Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
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664 Novellen⸗Jeitung.

aun Schui ausgegangen; hier wollte ſie Frankreich die Ruhe welche ſoeben Zeitungen faltete, antwortete, daß ſie ihm eine zurückgeben. Sie verſicherte ſich, wie man weiß, bei nicht wiſſe, ob er ſich unter der täglich einlaufenden Lintd Auf den der Frau Grollier und dem Aufwärter Feuillard, maſſenhaften Correſpondenz befunden habe. In dem⸗ Wude ton ro welcher am vorigen Abend ihr Zimmer in Ordnung ſelben Augenblick kam Pillet, Chef einer der erſten errünenmen gebracht hatte, daß Marat nicht der Sitzung des typographiſchen Anſtalten, in Begleitung des Com⸗ ind, iches Convents beiwohne. Es widerſtrebte ihr, ihn dort, miſſionairs Laurent Bas hinzu, welche die Unterhal⸗ ein d d wo er auf dem Gipfel des Berges thronte, zu erſte- tung mit anhörten. Pillet durfte bei, Marat eintre⸗ Soba chen; aber ihr Entſchluß ſtand feſter als je. Sie ten, der ſich im Bade befand und, eine ihm von je⸗ iiches ang 3 ging, nachdem ſie gefrühſtückt hatte, um halb zwölf nem überbrachte Rechnung prüfend, den jungen Mann ftagen ie Uhr aus, nahm auf dem Platz des Victoires einen bat, das Fenſter zu öffnen, worauf er ihm die ge⸗ acrehn Gand Fiacre und befahl dem Kutſcher, ſie zu Marat zu nehmigte Rechnung zurückgab. Pillet iſt die letzte dder Vervalin fahren. Dieſer Mann mußte ſich erſt nach deſſen Perſon, welche mit Marat geſprochen hat, ehe Char⸗ Stadt regiat Wohnung erkundigen, Charlotte Corday ſchrieb ihm lotte Corday hineingeführt wurde. Er hatte noch gen alle Bünge die Adreſſe mit Bleiſtift auf ein Stück Papier auf. Zeit gehabt, ein Paar an der Wand hängende Piſto⸗ zu marſchien In der Rue des Cordeliers angekommen, ſtieg ſie, len zu betrachten, über welcher ſich mit Initialen die ſowit vier ohne auf die Fragen der Portiere, Marie⸗Barbe Au⸗ Ueberſchrift befand:D. E. R. 20 D. fühet hätten, u blain und der Frau Pain zu antworten, die Treppe Beim Fortgehen ſah er noch immer das junge Conventätruppe hinauf und verlangte im Vorzimmer zu Marat ge⸗ Mädchen, welchem die Portiere trotz ihrer Einwen⸗ Namen der de führt zu werden, welchem ſie eiligſt ſehr wichtige dungen die Fruchtloſigkeit ihres wiederholten Verſu- wie den Beſtan Nachrichten zu überbringen habe. Simonne Evrard ſches einzureden bemüht war. Wie die ſämmtlichen Während ſi verweigerte ihr den Eintritt und ſagtè, daß der Umgebungen Marat's, wußte ſie recht gut, welcher mache er ſich;

Volksfreund ſehr krank ſei und Niemand empfan- Haß ihn verfolgte; ſie war deshalb beſtändig vor e* gen könne. Das junge Mädchen beharrte bei ihrem einem tragiſchen Ereigniß in Furcht und ließ nur

Begehren, aber die andern Frauen ſtimmten der Diejenigen eintreten, welche die ausdrückliche Erlaub-

Simonne Evrard bei und verſicherten, es ſei auch niß hatten. Bei der geräuſchvollen Unterhaltung trat U er mit kelſch unmöglich, einen Tag zu beſtimmen, an welchem ſie Simonne Evrard aus dem Zimmer und ließ ſich auf emͤgen Tager von Marat empfangen werden könne. So abgewie⸗ die wiederholten inſtändigen Bitten der Fremden be⸗ aanſen. ſen, fuhr ſie wieder nach Hauſe, wo ſie einen Brief wegen, ſelbſt anzufragen, ob ſie empfangen werden Dieſe T

ſchrieb, den ſie durch die kleine Poſt beſtellen ließ. könne. Sie brachte die Bewilligung zurück, und Char⸗ Schickſal. E Es iſt aus verſchiedenen Umſtaͤnden als wahrſchein- lotte Corday wurde zu Marat geführt. ſich des beleit lich zu belrachen, daß ſir im Laufe des Toges noch Die Unterhaltung, welche unſere Heldin mit fͤßte das M en Mal bei Marat vorſprach; ſte ſoll dabei ſehr Marat führte, kennt man nur aus ihrem eigenen Bruſt Narat' ſchnell die Treppe hinauf und bim ſo eilig hinab Munde. Beim Eintreten ſetzte ſie ſich auf einen ne⸗ Er mach geſtiegen ſein, vielleicht hat ſie den erwähnten Brief ben der Badewanne ſtehenden Stuhl, und Simonne ſieß einen K

ſelbſt an ſeine Adreſſe abgegeben. Das Original..; I. en Sn exriſtirt leider nicht mehr, ſonſt würde aus der vor⸗ Evrard ſchloß die Thür. Ihre Schweſter Katharine, din, zu Hülf

i it i ar d handenen oder nicht vorhandenen Poſtſtempel die elhe bis hedridiges n chr Nerchile werden ns Wer Sache klar geworden ſein, während man ſich jetzt aufund erhig 3inonde

ach g ſein, w ſich jetzt auf von Mandeln und andern Ingredienzen bereiteten Furtt vor T

Vermuthungen beſchränken muß; gewiß iſt, daß der.

Bnn haneannde hſssnt 155 deie uneran ge Trank brachte, hat ausgeſagt geſehen 8 haben, das Säiſſin mit

leſen, als Charlotte Corday Abends um halb acht das junge M dchon weinte Vund von arat etrüſtet dem Vorſan

Uhr nochmals erſchien. Sie kam direct aus ihrem wurde. Sie hat ſich aber hierin offenbar getäuſcht, Schrei vernar

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Hôtel, wo ſie einen zweiten Brief geſchrieben hatte denn Alles, was Charlotte Corday mit ihm geſpro⸗ ermordet, 1...

. 6 ne eſa; 2 var nicht geeignet, um dabei Thränen zu i

Ihr Anzug beſtand aus einem Morgenkleid von grau den bhar wunihede dorſchleierte ſis hn n i das Vorz

geſtreiftem kameelhaarenem Stoffe und einem hohen lig i 6 5 er dieſes unreinen Weſens, welches n den Händ

Hut, den eine ſchwarze Cocarde mit gruͤnen Bänder itz in Gegenwart dieſes unreinen Weſens, welches, nd. Dief

überragte ſchwanze Corze nt gruͤnen Paͤndern eine Serviette um den Kopf gebunden, mit von Haß düre 85 * und Krankheit entſtellten Zügen, nackten Schultern deranen h Eine Köchin des Deputirten, Jeannette Maré- und Armen, die Feder in der Hand, in fieberhafter ber Sund

chal, und die Frau Pain befanden ſich in dem Vor⸗ Aufregung an irgend einer ſchändlichen Schmähſchrift on ihrer mn

zimmer. Das junge Maͤdchen verlangte mit einer ſchrieb und dabei mit eyniſcher Miene den ekelhaften Mrrecel Si

gewiſſen Haſt, Marat zu ſprechen, und erkundigte ſich, Ausſchlag zur Schau trug, der ſeinen Körper bedeckte. Famer, 1

ob ihr Brief angekommen fei, worauf ihr die Portiere, Ein quer über die Badewanne gelegtes Bret diente egeſen u

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