Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
710
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Feldern, darf ich nicht an Standesvorurtheile erin⸗

des ſchänen Mannes, der ihr mit wenigen Worten das ſüße Geheimniß ſeines Herzens offenbart hatte,

rückgab: Einen Mann von Ihrer Denkungsart, Herr v.

nern. Ihr Adel trägt ſeine tiefſte Wurzel in einer edelen Seele. Solchem Adel ebenbürtig glaube ich gleich meinem Bruder auch mich betrachten zu dürfen. Nachdem Sie ſelbſt dieſe Gleichſtellung gelten ließen, hat es nicht ſehr langer Zeit bedurft, um die Sym⸗ pathieen zu rechtfertigen, die wir gegenſeitig für ein⸗ ander empfanden. Anna hielt hier inne, als ob ſie Feldern's Antwort erwartete; als dieſer aber ſtatt je der Entgegnung ſein Auge immer tiefer in das der Geliebten verſenkte, fuhr ſie mit bewegterer Stimme fort:Theurer Feldern! Geſtern haben Sie das Geſtändniß der von mir für Sie gefühlten Hochach⸗ uung vernommen; nehmen Sie heute das Bekenntniß nmeiner Liebe. Ja, ich will Ihnen eine treue, ſorg⸗ ſame Gattin ſein bis an das Ende meiner Tage. Möge Gott ſie möglichſt verlängern, um das Glück zu verdienen, welches, mir zuweilen als ein ſchöner, beſeligender Traum vorſchwebend, jetzt zur Wahrheit geworden iſt! Feldern ſchloß ſie in ſeine ausgebrei⸗ teten Arme. Herz an Herz, war ihnen in überſeligen Gefühlen unbewußt eine geraume Zeit verflogen, als Winterfeld zu ihnen trat. Der Pfarrherr war unbe⸗ während einiger Minuten Zeuge dieſes rlöbniſſes geweſenüberzeugt, daß es das Glück zwei Menſchen begründete, die ſeinem Herzen ſo er waren. Dieſe Momente waren ihm zu heilig, ſeine Ankunft früher zu verrathen.

Anna warf ſich unter Thränen in ſeine Arme. Nimm ſtatt der Eltern Segen den meinigen, theure, liebe Schweſter! Sie ſchieden zu früh, um Dich glück⸗ lich zu ſehen, wie ſie es wünſchten, ſagte Winter⸗ eld nicht ohne Bewegung, als er ſich ſanft aus Anna's Armen losgemacht und, Feldern an ſein Herz drückend, wiederholte:Nimm auch Du jetzt, mein Bruder! meinen Segen für den Segen der Eltern und vergelte Anna die Liebe, die ſie mir bisher in ſo hohem Maße erwieſen. Gott möge Euch nun ferner eiten auf den Wegen, die Euch bisher nur zum Gu⸗ keen und Schönen geführt haben! Aber wirſt Du Dich denn nicht ganz einſam nd verlaſſen fühlen, mein Hermann, ohne mich, die

Winterfeld legte ſchmeichelnd die Hand auf der

Novellen⸗Zeitung.

Beiſpiele zu folgen.

cheln verbergend:Wie könnte ich mich verlaſſen fühlen, in der täglichen Nähe meiner Lieben! Und dann wer weiß, wie bald auch mir das Stündlein ſchlagen wird! Zu alt bin ich ja noch nicht, Eurem Aber die rechte Zeit iſt noch nicht für mich gekommen.

Du, mein lieber Winterfeld, wirſt auch noch die Frau nach Deinem Herzen finden, nur ſuchen darf man nicht nach ſolchem Schatze, ſagte Feldern ſcher⸗ zend, den Arm um Auna's Nacken legend. Vielleicht magſt Du Recht haben, Feldern! Das Sprüchwort: Suchet, ſo werdet Ihr finden, iſt bei Dir nicht zur Wahrheit geworden.. Noch lag ein weites Feld zu Erörterungen über Liebe und Freundſchaft den Glücklichen offen, als ein Bote des Inſpectors ſie unterbrach. Die verſam⸗ melte Gemeinde wünſchte den Gutsherrn bei einer wichtigen Berathung in ihrer Mitte zu ſehen. Die Liebenden mußten ſich für den Augenblick trennen. Der Abend aber hatte ſie wieder im traulichen Zim⸗ mer vereinigt. Manche der ſchönen Leſerinnen wird aus Erfahrung wiſſen, wie Vieles Neuverlobte am erſten Tage ihres Glückes ſich zu ſagen haben, und wenn es endlich auch nur durch Blicke geſchieht, die ja ſo beredte Dolmetſcher der Herzensſprache ſind, wenn die Worte anfangen zu fehlen! Schon man⸗ ches Geſtirn war am Himmelsbogen vorübergezogen, zweimal ſchon hatte der gewiſſenhafte Wächter am Rande des Parkes ſeinHört, ihr Herren ertöͤnen laſſen, und immer noch hatte Feldern der Geliebten einen neuen Plan zur Verſchönerung des Herrenhau⸗ ſes mitzutheilen, bis Winterfeld lächelnd an die Tren⸗ nung mahnte, mit Vorbehaltung der Fortſetzung für den künftigen Abend.

Sechs Wochen waren den Verlobten im raſchen Fluge vergangen, als mit der herannahenden Ernte⸗ zeit, wie jedes anderen gewiſſenhaften Landwirthes, auch Feldern's größere Thätigkeit und Aufmerkſamkeit in Anſpruch genommen wurde. Doch der Feierabend gehörte der Braut, und kein Morgen verging, ohne daß Anna des geliebten Mannes Morgengruß am Fenſter vernommen.

Nach der Arbeit iſt gut ruhen! lautet des Land⸗ mannes richtigſtes Sprüchwort. Deshalb feiert er auch, wenn der Segen der Ernte glücklich unter Dach iſt, mit beſonderer Vorliebe das ſchönſte der ländlichen Feſte, das Erntedankfeſt. Dieſes fiel in dieſem Jahre zufällig mit des Gutsherrn Geburts⸗ tage zuſammen.

Es war ſpät geworden am vorhergehenden Abend,

Schweſter zu ihm geneigtes Haupt und entgegnete, nen leichten Anflug von Schmerz unter einem Lä⸗

als Feldern ſich nach manchen die Doppelfeier des Tages betreffenden Verabredungen im Pfarrhauſe

ar Scweſter) Lebensgröße A wiſſen war 88 Inſpectors gel ſunde an den zuhänden. Ein beſeli dem Anblick de ihm, abs vernäh Gäläckvunſch zu ict abwenden men und ſtand en, als eine Geefuhle in An Kirchenglocken, Kn Pulſe ein von einem voll nen Liedes: Es war der ju wohl eingeübte Feier des Geb Feldern h mniit freundliche ſeinen Dank a ddes Bruders ei inn einem Glüc von denen ſie wege war. J. Iöpector herg nung gehalten Kroßes Bild, überreichte: 78 füllung des d Sir neine du iber mein W , eiſte Gabe, n erſeht gemi 1 Das ſchö Wärheit den Namen 4 7 *dir he eene Sihul