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„Zu meinem Vergnügen.“ „Welch Zeit kehrten Sie in rück?“
„Ich glaube weiß ich es nicht!“ nhe Sie Niemanden in dem Walde?“
ls ich kam, Mamſell Emerentia, welche Wald⸗ ulanen pflückte, ſie ſah mich jedoch nicht!“ „Sie ſprachen aber mit noch Jemandem?“ Franz wechſelte die Farbe; hatte ihn außer der Doctorin und Curt, welche um ihrer ſelbſt willen ſchwiegen, Jemand mit Marianne ſprechen ſehn? Er
den Gaſthof zu⸗
zwiſchen zehn und elf Uhr, genau
Novellen⸗Jeitung.
ihm war nur kurz, ich kehrte bald in das Haus zu⸗ rück, wie die Gäſte geſehn haben müſſen.“
„Herr Reichel hat in Bezug auf Herrn Carl Apelt Drohungen ausgeſtoßen!“
„Ich erinnre mich nicht!“
Jetzt wurden auf des Gerichtsdirectors Befehl Franz, und ſpäter der Bote in das Zimmer ge⸗ rufen.
Der Bote mußte ſchwören die Wahrheit zu ſa⸗ gen, und ruhig, ohne zu ſtocken, erzählte er, daß er, von einem Botengange zurückkehrend, am Anfange des Waldes Jungfer Marianne mit einem Manne habe
hoffte, daß dies nicht der Fall ſei, um keinen Preis ſprechen ſehn, in dem er ſofort Herrn Reichel erkannt wollte er Mariannens Namen in die Acten und in habe. Ihm ſei bekannt, daß er ein ehemaliges Lie⸗ den Mund der Leute bringen, deßhalb ſagte er be⸗ bespaar vor ſich erblickt habe, aus Neugier habe er
ſtimmt:„ich ſprach mit Niemandem.“
Der Juſtizdirector ließ ihn abführen; nachdem dies geſchehn war, flüſterte derſelbe einige Worte mit dem Secretär, und bald nachdem ſich derſelbe erho⸗ ben hatte, kehrte er aus einem andern Mariannen und dem Oberförſter zurück.
Nachdem der Secretär Beiden Stühle geboten hatte, wandte ſich der Juſtizdirector zu Mariannen, und ſagte, offenbar von dem ſchönen, blaſſen Geſichte
des bisher unbeſcholtenen, allgemein geachteten Mäd chens gerührt, in ſeinem ſanfteſten Tone:„Ich be⸗
daure, Fräulein Lindau, Fragen an Sie ſtellen zu müſſen, allein meine Pflicht—“
„Meine Enkelin wird die Wahrheit ſprechen, da⸗
Zimmer mit d
rauf kenne ich ſie,“ ſagte der alte Walter.
Marianne ſprach leiſe:„Dank, Großvater!“
„Fräulein, waren Sie geſtern in den Abend⸗ ſtunden im Walde?“ fragte der Juſtizdirector, nach⸗ dem die erſten Formalitäten vorüber waren.
„Ja!“
„Allein?“
„Ich verließ ungefähr um ſieben Uhr mit Frau Doctor Ringler das Haus des Herrn Apelt; wir gin⸗ gen, um etwas Stille zu ſuchen, nach dem Walde.
Dort ſah ich zu meiner größten Ueberraſchung Herrn. Reichel.“ „Sie ſprachen ihn in Anweſenheit der Frau
Doctor Ringler?“
„Frau Ringler war, Maibl lümchen ſuchend, tiefer in den Wald gegangen, ich wahrhaft erſchrocken ſtehen geblieben.“
„Herr Reichel redete Sie an?“
„Allerdings!“
„Wollen Sie mir gefälligſt Herrn Reichel's Worte
mittheilen?“
„Ich kann mich nicht jedes Wortes erinnern, ich ſagte ihm daß ich Braut ſei, meine Unterredung mit
genſtände, d
ihn goldener Kette,
„Erkennen Sie
es belauſcht, und jetzt ſagte er faſt wörtlich Alles,
was Franz und Marianne geredet hatten.
Nachdem die Ausſage des Boten niedergeſchrie⸗ war, erhob ſich der Vater Apelt, welcher die Rede Boten mit großem Verdruſſe angehört hatte, und ſagte:„Herr Reichel leugnete Fräulein Lindau ge⸗ ſtern geſprochen zu haben, hier ſind aber zwei Ge⸗ deren Exiſtenz er wohl nicht wird ableug⸗ nen können. Hier Billet, adreſſirt an meinen Sohn, nahm ich einer Magd ab, welche es von einem jungen Herrn erhalten haben wollte. Ich gab es ihm. Es fand ſich dieſen Morgen in ſeiner Taſche, als wir den Rock durchſuchten, um zu ſehn ob man beraubt habe. Seins goldene Uhr nebſt ſchwerer Ring und Tuchnadel von Brillanten, eine Börſe mit Geld fanden wir unangetaſtet, hier iſt das Billet es lautet:»Geehrter Herr Apelt, ich erſuche Sie noch heute, zwiſchen ne un und zehn Uhr unter den großen Kaſtanienbaum am Eingange des Waldes zu kommen, indem ich mit Ihnen über Dinge von der größten Wichtigkeit ſprechen muß. Es han⸗ delt ſich um das Lebensglück dreier Perſonen.
Mildenau 30. April 18—.
Franz Reichel.⸗“
Der Juſtizdirector nahm den Brief und fragte: dieſes Billet an, Herr Reichel?“
„Ich habe es geſchrieben, geſtehe auch, daß ich Fräulein Lindau geſtern ſprach; daß ich zuerſt mein von ihrer Seite nicht geſuchtes Zuſammentreffen mit ihr verleugnete, werden Sie als Männer von Ehre begreifen. Ich wollte nicht eine unbeſcholtene Jung⸗ frau zum Gegenſtande müßigen Geſpräches machen.“
„Sehr natürlich!“ erwiderte der Juſtizdirector, der Oberförſter warf einen ernſten, aber achtungs⸗ vollen Blick auf Franz, Apelt verzog ſpöttiſch den Mund.
„Ich dächte,“ hob der Letztere an,„das wäre
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