660 Novellen
ſeine Tochter, aber er hielt es für unfinn ſeine Ge⸗
danken nur auf das Leiſeſte zu. eigen, im Gegentheil, r fügte ſeinem Glückwunſche d e Ber narkung bei:„es iſt alſo gekommen, wie ich läu ui gedacht habe
Frau Lindau umarmte ihre Tochter, dann Carl und bat dieſen Mariannen glücklich zu machen.
„Wenn ſie es nicht wird, ſo liegt die Schuld nicht an mir, denn ich liebe ſie,“ der Bräutigam; ein feiner Beobachter hätte aus Tone leicht heraushören können, daß ſem Augenblicke nicht ſehr glücklich fühlte;
erwiderte ſeinem
der Ober⸗
förſter war zu zufrieden daß ſich Marianne fügte, Frau Lindau zu ſehr mit ihrer Tochter beſchäftigt,
um auf Carl zu achten.
Spät Abends, als Alles im Hauſe zur Ruhe gegangen war, ſetzte ſich die Braut hin, um das Schwerſte zu vollbringen, was ihr noch zu thun ob⸗ lag, ſie mußte an Franz ſchreiben, daß ſie ſich mit Carl Willen..
Mehr als ein Papier warf wieder fort, denn ihre Thränen verwiſchten die Buch⸗ ſtaben, endlich hatte ſie ſich genug gefaßt, um die wenigen Zeilen, welche ſie niederſchreiben wollte, zu Stande zu bringen. Mit bebender Hand couvertirte und ſiegelte ſie das verhängnißvolle Blatt, und ein
tiefer, ſchmerzlicher Seufze er begleitete den Brief, als ſie ihn den andern Tag ſelbſt zur Poſt trug. Der Großvater ahnte wohl, warum ſie darauf
beſtand ihn zu begleiten, als er in Geſchäften nach dem nächſten Städtchen fuhr; der alte Mann konnte in dem Herzen leſen, freundlich erklärte er ſich ſehr bereit dazu, und gegen ſeine Gewohnheit ging er mit
ihr in die einzige Buchhandlung des Ortes, und kaufte ſür Mariannen einige gute, ihr noch neue Bücher
ſich Carl in die⸗
mußte ihm ſagen, Apelt verlobt habe, aus freiem
das arme Mädchen
ihren
„Zeitung.
lichſte durch ihr Benehmen gekränkt; hätte er mit Mariannen eine große Stadt bewohnt, ſo würde er ihr wahrſcheinlich ſein Wort zurückgegeben, ſich eine andre, fröhliche, glückliche Braut ausgeſucht und wohl auch bald gefunden haben, allein mehr oder minder haben ſelbſt auf ſtarke Charaktere die Umgebungen Einfluß, und Carl Apelt vermochte es eher über ſich, eeiner offenbar liebeleeren Ehe entgegen zu gehn, als ſich dem Geſchwätze einiger Dorfhonoratioren und des .Publiums des nächſten Städtchens auszuſetzen.
So lange ein Menſch ſich durch Gerede ganz fremder Perſonen, welche aller wahren Theilnahme unfähig ſind, zu irgend einer Handlungsweiſe beſtim⸗ V men läßt, iſt er auch nicht unabhängig und muß die Folgen einer Selaverei ertragen, zu welcher er ſich ſelbſt verurtheilt.
Der Monat April ſchien dieſes Jahr den Mai vorſtellen zu wollen, ſchon in ſeinen erſten Tagen blühten Aprikoſen und Pfirſich, und die letzte Woche war die an Fruchtbäumen reiche Gegend ein wahres Paradies.
Im Apelt'ſchen Hauſe war das zweite Stockwerk für das junge Paar prachtvoll eingerichtet, der alte Apelt hatte ſelbſt den eben ſo eleganten als we vollen Schmuck gekauft, ſchenken ſollte. Beide, Vater und Sohn, waren nach der Hauptſtadt gereiſt geweſen, und Kiſten und Bal⸗ len kamen, während ſie ſich noch in Prag aufhielten, bei Madame Apelt an, welche dann jedes nber neuen Verwandten noch einige Klätſchbaſen einlud, um bei Kaffee und feinem Backwerk die Be⸗ wunderung dieſer Damen zu genießen.
Daß Marianne auf alle dieſe Herrlichkeiten kaum
einen Blick warf, wurde von Madame Apelt entwe⸗
der nicht bemerkt oder für Schüchternheit ausgel⸗ Madame Apelt redete ſelbſt gern und viel,
Monate waren dahin gegangen, für Carl Apelt unendlich langſam, für Mariannen erſchreckend ſchnell.
Die Braut war nicht unfreundlich gegen ihren Verlobten, ſie erwiderte jedes ſeiner Worte mit Ar⸗ tigkeit, ſie zeigte ſich kindlich und aufmerkſam ge⸗ gen ſeine Eltern, aber auf feine Weiſe wußte ſie jeder Vertraulichkeit, wozu ihn ſein Verhältniß be⸗ rechtigte, auszuweichen, kaum reichte ſie ihm beim Kom⸗ men und Gehen die Hand, und da ſie ſein Du, mit
dem er ſie anredete, noch nicht ein einziges Mal er⸗ widert hatte, blieb ihm nichts übrig, als Mariannen ebenfalls mit Sie anzureden. Es war unter ſolchen Verhältniſſen natürlich, daß Carl mehr als einmal ſeine Werbung um Marianne bereute. Seine Eitelkeit ward auf das Empfind⸗
t geſprächigen Frau eine lob Zu jener Zeit warſe
nach vollzogener Trauung mit ſeiner Gattin
Welt zu ſehen bekomme.
war Mariannens Schweigſamkeit in den Augen der enswerthe Eigenſchaft.
in der Gegend von Mil⸗ denau noch Gebrauch, daß reiche und angeſehene Per⸗ ſonen glänzende Hochzeitsfeſte veranſtalteten, zu wel⸗ chen Verwandte und Freunde aus der Nähe und Ferne eingeladen wurden. Es fiel daher nicht wenig auf und fand von Seiten der Eltern heftigen Wi⸗ derſtand, als Carl erklärte, er habe die Abſicht gleich
Reiſe anzutreten, damit Marianne Etwas vor
Im Stillen hoffte er,
deßhalb
den ſein Sohn der Braut
ſich auf dieſem Ausfluge ihr Trübſinn verlieren würde, 5„
durch welchen ſich Carl auf das Empfindlichſte ver⸗!
letzt fühlte.
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Marianne war mit Carl's Vorſchlage zufrieden,
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