Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
706
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Novellen⸗Zeitung.

nur allein dazu wären, um die Steuern zu bezahlen.

Sonſt wußten wir wenig anders vom Recht und vom der Hand ging, wollte ihm heute nicht recht gelingen. 3 was die Gerichte uns aufſchrieben; jetzt, Bald hatte er hier, bald dort am unrechten Orte leſen, eine Schraube angeſteckt.

Geſetz, al da wir es aus den Büchern und Zeitungen kennen wir unſere Pflichten und thun gern darnach.

Dieſer einfachen, folgte ein neuer Toaſtauf das Wohl ſo intelligenten als humanen Gerichtsherrn!

So nahm das Feſt in heiterer Weiſe ſeinen Fort⸗ gang. Schulze,

* d

indem er an der Spitze der Schöppen ſch bei dem edeln Schloßherrn verabſchiedete, daß er vor 10 Jahren in ſo vornehmer Geſellſchaft kein

Wort würde gewagt haben; er glaubte aber, daß er

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heute, wenn auch nicht gar fein, doch Allen verſtän lich geſprochen hätte.

Daß Sie das gethan, lieber Herr Schulze, kann ich Ihnen bezeugen, ſagte der Pfarrherr in ſeiner Vertrauen erweckenden Redeweiſe,und das

macht der Fortſchritt, deſſen ſich die Gemeinde ſeit ſe befleißigt. Halten Sie ferner zum Herrn Ba⸗

on, wie dieſer zur Gemeine, und es wird Ihnen beſ⸗ er gehen mit jedem Jahre, und Kind und Kindes⸗ ind wird in vollem Maße die zunehmenden Segnun⸗ gen der wahren Bildung erkennen. Das Feſt war vorüber und ſchon mancher Tag 4 Whm gefolgt. Faſt keiner war vergangen, ohne daß Fel⸗ V ddeern, wenn auch nur für kurze Zeit, in der freundli⸗ chen Pfarrwohnung vorgeſprochen hätte. Der Weg dort vorüber war der nächſte, der in ſeine Feld⸗ narken führte, und gleich über den jenſeits des Wei⸗ ers liegenden Wieſen ragten ſchon die Kronen des görwaldes hervor, der von des Barons Jagdrevieren die nfänge bildete. Aber ſeit Kurzem waren dieſe Be⸗ iche ſeltner geworden; in der letzten Woche war 8 Feldern ſogar nur einmal im Pfarrhauſe geweſen. Als Winterfeld zweimal im Schloſſe nach ihm gefragt batte, hieß es:Der Herr dergnädige war der Dienerſchaft verbotenſind auf der Jagd! 4 Eines Tages, ſchon zur frühen Morgenſtunde, ſaß Feldern in einer Fenſterniſche ſeines Arbeitszim⸗

mers, beſchäftigt, Büchſen und Doppelgewehre in Ord⸗ nung zu bringen, die um ihn herſtanden. Vor d ihm ſtand ein ſchöner, brauner Jagdhund, der mit einen klugen Augen die Vorbereitungen zu einem Ausgange betrachtete, bei dem er ſeinem Herrn un⸗ entbehrlich war. Zwei kleine Dachsfänger lagen fried⸗

lich neben einander auf dem Teppiche vor dem Schreib⸗ tiſche. Außer dem Gutsinſpector war dieſes Klee⸗ bblatt nebſt einigen Singvögeln, die ein bequemes Unterkommen in einer Voliere hatten, ſeit Jahren des Barones einzige Geſellſchaft geweſen.

aber wohlverdienten Lobrede kannt haben. Feldern ſah nämlich mehr nach den des eben in der Morgenſonne blinkenden Fenſtern des freund⸗ lichen Pfarrhauſes am See, als auf die Percuſſions⸗ ſchrauben des in ſeinen Händen befindlichen neuen Jagd⸗ Als die Gäſte ſich endlich trennten, meinte der gewe pelläufer an die Seite, liebkoſte Diana, die ihn fort⸗ während im Auge behalten, und erhob ſich, um das

öffnet, und auf der Schwelle erſchien der Pfarrherr d⸗ mit friſchem, vietend.

er man den Jäger noch zu Hauſe treffen will.

Das Werk, welches Feldern ſonſt ſo raſch von

Der Beobachter würde auf en erſten Blick den Grund zu dieſem Vergreifen er⸗

hres. Unwillig über ſich ſelbſt, ſtellte er den Dop⸗

Zimmer zu verlaſſen. Da wurde raſch die Thür ge⸗

heiterem Geſicht, ſeinen Guten Morgen Das nenne ich zur glücklichen Stunde, ſagte lächelnd,ich ſehe, man muß früh kommen, wenn Lieber Feldern! fuhr er fort, dem Baron die Hand reichend ‚ich wollte ſelbſt von Dir hoͤren, was Dich ſo drin⸗ gend beſchäftigt, daß wir ſeit ſechs Tagen nicht mehr

als einen flüchtigen Gruß aus der Ferne von Dir

gehabt. Warum kamſt Du nicht einmal, uns Dein freundliches Geſicht in der Nähe zu zeigen?

Ich konnte nicht, erwiderte der Gefragte in ſichtlicher Verwirrung,weil nun weil es mir im eigenen Hauſe nicht gefällt, ſo oftich von Euch lieben Menſchen in meine Einſamkeit zurückkehre; ich fühle dann doppelt, daß mir Alles das fehlt, was

U rief jett Feldern Pfarrherrn gegeni 7 Dieſ

Amna?

auch wieder nicht, rungen über das al ſige Streben der uf. Du ſiehſt zun üftern ohne iber Dich gefällt, Herzen zur CEhre Aber wie! Nun eben hochſchätzt und di Ich möchte zem Herzen, oh dielleccht nimmt mi vom Hetzen. um das zu Auna ſelbſt frag ihres Herzens Mei

Euch beglückt, um das ich Euch beneiden könnte, wenn kein Unrecht darin läge.*

Und was wäre das Alles? fragte Winterfeld lächelnd, indem er neben Feldern den Sitz auf dem Divan einnahm.Ich weiß doch aus früherer Erfah⸗ rung, daß Du im Ganzen in Deinen Wünſchen ſehr beſcheiden biſt..

Ob aber auch diesmal? darüber magſt Du

hernach ſelbſt entſcheiden. Ich vermiſſe bei mir die ſorgſame Hand, das zarte Gemüth eines weiblichen Weſens, das, wie Anna, Deine herrliche Schweſter, Dir das Haus wie zu einem Paradieſe macht.

Ach, iſt es das, was Dir fehlt, dann rathe ich Dir, baldigſt unter den ſchönen Töchtern des Landes, der Hauptſtadt, nach einem Schutzgeiſt Dich

zuerſt in

umzuſehen. Einem in jeder Hinſicht ſo wackeren Manne, wie Du biſt, ohne Dir eine Schmeichelei zu ſagen kann es nicht eben ſchwer fallen eine

Gefährtin nach ſeinem Herzen zu finden!

Meinſt Du wirklich, das ſei ſo ganz leicht? Du kennſt aus früherer Zeit meine Anforderungen an eine Gattin, an eine Gefährtin für das ganze Leben,

Schweſter. Das Syiegel ihrer See ibren innem Wer Uebereinſtimmung den ſie ſich geſchaf Ken. Im Uebrige di nur ſagen, wünde ſe nicht ha Pleg d Armen ohne daß ich bis hatte, Da fiſt veil es nach ihre lle dieſe Detai Kößeren von D Ich thue! iber meine Krä nal uͤbernommer das eben 6 Rüifteten ieſer Eikenntni trehrung,

d derma⸗