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der zuerſt einen Bären foppte und in Wuth verſetzte und dann ſich dadurch rettete, daß er eine Wand hin⸗ aufkletterte.
Elaſtiſche Kraft, geſchmeidige Fügſamkeit der Muskeln und Taſchenſpielerbehendigkeit erforderten ferner die Künſte der Venüilalores und Pilarii, welche, wie Quintilian ſagt,„Alles, was ſie von ſich warfen, wieder in ihre Hände uutrhaen oder, wo ſie wol⸗ len, niederfallen laſſen.“ Eine gute Vorübung künſtlicheren Leiſtungen waren bei Griechen und Rö⸗ mern die verſchiedenen Arten des Ballſpiels.
Anſtatt der Bälle, welche wahrſcheinlich aus polirtem Metall beſtanden, nahmen einige Jongleure Ringe, Degen und andere Dinge. So warf die Gauklerin in Tenophon's Gaſtmahle zwölf Ringe wäh⸗ rend des Tanzes in die Höhe und fing ſie der Reihe nach wieder auf. Dem gewandten Agathinus, wel⸗ cher daſſelbe Spiel mit kleinen runden Schildern trieb, fiel, wenn man ſeinem Lobxredner Martial glaubt, nie ein Schild zur Erde, und wenn auch Wind und Regen dem Spiele hinderlich waren; ſtets fing er die herabfallenden auf und nicht blos mit den Hän— den, ſondern mit gleichmäßiger Mitwirkung des gan⸗ zen Leibes. Gefährlicher wurde die Sache, Schwerter in die Luft geworfen und der Reihe nach beim Griffe wieder gefangen werden mußten, was Chryſoſtomos in Antiochia ſah. Der Tänzerin Teno⸗ phon's wurde ein rings mit gezückten Degen geſpick— tes, rundes Geſtell hingeſetzt, in welches hinein ſie ein Rad ſchlug und ſich wieder rückwärts heraus⸗ ſchwang. Daſſelbe thaten auch die Gauklerinnen auf
man aber überdies dem behangenen Tiſche,
zu
Novellen⸗eitung.
geht, ſo verliere ich den Geſchmack an ihnen.“ Die
Alten müſſen natürlich in dieſem Zweige der Jonglerie
den Neueren bedeutend nachſtehen, der Experimentalphyſik und Chemie größtentheils ab⸗ ging. Schon aus dieſem Grunde alſo darf man die Leiſtungen der alten Gaukler nicht überſchätzen. Wenn der blen⸗ denden Kerzenbeleuchtung und dem die Aufmerkſam⸗ keit ablenkenden vielfachen Apparate unſerer Boscos gegenüber die Einfachheit und die helle und den Mangel an Deckmitteln bewirkte Bloß⸗ ſtellung der alten Escamoteure hervorgehoben hat, ſo darf man nicht vergeſſen, daß nach Platon's Zeugniſſe ſchon die Alten eine Schranke zwiſchen ſich und die Zuſchauer ſtellten, hinter welcher ſie ihre Wunder vollbrachten.
Das allergewöhnlichſte Taſchenſpielerſtück beſtand in dem Spiele mit Kugeln oder Steinchen und Be⸗ chern. Außer vielfachen Erwähnungen dieſer Hexerei vermittelſt der Geſchwindigkeit bei anderen Schrift⸗ ſtellern findet ſich in Alciphron's Romane folgende genaue Schilderung:„Es trat Einer mitten unter
da ihnen die Hülfe
durch die Tages⸗
uns und ſtellte auf ein dreifüßiges Tiſchchen drei kleine
wenn
der von Athenäus beſchriebenen Hochzeit des Mace⸗
doniers Karanos, und es finden ſich noch Vaſenbil⸗ der, auf denen Gauklerinnen in abenteuerlichen Stel⸗ lungen dieſen Tanz ausführen, neben anderen, rauf Künſtlerinnen, auf die Hände geſtützt die Beine über den Kopf nach vorn ſich ausſtrecken, mit den Zehen Pfeil und Bogen handhaben oder aus einem größeren Gefäße einen Becher vollſchöpfen. Das Leſen und Schreiben auf einer ſchnell ſich dreh⸗ enden Töpferſcheibe endlich ſcheint ebenfalls eine oft gezeigte Production der Weiber geweſen zu ſein.
Es folgen nun die wirklichen Taſchenſpielereien, die eigentlichen Wunderthaten der alten
wo⸗
und neuen
Zauberer. Geſchwindigkeit und geſchickte Verdeckung des natürlichen Zuſammenhanges überraſchen und beluſtigen hier den Zuſchauer;„die Täuſchung und
der Betrug,“ ſagt Seneca,„ergötzen am meiſten bei
dieſen Stücken; wenn Du mich belehrſt, wie es ) 1
zu⸗
während
Näpfe. Dann ſteckte er unter Steinchen,
dieſelben weiße, runde wie man ſie an den Ufern der Bäche fin⸗ det. Dieſe verbarg er bald einzeln unter den Näͤpfchen, bald zeigte er ſie alle unter einem einzigen, bald ver⸗ ſchwanden ſie ganz und gar, und dann brachte er ſie aus ſeinem Munde heraus. Endlich verſchluckte er ſie, ſtellte die ihm zunächſt ſtehenden Perſonen in die Mitte und zog die Kügelchen dem Einen aus der Naſe, dem Andern aus den Ohren, und im nächſten Augenblicke waren ſie alle wieder verſchwunden.“ Was Ihnen hier in dieſer zuſammengezogenen Schilderung zunächſt auffallen muß, wird ſich auch bei vielen andern Capiteln aus der alten Welt frap⸗ pant geltend machen: ich meine die ungeheure Aehn⸗ lichkeit, welche ſo viele praktiſche Dinge des antiken Lebens mit unſeren modernen Zuſtänden darbieten. Tauſend Kunſtfertigkeiten, Einrichtungen, Handgriffe und als probat bewährte praktiſche Errungenſchaften,
auf die ſich die Gegenwart etwas einbildet, ſind ſchon
von den alten Griechen und beſonders Römern bis zum höchſten Raffinement, ja bis zur Virtuoſität aus⸗ geübt. Wie man von eins bis zehn keine neuen Zah⸗ len erfinden konnte, ſo giebt es auch im Großen und Ganzen betrachtet, außer neuen Iuſammenſtellungen⸗ nichts Neues unter der Sonne.
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rüh hen Spüle Arlè Dufour, reire Mud. dele dürſt und dieß nert nat üiliues fi dſin luſe welcher er auch Lebre galt, und jſüngetn Lſern? über den jett Pelſerificirung ſainrftmoniſtiſc Beſtrebungen u Ueber das mittheilen. Bn Paris geboren, dne eGtziehung,di Vaters an die S Ausbng W und daß er zud muß, läßt ſich d chen Alter als Berühmtheit gele Tode des Grafe ſtellten Lehre ar Energie füt die als das Haupt Prophet deſſelb füͤhren und würd wir hſer das Leh überdas man ſic ren ann,wohl der neuen Lhte Sinne hatte, a
Der Stt Henri de Sait mens, der ſich ſchluß über de Ladwig's XIY Urſer C Graf n nach Nordame zu be ſthelligen, von Vrſtin
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