Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
665
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Vierte

ihm zum Schreibpult, ein roher Block erſetzte das Tintenfaß; eine Karte von Frankreich hing an der Wand. Auf dem Fußboden, welcher, wie Eingangs erwähnt, von rothen Backſteinen hergeſtellt war, lagen einige Nummern desVolksfreundes zerſtreut umher; ein grünliches Licht erhellte die Scene.

Sobald Charlotte Corday den Grund ihres Be⸗ ſuches angegeben hatte, beeilte ſich Marat, ſie zu fragen, wie es in Caen zugehe. Sie antwortete, daß achtzehn Convents⸗Deputirte im Einverſtändniß mit der Verwaltungsbehörde des Departements in der Stadt regierten, und daß in Folge ihrer Bedrückun gen alle Bürger ſich anwerben ließen, um auf Paris zu marſchiren und es von der Anarchie zu befreien, ſowie daß vier Beamte ein Corps nach Evreux ge⸗ führt hätten, um die Straße frei zu machen und die Conventstruppen zu vertreiben. Marat wollte die Namen der Deputirten und der Inſurrectionschefs, ſo⸗ wie den Beſtand ihrer verfügbaren Streitkräfte wiſſen. Während ſie ihm alle dieſe Fragen beantwortete, machte er ſich Notizen und ſagte:Für das Schaffot.

* eck, blieb ſie unbeweglich und

ith an, als Marat mit unzüch⸗

Hand nach ihr ausſtreckte, indem

er mit kreiſchender Stimme ausrief:Schön, in

wenigen Tagen werde ich ſie in Paris gutllotiniren laſſen.

Dieſe Bewegung, dieſe Worte entſchieden ſein Schickſal. Eine fürchterliche Aufregung bemächtigte ſich des beleidigten, des beſtürzten Weibes. Sie er⸗ faßte das Meſſer und ſenkte es tief in die rechte Bruſt Marat's.

Er machte eine convulſiviſche Bewegung und ſtieß einen Klageſchrei aus.Zu Hülfe! liebe Freun⸗ din, zu Hülfe! Dann blieb er ſtarr. Dies Alles war das Werk von zehn Minuten.

Simonne Evrard hatte ſo eben, wie ſie aus Furcht vor Vergiftung zu thun pflegte, ſelbſt zwei Schüſſeln mit Kalbsgehirn und Kalbsbröschen aus dem Vorzimmer in die Küche getragen, als ſie den Schrei vernahm.Ach! mein Gott, ſie haben ihn ermordet, ſagte ſie mit erſtickter Stimme und lief in das Vorzimmer zurück, wo ſie Charlotte Corday in den Händen der Frau Pain und des Laurent Bas fand. Dieſer Menſch hatte ihr ſchon mit einem Stuhl einen Schlag vor den Kopf gegeben, der ſie nieder⸗ geworfen hatte. Sie verſuchte ſich wieder zu erheben, aber Simonne trat ſie mit Füßen und eilte, gefolgt von ihrer Schweſter, der Frau Pain und Jeannette Maréchal, in das an das Badecabinet Zimmer, bis wohin ſich ein bandbreiter Blutſtrom ergoſſen hatte. Simonne ſtürzte zu Marat hinein,

anſtoßende

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und erblickte ihn bleicher als gewöͤhnlich, unbeweglich in der mit Blut überſtrömten Badewanne. Sie legte die Hand auf die Wunde, aber der Stoß, unterhalb des Schlüſſelbeins eingedrungen, war tief in die Lunge gegangen und hatte die Hauptſchlagadern ver⸗ letzt; bei den letzten Schlägen des Herzens rannen dicke Blutstropfen aus der klaffenden Wunde.

Das Meſſer war auf dem Geſtell liegen geblie⸗ ben, an welchem Marat ſeine letzte Proſcriptionsliſte entworfen hatte. Jeannette Marächal hob es auf.

Die Frauen liefen zurück, indem ſie riefen:Er⸗ greift die Meuchelmörderin! Laurent Bas hatte ſich vor die Ausgangsthüre geſtellt, ſtürzte ſich aber wie⸗ der auf Charlotte Corday, welche ſich erhoben und einen Blick nach dem Fenſter geworfen hatte. Er riß ſie von Neuem nieder und hielt ſie am Boden feſt, indem er ihren Buſen mit Fäuſten zerſchlug.

Ein Zahnarzt, Michel Delafondée, ein Hausge⸗ noſſe, hörte den Lärm durch das Fenſter, welches Pillet eine Viertelſtunde vorher geöffnet hatte. Er beeilt ſich herunter zu kommen, er ſieht ein Weib ausgeſtreckt auf der Erde liegen, er bemerkt Blut; er ſchreitet über jenes hinweg, dringt in das Cabinet und bemüht ſich dem Opfer noch einigen Beiſtand zu leiſten. Vergebens legt er eine Compreſſe auf die Wunde, das Blut drang in daumdicken Tropfen her⸗ vor, die Pulſe ſtanden ſtill. Er befiehlt der Frau Pain, den Doctor Pelletan zu holen, und läßt Marat unterdeſſen auf ſein Bett tragen. Der Leichnam ſchien ſich hier wieder zu beleben, ein Seufzer drang aus der Bruſt, die erloſchenen Augen richteten einen ausdrucksloſen Blick auf Simonne Evrard, und hier⸗ auf nichts mehr.

In dieſem Augenblick erſchien Pelletan. Er prüfte die Wunde und erklärte, daß dem Tode gegenüber ſeine Kunſt nichts vermöge.

Marat hatte ſeine Schuld mit dem Leben ge⸗ büßt, die Gerechtigkeit Gottes hatte ihren Lauf ge⸗ nommen.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Denkwürdigkeiten des Domherrn Gra⸗ fen von W. Leipzig, bei Bergſohn⸗Sonnenberg. 1864.

Sie finden in dieſem Buche eine ziemlich erbau liche und durchaus zeitgemäße Lectüre, wenn ihre Form auch ein wenig verfehlt ſein dürfte.

Es ſpricht zu uns in breitem, plauderhaftem, aber oft amüſantem Ton ein alter ariſtokratiſcher Herr von ſeinen Erlebniſſen, und in der That iſt er