Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
693
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theile, welche das bisherige Schulweſen hatte, die kennt ihr; keiner auch kann eine begreifliche ſchriftliche Ein⸗ gabe machen; ſeht erſt einmal zu, welchen Nutzen das neue Schulweſen euren Kindern bringt. Als ich euch zuerſt aufforderte, eine Umänderung in eurer Feld⸗ wirthſchaft vorzunehmen, da hörte ich auch ſagen: ich ſollte erſt ſelbſt einmal einen Verſuch machen. Ihr habt ſeither den Nutzen davon eingeſehen; wohlan denn, macht auch mit der neuen Schuleinrichtung den Verſuch, und hat ſich der über's Jahr zu eurem Schaden erwieſen, ſo will ich mit allen Kräften zur Aufhebung des Schulgeſetzes wirken.

Die Verſammlung trennte ſich unzufrieden und gab wie wir wiſſen, nicht ganz mit Unrecht dem Gutsherrn eine Betheiligung des ihnen auferlegten Schulzwanges ſchuld; aber er war ihr Gläubiger, und ſie nicht im Stande die geliehenen Capitale zu zahlen, und deshalb wagten ſie es nicht, ihm feind⸗ lich gegenüber zu treten. Ja, mit der Zeit waren ihm beſonders die jüngern Männer dankbar dafür. Es erwies ſich, daß keiner zum Krüppel und zur Arbeit unfähig wurde. Endlich wurde auch Nie⸗ mand dadurch ärmer, daß er ſeine Kinder in die Schule ſchickte.

Durch ländliche Feſte, welche der Baron einige Wale des Jahres auf einem eigens dazu eingerichte⸗

freien Platze im Schloßparke veranſtaltete, er⸗ weckte er bei der Jugend den Sinn für anſtändige Freude. Wer bei ſolchen Gelegenheiten das friſche junge Volk beim Tanz geſehen oder ſeine fröhlichen Lieder gehört, der würde ſchwerlich geglaubt haben, daß dieſe wohlgekleidete ſittige Dorfjugend die Kin der der Eltern, die noch vor wenigen Jahren wegen ihrer Unſittlichkeit in der Gegend übel berufen wa⸗ ren.

Das Dorf ſelbſt in ſeiner maleriſchen Umgebung von reichen Saatfeldern, grünen Wieſen und wald⸗ gekrönten Bergen hatte jetzt auch in ſeinem Innern ein ſo freundlich einladendes Ausſehen gewonnen, daß Reiſende, die gern dort einkehrten, verſicherten, daß ſie im Anblick der reizenden Umgebung und der rüh rigen Bewohner eine wahrhafte Luſt zum Landleben bekommen hätten. 4

Eine Reihe von Jahren war ſo vergangen. Mit innerer Freude ſah Feldern das zunehmende Ge⸗ deihen ſeiner wohlwollenden Anſtrengungen, als der Tod des hochbetagten Pfarrers ihm Gelegenheit gab, bei Wiederbeſetzung der nicht uneinträglichen Stelle einen ſeiner Lieblingswünſche in Erfüllung zu brin⸗ gen. Unter Feldern's akademiſchen Freunden in Hei⸗ delberg ſtand allen voran Hermann Winterfeld, ein Theolog, der als Officier im Lützowſchen Corps die

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Feldzüge mitgemacht und nach Heidelberg zurückkehrte, nachdem er ſich langſam von einer Wunde erholt, die er am Tage des verrätheriſchen Ueberfalles bei Kitzen erhalten hatte. Weniger um ſeines Berufes Studien fortzuſetzen, denen er ſchon vor dem Kriege faſt drei Jahre mit großem Fleiße ſeine Zeit gewid⸗ met hatte, als um ſein Wiſſen auch auf andere Fä⸗ cher auszudehnen, die er zur Vermeidung der Ein ſeitigkeit im Predigeramte unerläßlich hielt, hatte er für dieſe Zwecke noch ein Jahr beſtimmt. Hermann Winterfeld war ein ſchöner kräftiger Mann, zu Aus⸗ führung auch des Schwerſten raſch entſchloſſen, und man erkannte, wie es damaliger Zeit häufig unter den Studirenden der Fall war, daß er auch gegen har⸗ tes Geſchick geſtählt war durch die Erfahrungen des letzten blutigen Krieges. Mit einem tiefen Wiſſen verband er die Beſcheidenheit des großen Herrn und Meiſters, deſſen Lehre zu verkündigen er dann erſt recht ſich berufen hielt, als er mit dem eiſernen Kreuze geſchmückt in die Heimath zurückkehrte.

Es dauerte längere Zeit, ehe die ſpäter ſo eng⸗ verbundenen Freunde ſich näher kennen lernten. Ein ernſter Zufall, Rettung eines Menſchenlebens, eines Studenten der in Verzweiflung über ein im Leicht⸗ ſinn verübtes Verbrechen im Neckarſtrom ſich den Tod geben wollte, ward die Veranlaſſung zu einem dau⸗ ernden Freundſchaftsbunde. Der Baron, der auf ei⸗ nem Spaziergange in der einſamen Gegend das Vor⸗ haben bemerkte, hatte ſich, obgleich des Schwimmens noch nicht völlig Meiſter, zur Rettung des auf- und niedertauchenden Unglücklichen in die hochgehenden Fluthen geſtürzt. Feldern's Kraft ermattete im Rin⸗ gen mit dem Unglücklichen, der die rettende Hand von ſich ſtieß. Beide waren nahe daran eine Beute des Todes zu werden, als Winterfeld, von einem be⸗ nachbarten Dorfe desſelben Weges heimkehrend, ſich in den Fluß ſtürzte, Beide mit ſeinen kräftigen Ar men erfaßte und glücklich zum Ufer brachte.

Feldern war, nachdem er Heidelberg verlaſſen, in ſtetem Briefwechſel mit dem Freunde geblieben. Er wußte, daß Winterfeld, nach dem Tode der Eltern in Beſitz eines kleinen Vermögens, einer einzigen Schweſter und den Wiſſenſchaften lebend, die Zeit abwarten wollte, bis eine ihm zuſagende Anſtellung ſich gefunden. Nach dem Tode des alten Pfarrers hatte Feldern als Patronatsherr nichts Eiligeres zu thun, als dem bewährten Freunde die erledigte Stelle anzutragen. Dieſer nahm gern ein Pfarramt an, welches ihn in die unmittelbare Nähe eines edeln Mannes verſetzte, deſſen Werth er in der letzten Zeit ihres Zuſammenſeins in Heidelberg im faſt täglichen

Umgange erkannt hatte.