Jahrgang 
27-52 (1864)
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hatte nicht das Mindeſte verloren. Sie war dem Doctor Devine dankbar ſie beſchenkte ihn mit einer großen Geldſumme und gab ihm von neuem die Ver⸗ ſicherung, daß ſeine Gattin vierundzwanzig Stunden nach des Königs Ankunft begnadigt und in Freiheit geſetzt ſein ſollte. Der Mulatte genas ebenfalls. Es ſcheint ſich daraus der Schluß ziehen zu laſſen, daß der ſogenannte Charlatan⸗Doctor in ſeiner Be⸗ handlung der Kinderblattern und anderer Krankheiten des Bluts der mediciniſchen Wiſſenſchaft ſeiner Zeit vorausgeeilt und wirklich ein ſehr geſchickter Arzt war. Doctor Devine fährt in ſeinem Journal dann fort:Mein Herz iſt vor Ungeduld zerriſſen. Der König befindet ſich ſeit achtundvierzig Stunden in ſeinem Palaſte, und Madame Dubarry hat mir ver⸗ ſprochen, meine Gattin ſolle in vierundzwanzig Stun⸗ den in Freiheit geſetzt ſein. Was ſoll ich davon denken? Kann es nicht möglich ſeiu, daß Seine Ma⸗ jeſtät Le petit Trianon noch nicht beſucht habe? daß irgend eine neue Favoritin Madame Dubarry von ihrem Throne herabgeſtoßen und ihre Stelle in

der Zuneigung des Königs uſurpirt habe? Das würde

ſchrecklich, unheilvoll ſein. Doch nein unmöglich! Freude! Entzücken! Ich in meiner Hand, drei koſtbare Zeilen, welche mich blenden. Jetzt ſind ſie goldfarbig, nun ſcharlachroth,

dann himmelblau. Sie lauten:

Die königliche Begnadigung Ihrer Gattin iſt unterſiegelt und an den Gouverneur von La Force

der Befehl abgeſandt worden, Madame Devine in

Freiheit zu ſetzen. Sie werden am beſten thun, ſich

ohne Verzug ſelbſt in dem Gefängniß einzufinden; Ihre Gattin erwartet Sie. Das geſchriebene Ver⸗

ſprechen muß mir durch eine ſichere Hand zurückgege⸗ gangenen, die er im Leben ſo heiß liebte und der er

ben werden. Dieſes koſtbare Billet führte keine Unterſchrift und war mit verſtellter Handſchrift geſchrieben. Ba⸗

Feui Nizza.

Auch in dieſem Spätherbſt wendet ſich der Fremdenzug ganz beſonders nach den ſchönen und beliebten Küſtenfluren von Nizza, und bei den vielen Lobpreiſungen dieſes Eldorado, die in öffentlichen Blättern enthalten ſind, wird doch das Charakteriſtiſche gewöhnlich vergeſſen. Allerdings iſt es reizend in Nizza und das Klima auch ſehr geſund und zwar beſonders für nicht ſehr empfindliche Naturen, denen Belag⸗ gio, Piſa, Meran, Montreux freilich paſſender iſt, weil dieſe Orte nicht an ſcharfen Winden und Wetterumſchlag leiden.

halte ein Billet

tödtlicher. Er

Novellen⸗Zeitung

gatelle! Der große Zweck iſt erreicht. nuten wird meine geliebte Joſephine men liegen, der Freiheit, der Liebe, dem Glück zu⸗ rückgegeben ſein. Ich gebe Philipp zehn Minuten, mit der Kutſche bereit zu ſein. Bon garçon! er hat es in noch kürzerer Zeit gethan. Je sors!

Madame Devine an allen Gliedern zitternd, halb ohnmächtig, verſtört, von dieſer plötzlichen Verände⸗ rung ihres Geſchicks ganz betäubt, wurde ihrem Gat⸗ ten zurückgegeben. Er war vor Entzücken ganz außer ſich und fuhr mit ihr nach einer reizenden Wohnung, die er in der Umgegend von Paris gemiethet und L'Elyſée benannt hatte. Devine konnte mit Recht ſagen, ſeine Gattin mit einer Pille erkauft zu haben Die immer wechſelnde und launenhafte Gunſt des Publicums blieb der pilule divine nicht treu, dauerte aber doch lange genug, um das nach ſo ſchweren Kämpfen endlich vereinigte Paar reich zu machen. Die wirklichen Thatſachen der Vergiftung des Herrn d'Eſtrées kamen an den Tag. Cazo geſtand ſeine Schuld auf ſeinem Todtenbette. Er und Fanchette hatten ſich geheirathet; ſie ſtarb eines ſehr ſchmerz⸗ lichen Todes vom Feuer. Madame Devine ſtarb in den Armen ihres Gatten, doch nur zwei Tage vor ihm. Ruhig und ſchmerzlos hauchte ſie ihren letzten Athem aus. Der Schlag war für ihren Gatten ein wollte nicht mehr von dem Stuhle aufſtehen, auf dem er geſeſſen hatte, als er die Ster⸗ bende zum letzten Mal an ſeine Bruſt gedrückt hatte. Er wollte den Deckel des Sarges, in dem der Leich⸗ nam der theuern Verblichenen lag, nicht zuſchrau⸗

In wenig Mi⸗ in meinen Ar⸗

ben laſſen, und ſein Blick war fortdauernd auf das

todte Geſicht gerichtet, bis, wie bereits erwähnt, der Todesengel ihn für immer mit der ihm Vorange⸗

auch im Tode folgte, vereinigte. C.

lleton.

Ein ſehr treffendes Bild entwarf Stahr von Nizza's Natur, und wir möchten es hier zur ruhigen Orientirung wieder in den Vordergrund rücken. Der Verfaſſer iſt ge⸗ wiß nicht ohne Wärme, aber er hält ſich auch fern von Ue⸗ berſchätzung.

Welch ein Blau dieſes mittelländiſchen Meeres! ent⸗ zückend, unglaublich für den, der es nur in Bildern geſehen. Und wie genießen dieſe Menſchen ihre Luft, ihr Meer, ihren Himmel! Man ſieht es allen, auch den ärmſten an, daß ihnen wohl dabei iſt. Geſtern war Sonntag, heute iſt ihan

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