Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
697
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Grnppen von Männern und Frauen ſtrömten in die Stadt, die begierig waren, ſich einen möglichſt nahen Platz bei dem Schauſpiele zu ſichern, das Punkt zehn Uhr ſtatt finden ſollte. Wir hatten ſeit der Abreiſe des Herrn Courtrai nach Paris noch nichts von ihm vernommen, und ich ging in der größten Verzweif⸗ lung auf und ab. Durch den Herrn Portalis ließen

wie die Behörden dringend erſuchen, die Hinrichtung auf einige Stunden zu verſchieben, und die Bitte Anſtatt um 10 Uhr ſollte die

wurde uns gewährt. Hinrichtung erſt um zwei Uhr ſtatt finden, was den Leuten, die vom Lande herbeigeſtrömt waren, einen großen Aerger verurſachte. Ihr Unwille ſtieg zu einer fieberhaften Hitze, als kurz nach zehn Uhr der klare blaue Himmel ſich mit Wolken bedeckte, die im mer ſchwärzer und dichter wurden, und ſich bald in einem heftigen Regen ergoſſen, der ganz das Anſehen hatte, als werde er wenigſtens einige Stunden an halten. Ich war nicht im Stande geweſen, mit Ma⸗ dame d'Eſtrées ſeit ihrer Verurtheilung eine Unter⸗ redung zu erlangen. Nur einem Prieſter war es er⸗ laubt, ſie zu ſehen. Pater Duchèsne war ein wür diger Mann mit einem ſehr warmen Herzen. Er ſympathiſirte mit mir in meinem ſchrecklichen Elend und übernahm es willig, der Unglücklichen ein Billet

bberreichen, worin ich ihr wiſſen ließ, daß weder Kalte noch Mangel an Anſtrengung von meiner Seite die Schuld daran trügen, daß ich ſie nicht perſönlich beſuchte und mich bemühte, ſie in den traurigen Ta⸗ gen, die ſie jetzt erlebte, zu tröſten. Pater Duchésne ſagte bei dieſer Gelegenheit zu mir:Mein junger Freund, es iſt vielleicht recht gut, daß man Ihnen nicht erlaubt hat, Madame d'Eſtrées zu ſehen. s würde Ihnen nur Marter verurſacht und ihre Ver⸗ zweiflung vermehrt haben. Sie iſt vollkommen zer⸗ ſchlagen und vom Schrecken gelähmt. Für religiöſen Troſt iſt ſie taub, nicht aus Mangel an Frömmigkeit, ſondern weil ihr Geiſt von dem Schrecken ganz uͤber⸗ wältigt iſt. Sie hat nie auch nur für einen Augen⸗ blick Ihre Aufrichtigkeit, Ihre Ergebenheit für ſie be⸗

zweifelt. Ich habe nie eine ähnliche peinliche Pflicht zu erfüllen gehabt. Ich kann nur mit ihr weinen und für ſie beten!

Es hat ein Uhr geſchlagen; der Regen ergießt ſich noch fortwährend in Strömen, doch das Gedränge um das Schaffot herum blutdürſtiges Vieh! mindert ſich nicht. Was mich ſelbſt betrifft, ſo iſt mein Herz nicht blos voller Wuth, ſondern mein Ge⸗ hirn iſt auch voll Blasphemie. Ich bezweifle die Güte, die Gerechtigkeit Gottes. Es konnte keinen allmächtigen, barmherzigen Vater geben, wenn ein ſol⸗ V

ches Verbrechen wie der geſetzliche Mord dieſer un⸗

Vierte Folge.

ihre Stimmen

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ſchuldigen Frau ſtattfand. Welch einen ſchrecklichen Zauber üben das ſchwarze Schaffot, die häßlichen Todesvorrichtungen auf mich aus! Ich kann meine Augen davon nicht losreißen. Joſephine, welche des Verbrechens beſchuldigt wird, die Mörderin ihres Gatten zu ſein, ſoll auf das Rad geflochten werden. Schrecklich! tauſendmal ſchrecklich! Doch ich kann die Stelle nicht verlaſſen, ſo leidenſchaftlich mich auch der gute Tricard mit Thränen in den Augen bittet, fort zu gehen. Nein, ich muß das ſchreckliche Schau⸗ ſpiel bis zu Ende ſehen, und ſollte der letzte Act ſelbſt mich wahnſinnig machen.

Ein wildes Geſchrei erhebt ſich in der Entfer⸗ nung, das ſchnell ſich in der zahlloſen Menſchenmenge vergrößert, als ſich der Armeſünderkarren dem Schaf⸗ fot nähert. Der Prieſter knieet in demſelben neben der verurtheilten Frau, die ſich vor Schrecken auf dem Boden desſelben niedergekauert hat. Der Pöbel kann mit ſeinem Auge nur das weiße, grobe Arme⸗ ſünderkleid des Opfers ſehen, was ihn wüthend macht.

(Er iſt gekommen ſich an dem Anblick der Mörderin Zzu ergötzen und vill ſich dieſes Vergnügen nicht ver⸗ kürzen laſſen.Debout! debout! assassin!(Auf⸗ geſtiegen! aufgeſtiegen! Mörderin!) ertönt von allen Seiten. Dieſes Verlangen der Teufel bleibt ohne Erfolg. Es iſt eine zahlreiche bewaffnete Macht zu⸗ gegen, und die Menge iſt kraftlos.

Joſephine wird von dem Karren heruntergehoben und die Treppe, welche auf das Schaffot führt, mehr hinaufgetragen als geführt.

Sie iſt vor Schrecken ganz unempfindlich. Beſ⸗ ſer ſo, unendlich beſſer. Hört! Es läßt ſich von dem ſüdlichen Eingange von Rouen ein andres Jauchzen vernehmen; jetzt hört man, wie die Räder einer Kutſche ſich ſchnell bewegen; die Beamten auf dem Schaffot blicken eifrig nach jener Richtung, und die ſchrecklichen Vorbereitungen werden unterbrochen. In wenig Minuten kommt die Kutſche vollkommen in Sicht. In derſelben befindet ſich Herr Courtrai, den ich augenblicklich erkenne, und bei ihm iſt ein Offi⸗ cier in Uniform. Beide geſticuliren heftig; der Offi cier ſchwingt ein Blatt Pergament, Herr Courtrai ein weißes Taſchentuch. Sie erheben einen Ruf, aber können einige Minuten lang nicht gehört werden. Zuletzt vernimmt man die Worte: Gnade! Gnade! Seine Majeſtät der König hat ſie begnadigt. Ein Wuthgeheul erhebt ſich aus der Menge, welche den Wagen aufhält und ihn in ihrem wilden Wahnſinn umzuſtürzen ſucht, als berittene Arquebuſiere ſich ihren Weg durch das Gedränge bah⸗ nen und den Herrn Courtrai und den Officier be⸗ freien. Der commandirende Officier nimmt das Per⸗