Während im Apelt'ſchen Garten die Gäſte immer fröhlicher wurden, ſank Mariannens Muth von Mi⸗ nute zu Minute tiefer, ſie hatte alle Kraft ihres energiſchen Charakters nöthig, um nicht zu verzweifeln und um, wenn auch nicht heiter, zu ſcheinen.
Die jungen Männer legten jetzt die Kegelkugeln bei Seite, denn in dem großen Saale zu Erde waren bereits die Lichter angezündet, und über den Garten breitete die erſte Abenddämmerung ihre
chleier.
Marianne ſchlich ſich fort, wie ſie glaubte unge— ſehen, aber in Wahrheit ſcharf von dem Auge der Eiferſucht bewacht. Vor der Hausthüre geſellte ſich Frau Doctor Ringler zu ihr, und deßhalb zog ſich der Bräutigam, welcher Mariannen verſtohlen gefolgt war, zurück.
„Es iſt gar ſo geräuſchvoll,“ ſprach Frau Ring⸗ ler und hing ſich an Mariannens Arm,„laſſen Sie uns ein wenig nach dem Wäldchen gehen, der Lärm von den Kegeln war nicht mehr auszuhalten; men Sie, liebe Freundin, laſſen Sie uns Eins plau⸗ dern.“
Marianne ſehnte ſich innigſt nach Einſamkeit, aber aus Artigkeit folgte ſie der jungen Frau, welche heute ja ihr Gaſt war.
„Sie ſehn nicht fröhlich aus, liebes Bräutchen,“ hub die Schwätzerin an,„haben Sie nicht die Arie aus dem Freiſchütz gehört, wo es heißt:
Trübe Augen, Liebchen, taugen Einem holden Bräutchen nicht!
Aber freilich giebt es im Leben mehr Ernſt als Scherz, und unter hundert Bräuten iſt erſt eine wahr⸗ haft glücklich.“
Marianne ſchwieg, Frau Ringler machte raſchere Schritte, ſchon befanden ſie ſich in der Nähe des Kaſtanienbaumes, da ſtieß Marianne unwillkürlich einen Schrei aus, kaum vermochte ſie ſich aufrecht zu erhalten: unter dem Kaſtanienbaume ſaß Franz, bei Mariannens Näh herung ſprang er auf.
Frau Ringler's ſcharfes Auge erkannte ſogleich den von weiten Reiſen Heimgekehrten, ihr eben ſo ſcharfes Ohr vernahm hinter ſich jetzt auch bekannte Tritte. Sie wandte den Kopf um und ſagte ſchel— miſch:„Ah, Herr Revierförſter Curt, wollen Sie auch ein wenig promeniren“
„Einige Waldmaiglöckchen pflücken, ſie den Da⸗ men beim Tanze darzubringen,“ entgegnete er..
„Maigloͤckchen, Ende April ſchon? O, da will ich Ihnen doch ſuchen helfen, ich bin überzeugt, Sie
finden nicht Eins und ſollen dann für Spott nicht
ebener
kom⸗
doch äußerlich ruhig
Novellen⸗Zeitung.
zu ſorgen haben;“ und zu Mariannen gewandt flü⸗ ſterte ſie:„ich ſehe Licht, mein Kind, Franz iſt wie⸗ der da, ich will den Revierförſter mit mir nehmen, Ihnen zu Gefallen, ich bin keine Spielverderberin!“
Lachend ließ ſie Mariannens Arm los und war
nach wenig Augenblicken im Gebüſch mit dem Re⸗
vierförſter verſchwunden.
Marianne wußte nicht, ſollte ſie auf Franz zu⸗ gehen, ſollte ſie die Flucht ergreifen.
Sie war ſo überraſcht, ſo tief ergriffen, ſich nicht zu regen vermochte.
Franz kam auf ſie zu, tigkeit ergreifend, ſo daß es ihr faſt weh that, ſprach er:„Marianne, iſt es wahr, biſt Du Carl Apelt's Braut, ſollſt Du morgen mit ihm getraut werden?“
„Haſt Du meinen Brief nicht erhalten?“ ſtam⸗ melte ſie.
„Antworte mir, ich ſehe ſchon wie es iſt, aber ich will es hören, aus Deinem eigenen Munde hören, biſt Du Apelt's Braut?“
„Ja, Franz!“
„Morgen ſoll Deine Trauung ſtattfinden?“
„Ja,“ ſchluchzte das Mädchen.
„Gut, ſehr gut, da bin ich ja zur rechten Zeit gekommen, um Dein Brautführer zu ſein.“
„O Gott, Franz, quäle mich nicht ſo, ich leide ſchon ohnedem genug!“—
„Und leide ich vielleicht nicht? Zwei Jahr habe ich in der Fremde jeden Tag an Dich gedacht, Mari⸗ anne, mich gefreut bei dem Gedanken, Dich wiederzu⸗ ſehn! Ich habe geſtrebt, geſpart. Es iſt mir geglückt, der Kunſtſinn und die Großmuth des Königs Ludwig von Bayern haben mir in München eine ſchöne Hei⸗ math bereitet, in welche ich Dich zu führen gedachte. Du haſt mich vergeſſen, aufgegeben um des reichen Mannes willen, ſei es denn! Lebe wohl, Marianne, und mögeſt Du ſo 3uacghuend⸗ als Du es ver⸗
daß ſie
dienſt!“
Er wandte ſich zum Gehen.
„O Franz, Franz,“ rief das Mädchen leiden⸗ ſchaftlich,„höre mich an, ich kann Dir entſagen, ich vermag es ſogar über mich, Dich, Dich, für den ich mit Freuden ſterben würde, unglücklich zu ſehen, un⸗
glücklich durch mich, aber Deine Verachtung zu er⸗
tragen iſt mir zu ſchwer!“ So ſprich!“
A⁴ n
vaters!“ Das glaube ich, aber warum widerſetzteſt Du Dich nicht?“ „Weil ich dem Greiſe, dem Vater meiner Mutter,
und ihre Hand mit Hef⸗
„Meine Verlobung iſt das Werk meines Gro.
1 V
her als ih— de waßteſt „Franz, nit, di ih daß ich tglit W elt offen wi herlliheg Kunß, Troſt 19 19 d ſild— Zie verm ſprechen. Franz fa in änem Tol die kieffte 3 en, fell diſt it auch kein Hauſe, ed iſt das Grad ſä fahren, wele Verſprechen a Dich darauf!“ „Um Jej „Nichts du wit
Man ke ihrer patriot des blutdürf eeblickte, wel ds hauptſä Aner achtung
1 rntſchieden Un
war, wie di Faantreih g 3 um ihr dn


