Jahrgang 
27-52 (1864)
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gament, ſpricht einige Worte mit den beiden Herren in der Kutſche und reitet dann ſchnell nach dem Schaffot. Während dies vor ſich ging, kalt wie ein Stein, ſteif wie höre, aber wie in einem Traume, nicht körperlichen Augen und Ohren. Ich ſah Joſephinen losbinden und ſie der Sorge des übergeben, und zwei bürgerliche Beamte, welche gehol⸗ fen hatten, ſie die Treppe Schaffots hinauf zu tragen, unterſtützten ſie jetzt, um ſie mitten durch eine getäuſchte Menge, welche die gräulichſten Ver⸗ wünſchungen ausſtieß, nach dem Karren zurückzubrin⸗ gen. Ich höre, ich ſehe nicht mehr. Im Augenblick, wo die Begn Wixun ausgeſprochen wurde, erlange ich mein volles Bewußtſein die Gewißheit, daß ich nicht dirzu habe, wieder, aber nur um das wieder erlangte Bewußtſein ſchnell wieder zu verlieren, und ich werde von dem guten Tricard ſicher aus der Menge herausgetragen. Herr Courtrai hatte durch die freundliche Vermittlung des Fürſten de la Tour d'Auvergne für Madame d'Eſtrées nicht nur den Erlaß der Todesſtrafe erlangt, ſondern auch, daß ſie, anſtatt auf Lebenszeit nach Toulon oder Breſt auf die Galeeren verbannt zu werden, was gewöhnlich hinſichtlich der zum Tode Verurtheilten, denen dieſe Strafe erlaſſen wurde, geſchah, in das Gefänguiß La Force in Paris verſetzt werden ſollte. Das war eine große ganz ungewöhnliche Gunſt, die nur dem Umſtande zu verdanken war, daß der Fürſt de la Tour d'Auvergne zuletzt dahin gebracht wurde an die Unſchuld der Verurtheilten zu glauben, oder richtiger geſagt, ihre Schuld zu bezweifeln, worauf er dann ihre Begnadigung ſo dringend befürwortete, bis dieſe große Milderung ihrer Strafe von dem König be⸗ willigt war. Es war folglich nur einfaches Gefäng⸗ niß, wozu Madame d'Eſtrées ſchließlich verurtheilt wurde; und in La Force konnte ſie mit vielen Din gen und Speiſen verſorgt werden, die ihren Zuſtand dort erleichterten und mit denen ſie zu verſehen ihre Freunde geneigt waren.

mit meinen den Henker

des

Zwei Tage ſpäter ließ ſich der verliebte Devine mit der Frau trauen, die er eben von dem Beil und dem Rade gerettet hatte. Er heirathete ſie, obwohl ſie im Gefängniß, unbegnadigt blos zu einer mil Monatlich einmal die ſo heiß von ihm geliebte Gattin in ihrem

dereu Strafe zugelaſſen war. durfte er

wurde ich der Tod ich ſehe und

Prieſters

Gefängniß ſehen, doch ſtets nur auf einige Minuten

und in Gegenwart einer dritten Perſon.

Doctor Devine denn er vollendete ſeine Stu⸗ dien in der Ecole de Medecine und erhielt ſein Di⸗ plom als Doctor begann nun mit einer unerſchrock⸗

nen Energie einen neuen Kampf, um den Ruf ſeiner

Novellen⸗Zeitung.

Gattin von der auf ihr laſtenden Beſchuldigung zu reinigen und ihre Entlaſſung aus dem Gefängniſſe zu bewirken. Um dieſe Zeit ſtarb ſein Stiefvater Tricard, welcher ihm ein großes Vermögen hinterließ, und eben ſo vermachte ihm Herr Courtrai, der kurz nachher von dieſer Erde abberufen wurde, ein Legat von 30,000 Francs. Devine hatte ſich in dieſer Zeit überzeugt, daß Gold und allein Gold,Gold in Haufen, die Gefängnißthüren für die von ihm an⸗ gebetete Gattin öffnen würde, die nun ſeit acht Jah⸗ ren im Gefängniſſe ſchmachtete. Der franzöſiſche Hof war durch und durch faul, laſterhaft, ausſchweifend. Mit Gold war eben ſo wohl Gerechtigkeit wie Gnade zu erkaufen. Zugleich bediente Devine ſich ſeiner wirklich großen mediciniſchen Kenntniſſe zum Charla⸗ tanismus, wie früher Paracelſus und andere ausge⸗ zeichnete Männer es gethan hatten. Er ſelbſt ſagt darüber:Ich hatte den geſetzlichen Weg befolgt und ſtarb dabei faſt vor Hunger; und deshalb ſchlug ich den ungeſetzlichen ein. Seine erſte große Ent⸗ deckung als Charlatan war die pilule divine(die göttliche Pille),der zweite Buchſtabe in divine aber ſo geformt, daß ich in einem Gerichtshofe, wie es ſich ſpäter wirklich zutrug, ſagen konnte, es heiße Devine's

Pille. Dieſe Pillen machten ein außerordentliches Glück, und durch ſie wurde ihr Erfinder ein reicher Mann. Als die Kinderblattern ausbrachen, an de⸗

nen Ludwig XV. ſpäter ſtarb, war Devine der Held des Tages. Seine Pillen und ſeine Behandlung waren von allen Seiten geſucht. Die ſchöne und ein⸗ flußreiche Dubarry, die Geliebte des Königs, ſchickte nach ihm; ihr Mulatte war an dieſer Seuche er⸗ krankt. Devine verſprach, den armen Schwarzen, auf den die Dubarry große Stücke hielt, zu retten. Die ſchöne Dame aber war ſelbſt von der Kraukheit an⸗ geſteckt. Devine ſah ſie während ihrer Unterhaltung ſcharf an, und nachdem ſie ihm erlaubt hatte ihren Puls zu fühlen und ihre Zunge zu ſehen, kündigte er die Thatſache der Venus an, welche darüber bis zum Tode erſchrak. Er wollte ſie aber ebenfalls heilen, doch nur unter Bedingungen. Unter welchen Bedin⸗ gungen? Daß ſie ſich anheiſchig mache, die Begnadi⸗ Lung des Königs für Madame Devine zu bewirken.

Das Verſprechen wurde gegeben, er verlangte daſſelbe aber ſchriftlich zu beſitzen. Ein mündliches Verſpre⸗ chen konnte vergeſſen werden, und Devine war ent⸗ ſchloſſen, die ſich ihm jetzt darbietende Gelegenheit, die Freiheit ſeiner Gattin zu erlangen, nicht unbe⸗ nutzt vorübergehen zu laſſen. Er ſelbſt erzählt die deshalb geführte Unterhandlung in folgenden Worten:

8. 1* Dieſen Verlangen war vielleicht von meiner Seite ungeſchickt. Madame Dubarry war mit Compli⸗

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