Eine Audienz. Der unermüdliche Reiſende Richard Burton erzählt in
ſeinem neueſten Reiſewerk„Abeokuta and the Camoroons
intereſſante Einzelnheiten von ſeinen Wande⸗ rungen im äquatorialen Afrika. Wir erwähnen hiervon einer im„Ausland“ geſchilderten Audienz, welche ihm und ſeinen Gefährten von dem König von Abeokuta gewährt wurde. Deſſen Palaſt, ein verwittertes Lehmgebäude mit ſeichten Veranden, nimmt in Abeokuta genau den gleichen niedrigen Rang ein, wie der St. Jamespalaſt in London. Die Ve⸗
3 randa des afrikaniſchen Palaſtes war durch Seitenwände in Logen geſchieden und drei der mittleren Logen durch Vorhänge von einheimiſchem Stoffe, die telloge dagegen außerdem durch einen alten Brocat, und obendrein durch einen ſchar— lachnen Sammetvorhang verſchloſſen. Dort harrten bei An⸗ kunft der Engländer bereits die Magnaten der aufgehenden Nirgends, geſteht Burton, habe er eine ſo reiche Sammlung von auserleſener Ni derträchtigkeit in Schädeln und Geſichtern geſehen als bei dieſem Hofſtaate Abeokuta's. Da ſich die Vorhänge nicht heben wollten und die Engländer ungeduldig wurden, brachte man einen Tiſch, bedeckte ihn mit einer ungewaſchenen ein eine Anzahl von Brann
Mountains“
1d Sonne.
heimiſchen Serviette und ſtellte darauf tweinen, welche die herkömmliche Mi⸗ ſchung von Vitriol, Terpentin und aqua pura enthielten, bis endlich auch die Vorhänge von einem vertrauten Sclaven aufgezogenwurden. Se. Majeſtät zeigte ſich hinter einem Käfiggitter wie ein Menagerieexemplar, und war umgeben von Frauen und Kindern, wahrſcheinlich der königlichen Fa⸗ milie, welche aus 50 älteren und 12 jüngeren Gemahlinnen beſtehen ſoll. Die zeitweilige Lieblingsdame fächelte ihm Luft zu mit einem Stück haariger Kuhhaut, das an einem rohen Griff befeſtigt war. Se. Majeſtät Okukeno, der Alake von Abeokuta, ſollte 60 bis 70 Jahre alt ſein, doch hielten ihn die Engländer, da er nirgends Runzeln zeigte, nur für einen Fünfziger. Sein Haupthaar, das theilweiſe glatt geſchoren war, ſo wie ſein Bart waren bereits ergraut. Sonſt war er groß und ſtark und erblindet auf einem Auge, weil er unklu⸗ gerweiſe während der Schlichtung eines Raufhandels einen Stein damit aufgefangen hatte. Da ihm alle obern Zähne, mit Ausnahme der Hundszähne, abhanden gekommen waren, ſo erzielte er dadurch eine ziemlich gelungene Aehnlichkeit mit einem ldſchweinskopf, nur fehlte die Citrone zwiſchen den Kiefern, ſtatt deren er aber, da er in Folge des ſtarken Ge⸗ brauchs von Schnupftabak die vorderen Schneidezähne verlo⸗ ren hatte, die Zungenſpitze vorhängen zu laſſen pflegte. Seine einzige ſichtbare Kleidung beſtand in einem Gewande von
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Novellen⸗Zeitung.
4„ c*„1, Trauel Ein anderthalbſtündiger Weg führt durch Oelhaine und weißer gewäſſerter Seide mit breiten feuerrothen Streifen. dieſe uth benaſ Weingärten zu den nur von Geſtrüpp und duftenden Kräu⸗ Das„Palaver“ oder die Audienz glich allen afrikaniſchen delne Anach tern gedeckten Felſenhöhen, auf derer höchſter Spitze das kleine Schauſtücken, nur daß während der Vorſtellung einmal der wo ihes 1 fache, Fort Montalban liegt. Von hier überſchweift der Blick un- Vorhang fiel, weil Se. Majeſtät— ſchnupfen wollte. Es Brfer gſn gehindert die Küſte der Provence bis zu dem Golf von Fre⸗ gilt nämlich, wie an ſo vielen anderen afrikaniſchen Höfen, in dn Birunſti jus und noch weiter hinaus. Zerfallene Wartthürme krönen Abeokuta als todeswürdiges Verbrechen den Monarchen trin⸗ dirnögen 1. die Spitzen einzelner Uferfelſen, tief unten öſtlich ſchimmert(ken oder eſſen zu ſehen, und das Schnupfen wird unter die achſfndi Lilir ſeinen Zinnen und Thürmchen, und weiter Mahlzeiten gerechnet, weil der Schnupftabak nämlich nicht Londn ſt h . öſtlich ſchl das kleine Städtchen Monaco auf einem in's wie bei den civiliſirten Nationen auf dem Umweg durch die drltu d e Meer ſpringenden Felſen die Ausſi Auf dem Wege be- Naſe, ſondern auf dem kürzeren Wege durch den Mund in um ide er gegneten mir zahlreiche Landleute r und Kinder, die den Magen gelangt, nachdem er zwiſchen Lippen und Zahn⸗ dut Folen Ken 1 mit Holzvorräthen, und Lebensmi ler Art zur Stadt fleiſch ausgeſogen worden iſt. Während des„Palavers“ tine doä zogen. Auffallend war mir dal keines grüßte oder entleerte ſich Akpeſi, Fürſt von Ikemta, der berühmteſte poli⸗ igxes Vaner auch nur meinen Gruß anders als durch ein befremdetes Auf⸗ tiſche Redner Abeokuta's, eines langen Discurſes, der jedoch wo ſie ſür A ſtarren erwiderte.„. nichts Geſchäftliches berührte, ſondern nur aus leerem Ge⸗ werden. oe di ſchwätz beſtand, was ja den Discurſen„berühmter politiſcher unterſchidet d Redner“ civiliſirter Nationen mitunter auch begegnet. Nach Nationen.
einem Trunk aus den Schnapsflaſchen wurde die Audienz aufgehoben und die Fremden wurden mit einem fürſtlichen
lish Experiences“ von denſelben das folgende Bild:
Morgen Landes oder eines kleinen Pächters, eines Profeſſors,
Miſſion zu erfüj aufgabe machen
8 4;— 4..:;; dieſes unrlu Geſchenk, beſtehend aus einem Schafe, einer Ziege und einem kann diſſs ue⸗
Sack mit dort das Gelds vertretenden Kaurimuſcheln, im ches ihre volli Werthe von 4 Thlr. 25 Ngr., allergnädigſt entlaſſen. Ihxe Augen ſind 4— e. und ihre ganze
— des Mittagswat
Au dieſem Gr
Die Frauen in Polen. Fun änander
Bullock entwirft in den von ihm veröffentlichten„Po⸗ Martha der he
der deutſchen Dinge doch aut
Was die polniſchen Frauen anbetrifft, von denen man in Deutſchland oft verächtlich ſprechen hört, ſo kann ich blos Gedicht„Ehret! ſagen, daß ich mich, nach einer langen Erfahrung ihrer Cha⸗ ausgedll
raktere unter gewöhnlichen und außergewöhnlichen Umſtänden, nicht länger über den Einfluß wundre, den ſie über die Män⸗ ner ausüben. Sie ſind nicht ganz ſo reizend wie die Fran⸗ zöſinnen, oder bezaubernd wie die Frauen in Spanien und. Italien, es iſt aber etwas Unerklärbares um ſie her verbrei⸗ tet, was ſie unwiderſtehlich intereſſant macht. Vielleicht werde ich meine Meinung am beſten ausdrücken, wenn ich ſage, daß man in ihnen alle jene Eigenſchaften vereinigt fin⸗ det, die in dem Worte„Frau“ zuſammen gefaßt werden. Und dabei ſpreche ich durchaus von keiner beſondern Claſſe, ſondern von den polniſchen Frauen im allgemeinen, mögen ſie Frauen oder Töchter eines Gutsbeſitzers von 100,000
Ludwig X empfindlich, doch aufgetragen wur wortung der Fu des Königs?“ auf dem Progra
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eines Arztes oder eines Handelsmanns ſein. Es mag ſein, daß die Zärtlichkeit ihres Charakters durch ihre gewöhnlichſte
Beſchäftigung im letzten Jahr, welche darin beſtand, Kranke gejüll hoben ſl und Verwundete zu verpflegen, in einem ungewöhnlichen Grade erhöht wurde, aber ich kann nur ſagen, daß der allge⸗ Anna hü
meine Eindruck, den ich von dort mitgenommen habe, iſt: die Beſchwerde einer Reiſe nach Polen wird reichlich durch das Vergnügen bezahlt, dort Weiblichkeit in ihrer intereſſan⸗ V teſten Entwicklung ſtudiren zu können. Hätte ich Polen in ter/ ich geſe glücklichern Zeiten beſucht, wo Warſchau eine der heiterſten wante undb Hauptſtädte in Europa geweſen ſein ſoll, ſo möchte mein Ur⸗ uf 4 4 theilsſpruch ein anderer geweſen ſein, doch wie hätte ich um⸗„
nicht tief mit ihnen zu ſympathiſiren, da ich ale
— die ſie wegen der Eyie⸗
drigung ihres Vaterlandes angelegt hatten und fortfahrel als Dahei
er noch ein/Kir vaker ähylich;
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hätte ich nicht Unwillen gegen die Unterdrücker un mit den Unterdrückten fühlen ſollten, wenn ich a
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