Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
677
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Beweis genug gegen Herrn Reichel, aber ich kann mit noch mehreren dienen. Dieſes Taſchentuch wurde neben meinem Sohne gefunden, meine Frau hob es auf, kennen Sie es nicht?

Der Juſtizdirector nahm ein Taſchentuch aus Herrn Apelt's Hand, es war von feiner Leinwand, in welches mit rothem Garne die Buchſtaben F. E. R. hineingeſtickt waren.

Franz betrachtete das Tuch lange und offenbar 1 4 ſehr Benae macen ſagte er: Oefes Luhnen geſtoßen, es hat eine Gehirnerſchütterung ſtattgefun⸗ 4* ¹ 3- 8 8

allerdings die Anfangsbuchſtaben meines Namens, allein ich beſitze nur ſeidne Taſchentücher. Früher hatte ich, deß erinnere ich mich jetzt, ähnliche, allein dieſes gehört mir nicht!

Ich beſaß es, ſagte Marianne,es war ein Andenken, welches ich vor zwei Jahren, als Herr Reichel mir Lebewohl ſagte, an mich nahm; ein un⸗ glücklicher Zufall wollte, daß ich es geſtern in Ge brauch hatte, ich muß es geſtern Nacht im Walde verloren haben, was ich natürlich überwältigt vom Schrecken nicht bemerkte.

Auch dieſe Ausſage wurde zu Protokoll genom⸗

men, dann fragte der Juſtizdirector Franz, was er

mit dem Herrn Carl Apelt bei dem Stelldichein ge⸗ n habe.

Es fand keins ſtatt, entgegnete Franz.Ich erwartete freilich Herrn Apelt zwiſchen neun und zehn Uhr, aber er kam nicht; ich hörte es im Dorf halb Elf ſchlagen, er war noch nicht da; da glaubte ich, er würde nicht mehr kommen, und ging raſch meinem Hauſe zu. Ich habe jetzt über Alles die volle Wahr⸗ heit geſagt und verſichre nochmals auf Ehre, daß ich an der grauenvollen That nicht den geringſten An⸗ theil habe.

Das wird ſich zeigen! brauſte Herr Apelt auf

Der Juſtizdirector ſagte:Wir haben noch kei⸗ nen rechtsgültigen Beweis, daß Herr Reichel den Herrn Carl Apelt mit bewaffneter Hand angefallen hat, allein es ſind ſtarke Indicien gegen ihn vorhan⸗ den, und deßhalb, Herr Reichel, muß ich Sie vor⸗ läufig in leidlicher Haft behalten, bis wir mehr Licht in dieſer Sache haben. Hierauf wurde Franz wieder abgeführt.

Dem Boten nahm der Juſtizdirector das Hand⸗ gelöbniß ab, über das Verhör das ſtrengſte Schwei⸗ gen zu bewahren, und entließ ihn dann. Da Mari⸗ anne nichts geſagt hatte, was nur den Schimmer eines Verdachtes gegen ſie aufkommen ließ, erlaubte ihr ebenfalls der Richter, zu entfernen, doch blieb der alte Herr noch einige Augenblicke und ſagte zu Apelt:Es freute mich

ſich⸗mit ihrem Großvater

Lolge. 3 677

ſehr, als ich dieſen Morgen hörte, daß Doctor Ring ler Carl's Wunde nicht für bedeutend hält. Dennoch, ſagte der alte Apelt bitter,kann dieſe Verwundung meinem Sohne das Leben koſten. Die Wunde in der Achſel, offenbar von einem Meſ⸗ ſerſtiche verurſacht, iſt nicht tief genug, um ihm gro ßen Schaden zu thun, aber mag er nun vom Blut⸗ verluſte ohnmächtig umgeſunken oder niedergeworfen worden ſein, er iſt mit dem Kopfe an einen Stein

den, welche uns die größten Beſorgniſſe einflößt. Mein Sohn kennt uns nicht, ſtarrt vor ſich hin, ſtößt unzuſammenhängende Reden aus, und doch iſt das Wundfieber dieſen Morgen nur unbedeutend.

Wir müſſen das Beſte hoffen! ſagte der Ober⸗ förſter.

Ja, hoffen wir! Daß ich jedoch meines Sohnes Verbindung mit Fräulein Lindau nach ſolchem Vor⸗ gange für abgebrochen anſehe, werden Sie, Herr Ober⸗ förſter, begreiflich finden.

Nach ſolchem Vorgange? was wollen Sie da⸗ mit ſagen, Herr? Es verſteht ſich, daß nach dem, was Sie eben jetzt geſagt haben, Ihr Sohn meine Enke⸗ lin nicht zur Frau bekommt, und bäte er mich fuß⸗ fällig um ihre Hand; aber wenn Sie durch Ihre Be⸗ merkung meine Enkelin verletzen wollen, ſo verbitte ich mir das. Meine Enkelin iſt mit Frau Doctorin Ringler in den Wald gegangen; daß Herr Reichel ihr begegnete, daß er ſie anredete, war nicht ihre Schuld. Sie hatte den jungen Mann früher gern geſehn, das geſchah in allen Ehren, ſie hat ſich mit meinem Wil⸗

len mit Ihrem Sohne verlobt und würde ihm eine

gute, treue Frau geweſen ſein. Sie hat zu Herrn Reichel kein Wort geſagt, was ihr Schande machte. Hat wirklich Herr Reichel Ihren Sohn niedergewor⸗ fen, ſo wird er dafür beſtraft werden; endlich wird ja Herr Apelt junior wieder zu ſich kommen und ausſagen können, wer Hand an ihn gelegt hat, den⸗ noch hat er ſich dieſe Niederlage ſelbſt zugezogen. Geht ein vernünftiger Mann bei Nacht in den Wald, ſo nimmt er Waffen, wenigſtens einen tüchtigen Stock mit, und wegen eines unbedeutenden Meſſerſtichs läßt ſich ein tüchtiger Kerl nicht gleich niederwerfen, am wenigſten von einem Manne, der ſtatt der Waffe nur Pinſel und Palette zu halten gewohnt iſt. Das iſt ſo meine Anſicht! Gute Beſſerung wünſche ich Ihrem Herrn Sohne. Ergebener Diener, Herr Juſtiz⸗ director!

Der Oberförſter nahm Mariannen am Arme und ging fort, nachdem ſich das Fräulein mit einer ſtum⸗ men Verbeugung verabſchiedet hatte.

Der alte Apelt blieb zornig zurück und ſagte zu

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