt das der Fall?

Nein, Sir; ich kenne ihn nicht, aber mein Vater kennt ihn ſehr gut. Er hat gar manchen Rock für meinen Vater gemacht.

Vor einer Stunde fuhr ich bei dem ſchönſten Hauſe im weſtlichen Theile der Union, wenn nicht in der ganzen Union vorbei, in dem ſich Andrew Johnſon, Militär⸗Gouverneur von Tenneſſee und Unions⸗Candidat für die Vice⸗Präſident⸗ ſchaft, befand, der die beſten Ausſichten hat, gewählt zu wer⸗ den, und jetzt bin ich bei einer Familie von Flüchtlingen, deren ganzer Hausrath keine hundert Dollars werth iſt, deren Röcke und Weſten Andrew Johnſon vor nicht vielen Jahren in ſeinem kleinen Laden in Greenville zu verfertigen pflegte. Im Alter von 21 Jahren konnte er noch keinen Artikel in einer Zeitung leſen. Geſchicks in unſerm eigenen Buſen. C.

Der Buckel des Philoſophen Mendelsſohn.

Der in Frankfurt a. M. erſcheinenden Europe entneh⸗ men wir folgende Anekdote.

Bekanntlich hatte die Natur ſich gegen den Philoſophen

.. Aber wir tragen die Sterne unſers

Moſes Mendelsſohn, während ſie ihn mit den ſeltenſten

Gaben des Geiſtes im Ueberfluß ausgeſtattet hatte, von dem Geſichtspunkt der rein körperlichen Vorzüge viel geiziger be⸗ wieſen. Unter Andern hatte ſie ihn mit einem Gebrechen verſehen, das oft die Verzweiflung dieſes großen Denkers ge⸗ macht hat. Mendelsſohn war bucklig. Das hat ihn aber

doch nicht verhindert, ſich mit einem jungen, reizenden Mäd⸗

chen zu vermählen, und das ging in folgender Art zu.

Bei einem Beſuche, welchen der Berliner Philoſopb ſei⸗ nem Freunde Leſſing abſtattete, welcher damals in Wolfen⸗ büttel wohnte, begab er ſich auch nach Hamburg, wo er die Bekanntſchaft des reichen Bankier Gugenheim und deſſen Tochter machte.

Einige Zeit nachher kam Mendelsſohn von neuem nach Hamburg und beſuchte auch den Bankier wieder, der ihn ſeit langer Zeit in hohem Grade achtete.

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Gugenheim theilte ihm mit, daß er ſich ſehr glücklich ſchätzen würde, mit ihm durch Familienbande ſich näher ver⸗ einigt zu ſehen, fügte aber hinzu:

Unglücklicher Weiſe haben Sie ein Gebrechen, welches der Verwirklichung dieſes Wunſches ein Hinderniß in den Weg legt, denn ich mache Ihnen kein Geheimniß daraus, daß es auf meine Tochter einen ſehr traurigen Eindruck gemacht hat.

Mendelsſohn wollte nach Berlin zurückkehren, bat ſei⸗ nen Freund um die Erlaubniß, von ſeiner Tochter Abſchied nehmen zu dürfen, und begab ſich zu derſelben.

Kaum hatte Fräulein Gugenheim ihn erblickt, als ſie ihm entgegen eilte und die Frage an ihn ſtellte:

Glauben Sie, daß die Ehen auf dieſer Erde vorher in dem Himmel beſchloſſen ſind?

Ja, antwortete Mendelsſohn;jedesmal wenn ein Knabe geboren wird, zeigt man ihm im Himmel die für ihn beſtimmte Frau. Und wollen Sie wiſſen, welche Gattin mir bei meiner Geburt beſtimmt war? Sie, Fräulein, und da⸗ mals waren Sie nicht ſchön, wie ich Sie, leider, jetzt ſehe. Sie waren durch einen häßlichen Höcker verunſtaltet, was mich ausrufen ließ:Großer Gott! die ſchöne Gugenheim mit einem Buckel! Wie wird ſie das ertragen? Und ich fügte hinzu:O himmliſcher Vater, befreie ſie davon und gieb ihn mir; belaſte mich an ihrer Stelle mit der Bürde dieſer Häß⸗ lichkeit! Und der Schöpfer bewilligte mir meine Bitte, und das iſt der Grund, mein Fräulein, weshalb ich das Unglück habe, Ihnen zu mißfallen.

Von dieſen Worten gerührt reichte das ſchöne Mädchen V dem Philoſophen die Hand und einige Zeit nachher wurde ſie ſeine Gattin. CE.

Vom deutſchen Büchermarkt. Adelbert von Chamiſſo's Werke. Weidmannſche Buchhandlung. 1864.

Um etwas den allgemeinen Wünſchen Entſprechendes herzuſtellen, hat es die Verlagshandlung unternommen, in

Berlin,

dieſer fünften Ausgabe der Chamiſſo'ſchen Werke durch zwölf Halbbände ſich dem jetzt beliebten Octavformat anzuſchließen und durch mancherlei neue Ergänzungen und Nachleſen des berühmten Dichters fämmtliche Werke zu bereichern. Es liegt uns zunächſt nur der erſte Halbband der lyriſchen Gedichte vor, die ſich durch eleganten Druck empfehlen. Wir werden gern bei weiterem Erſcheinen auf die Fortſetzung dieſer Edi⸗ tion zurückkommen. O. B. Neueſtes Taſchenliederbuch von Edmund Wallner. Erfurt, bei Bartholomäus. Dieſe kleinformatige patente Sammlung von 479 ge⸗

ſellſchaftlichen Liedern für alle Zwecke, Stände und Geſchlech⸗ ter giebt auch für die Geſangsluſtigen zugleich die Tonarten an und berückſichtigt in bunter Reihe die verſchiedenartigſten Quellen und Autoren. Für ſolche Perſonen, welche gern bei Gaſtmählern unvermeidliche Toaſte ausbringen und ein un⸗ paſſendes Wort zur rechten Zeit ſprechen wollen, findet fich zum Schluſſe des Buches eine Auswahl zweckmäßiger Lebe⸗ hochs. O. B.

Ein Weihnachtslied in Proſa, von Boz. El⸗ berfeld und Barmen, bei Bädeker, Martini und Grüttefien. 1864.

Dieſe kleine, in der That höchſt liebenswürdige geniale Dichtung des begabten engliſchen Proſapoeten iſt nicht blos