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C.
von Nizzas Orientirung feſſer iſt ge⸗ fern von Ue⸗
deeres! ent⸗ ern geſehen. Meer, ihren en an, daß
eute iſt ſhn
Vierte
wieder ein Feſttag und alle Läden geſchleſſen, alle Promena⸗ den und Cafes gefüllt. Ein dreifacher Gebirgsgürtel ſchützt dieſes paradieſiſche Fleckchen Erde faſt das ganze Jahr hindurch gegen alle Rauhheit der Witterung und Luft, und verleiht ihm jene Milde des Klima's, der die Leidenden aus allen Theilen der Welt zuſtrömen. Doch ſagt man mir, daß auch hier erſt ſeit vorgeſtern das ſchlechte Wetter und der ſcharfe Mi⸗ ſtral aufgehört haben, gegen den alſo doch Nizza nicht völlig geſchirmt iſt. Noch vor zwei Tagen hat es auf den Gebir⸗ gen ſtark geſchneit. In der Ebene ſelbſt, in welcher die Stadt liegt, fällt niemals Schnee. Die Vegetation iſt völlig ſüdlich, und ich glaube es gern, daß ſie in ganz Italien nur an der Neapels ihres Gleichen findet. Die Stadt, welche einige zwanzigtauſend Einwohner zählt, iſt außerordentlich lebhaft, obſchon gegenwärtig bereits die meiſten Fremden ſie verlaſſen haben. Denn die eigentliche Saiſon für Nizza fällt in die Monate vom October bis April.*)
Der Abendſpaziergang am Meere iſt zauberhaft. Zwei hohe Terraſſen, zu denen ſtattliche Marmortreppen hinauf⸗ führen, ziehen ſich an ſeinem Ufer hin, an den Bruſtwehren derſelben ſteigen die Schornſteine der darunter befindlichen Wohnungen, Cafés und Boutiken als kleine, weiße Thürm⸗ chen empor. Der Abend war köſtlich, die Luft ſo rein, daß der Blick, über die ſpiegelglatte Fläche des blauen Meeres gleitend, die fernen Umriſſe der Küſten von Corſika wahrneh⸗ men konnte. Am Strande zogen Fiſcher mit lautem Geſchrei ihre Netze. Unten in den dichtſchattigen Alleengängen der Corſoſtraße ſpielte die Militärmuſik Ouverture ſund Barca⸗ rolen aus der Stummen. Oben auf der Terraſſe rauſchte und ſchwirrte die promenirende Geſellſchaft, Franzoſen,
sen, Engländer und Italiener, an mir vorüber, doch ver⸗
mich keinen deutſchen Laut. Die Einwohner ſelbſt reden
ein Patois aus franzöſiſchen und italieniſchen Elementen häß⸗ lich gemiſcht.
Von dem Hafen aus führt ein breiter, in ſanften Krümmungen gelind anſteigender Weg zu dem alten zerſtör⸗ ten Grafenſchloſſe, deſſen Ruinen den Gipfel des Berges krö⸗ nen. Von unten aus geſehen, erſcheint der letztere nackt und kahl. Um ſo angenehmer überraſcht ſah ich mich, oben ange⸗ langt, von den ſorgfältigſten Anpflanzungen und ſchönſten Gartenaulagen umgeben, Cypreſſen und Pinien, Akazien und ſpaniſcher Flieder wechſelten mit Caruben und Feigen, Man⸗ delbäumen und Dattelpalmen. Ungeheure Cactus, rieſige Aloen mit ſechs Fuß langen Stachelblättern heben wuchernd ihre fetten maſſigen Bildungen zwiſchen Mauertrümmern und Felsgeklipp empor. Oben auf dem Felſen iſt ein Pla⸗ teau mit der ſchönſten Wieſe. Das friſchgemähte Heu duf⸗ tete lieblich aus dichten Haufen. Mais c'est curieux! une prairie à la hauteur d'un rocher! rief ein alter Herr aus. Jahre lang lebte er ſchon in Nizza und noch nie zuvor hatte er dieſen nächſten und ſchönſten Punkt der Stadt beſucht!
Auf der dem Meere zugewandten Seite liegt ein Fort zum Schutze des Hafens. Von hier aus überſieht man die Lage der Stadt. Hinter und vor dem uralten, enggaſſigen hochgegiebelten Häuſerkerne des alten Nizza erheben ſich, ſüd⸗ lich am Meere und nördlich gegen die erſten Hügel hin, die aläſte zund Fremdenhötels des neuen. Die erſte der vier⸗ ſrhen Bergreihen, welche im Halbmonde Stadt und Bucht
umſhleßen, iſt bis oben hinauf mit Oelbaumwäldern
„
Autor beſuchte es im Mai, und bei ſeinem Lobe des Klimas aan unſere oben ausgeſprochenen einſchränkenden Bemerkun⸗ längerer Beobachtung beruhn. Anm. d. Redact.
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erinnern
gen, die a
Folge. 701 Weinbergen, Gärten und Landhäuſern bedeckt. Hinter und über dieſer Hügelkette erheben ſich amphitheatraliſch höher und höher noch drei verſchiedene Bergzüge übereinander, bis zuletzt die Schneegipfel der Seealpen die Ausſicht abſchlie⸗ ßen. Das von den Bergen ſtürzende Quell-, Schnee- und Regenwaſſer ergießt ſich in ein breites, ſteiniges Bette, das innerhalb der Stadt mit Kais und Baumgängen eingefaßt und von drei Brücken überſpannt, die Waſſer untißſdem Namen des Paglione dem Meere zuführt.—
Der Abend war unbeſchreiblich ſchön. Die Stadt zu meinen Füßen ſtiller als ſonſt, denn faſt die halbe Bevölke⸗ rung war ausgeflogen zur Féôte de Var nach St. Laurent. Das Geräuſch des Hafens tief unter mir drang nicht hinauf zu dieſer Höhe, nur das dumpfe Donnern des Meeres, deſſen Wogenanprall den Fuß des Felſenrieſen wäſcht, ließ ſich in gemeſſenen Schlägen vernehmen. Gegen die Stadt hin auf dem Rücken des Felſen iſt ein unbeſchreiblich melancholiſches Plätzchen: hohes Gras mit duftenden Gebirgskräutern un⸗ ter dichten Cypreſſen umflüſtert die Ruheſtätten der fremden Pilger, welche hier die volle Erlöſung von allen Leiden fanden. Ferne Segel leuchteten im Golde der ſinkenden Sonne pur— purnen Scheins auf der unendlichen Meeresfläche. Wer in tiefruhiger Einſamkeit Horaziſches„Vergeſſen und Vergeſſen⸗ werden“ ſucht— hier iſt es zu finden. Fiſcher in rother phrygiſcher Mütze, die braunen Leiber halbnackt, ziehen mit ſingendem Geſchrei in langen Reihen ihre Netze zu Lande, Kinder und Weiber ſammeln jubelnd den Fang, und das iſt Alles, wie es vor Jahrtauſenden geweſen ſein wird, als die griechiſchen Urahnen dieſer Fiſcher das alte Nikäa gründeten.
Nizza iſt ein Geſundheits- aber kein Badeort, wenig— ſtens bemerke ich nirgends Vorrichtungen zu Seebädern, und der Strand iſt ohne dergleichen nirgends zum Baden geeig⸗ net. Die Bewohner von Nizza, außer den ureingebornen Fiſchern, die eine eigene, ſtrenggeſonderte Kaſte bilden, ſind meiſt eingewanderte Italiener, Franzoſen, Schweizer und Juden. Die Frauen ſind im Allgemeinen nicht ſchön, ich ſah bisher nur ein einziges Geſicht, welches dafür gelten konnte. Geiſtliche überall, auf allen Spaziergängen, in allen Café's in der langen, bis auf die Knöchel reichenden, ſchwar⸗ zen Tracht, die ſeidenen Schleppen unter dem Arme wegge⸗ zogen, dreieckig platte Hüte, feine Geſichter darunter. Auch an Kapuzinern in ihren ſchmutzigen braunen Kutten fehlt es nicht.— Das gemeine Volk iſt von ſchreiender Lebhaftigkeit, neugierig wie die Kinder. Den Fang dieſer kleinen Meer⸗ fiſche haben ſie tauſendmal geſehen, aber doch drängt ſich, ſo⸗ bald ein Netz gezogen wird, Alles, was in der Nähe iſt, heran, als gäbe es ein unerhörtes Neues zu ſchauen. Dies Schau⸗ ſpiel, ſowie die herrliche Bewegung der in der Brandung ge⸗ ſchaukelten Boote, die nackten, breitbrüſtigen Geſtalten der Fiſcher, das bunte Getreibe um ſie her, alles leuchtend in der ſonnigen, kryſtallklaren Luft im Wiederſcheine des„veil⸗ chenfarbenen“ Meeres, deſſen Purpurſchimmer im ewigen Wechſel tauſend neue Farbentinten bildet— gäbe einem Landſchafts⸗ und Genremaler die herlichſten Studien, wie es meinen Augen einen immer neuen Genuß gewährt.
V Die Ueberbleibſel römiſcher Bauwerke zu St. CEimier, V unter denen auch Trümmer eines Amphitheaters, wollen ge⸗ gen das, was ich von dergleichen in Arles geſehen, wenig be⸗ deuten. Belohnender fand ich einen Spazierritt von einigen (Stunden, den ich geſtern in aller Frühe nach den Höhen un⸗ ternahm, welche die kleine, höchſt romantiſch gelegene Hafen⸗ ſtadt Villafranca beherrſchen. 3


