Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
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le V. Der.

Jera Jeſſenheit

erhielt er die des Guafen von ng genügte ihm affen, daß man debeld bedienen zublicum förmlich bier nicht ſämmt⸗ e dies aber Alle ehen, das er cl⸗ r, und obgleich n ſeinenBrie⸗ aniomus in be⸗ igen ſie ihn doch ſolcher Vergeſſen⸗ imliche Charakter die Fahne ſeines für berechtigt, ſich als deren erſtes

Wie alle Miß⸗ mvon den bevor⸗ ſah man ihn die agreifen und den

ichen auf den gerichteten Com⸗ a die Arena vor ichen Gewinn, der it der Revolution anfangs Villens, abet mit Verach⸗ er Wuth in einer den TitelDer genwärtigen Ope⸗ rhraunten Einbil⸗ tter, einer wilden des Volks gegen rt, Kevolutionait

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vierte Folge.

ſtechenden Blicken und unverſchämten Redensarten im Munde vom erſten Tage an im Convent erſcheinen und den äußerſten Gipfel des Berges einnehmen.

ohne Maß und ohne ein anderes Ziel, als das Böſe ſelbſt, ſehen wir ihn nun ſyſtematiſch Partei gegen Alles ergreifen, was an Ehrenhaftigkeit und Tugend

in der Nation und in der Regierung vorhanden war.

Marat verhehlte ſich nicht, daß es genügen würde, den entfeſſelten Leidenſchaften zu ſchmeicheln, um die Menge dahin zu bringen, den Thron umzuſtürzen und auf den Trümmern der ehemaligen Gewalten eine Schreckensdictatur aufzurichten. Dieſe Dictatur war den Tribunen vorbehalten, Marat machte ſich deshalb zum gewaltthätigſten von allen. In den Journalen, in welchen ein leidenſchaftlicher und Rache athmender Ton wiederhallte, nannte er ſichVolks⸗

Marat bewohnte die Etage in Nr. 20 der Rue de dEcole de Medicine, welche wir oben beſchrieben ha⸗ ben, nicht allein. So ſchwer man es ſich vorſtellen kann, daß ein ſolcher Mann lieben und geliebt wer⸗ den konnte, ſo erblicken wir doch an ſeiner Seite eine Frau, Namens Simonne Evrard, welche ihn als einen verkannten Wohlthäter der menſchlichen Geſellſchaft betrachtete und deſſen größtes Vertrauen genoß.Er

hatte ſie, ſagte Vergniaud,eines ſchönen Tages

freund und gab ſpäter dieſen Titel auch dem auf⸗- vor dem Altar der Natur geheirathet. Ihre Liebe wiegleriſchen Blatte, deſſen er ſich bediente, um die war Marat's einziges Gut; denn, man muß ihm dieſe Septembermaſſacres, die Verurtheilung Ludwig's XVI. Gerechtigkeit erweiſen, wenn er eine mit Blut beſie und die Ermordung des ſämmtlichen Adels und der gelte Gleichheit predigte, ſo übte er wenigſtens, wäre Geiſtlichkeit zu fordern und zu organiſiren. Er hatte es auch nur aus Oſtentation geſchehen, die Tugend ſch zum Selaven des Pöbels gemacht, und dieſes der Gleichheit und der Wohlthätigkeit ſelbſt aus und machte ihn zum Dictator, denn der Erfolg iſt immer er blieb ſo arm, wie ihn die Revolution gefunden auf Seiten derjenigen, welche die öffentliche Meinung hatte. Wenn man jedoch einer Erzählung der Ma⸗ uneräſſig aufzureizen verſuchen. Er hatte in ſeinem dame Rolland glauben darf, ſo war die plebejiſche uf au das Volk damit begonnen, einige Köpfe Einfachheit, welche ihm ſeine Anhänger zur Tugend ngen, um die Feinde des Volks auf lange anrechneten, nur in einem Theile ſeiner Wohnung zu

Zeit zur Ruhe zu bringen; in ſeiner Schmähſchrift erblicken. Das an der äußerſten linken Seite des Es iſt um uns geſchehen! ging er ſchon weiter und Stockwerks gelegene Zimmer, welches wir als Boudoir ſagte:Fünf⸗ bis ſechstauſend Köpfe müſſen fallen, bezeichneten, war mit einem geſuchten und übertrie um dem Volk die Ruhe, die Freiheit und das Glück benen Luxus ausgeſtattet, der für einen ſtrengen Re⸗ zu ſichern, und zwei Jahre ſpäter verlangte er fünf⸗ publikaner zu lebhaft an die petits salons der Regent⸗ malhunderttauſend Köpfe für die Guillotine. Man ſchaft erinnerte. Hier empfing Marat die Frauen, welche ihn beſuchten, und das Mobiliar war, wie die

ſieht, er war ein Mann des Fortſchritts.

Zur Belohnung für ſeine Hingebung an die nie⸗ Rechnungen des Wohlfahrtsausſchuſſes darthun, von drige Rolle eines Knechtes und Henkers, welche er Unterſchleifen angeſchafft. Die amtlichen Commiſſaire =im Namen des Volkes übernommen hatte, wurde und Augenzeugen liefern die Beweiſe dazu. Mag Marat von irgend einem der Wahlcollegien von Paris man ſie, unter dem Vorgeben, daß Marat ſein gan⸗ als Deputirter in den Convent geſchickt. Er nahm zes Leben hindurch das Muſter eines Puritaners ge⸗ ſeinen Sitz neben Robespierre und Danton ein, deren weſen ſei, beſtreiten wie man will, die Verderbtheit gewählte Kleidung ſeltſam mit ſeinem unanſtändigen ſeiner Sitten iſt zu bekannt, um dieſe Behauptung Anzuge contraſtirte; ein grobes, an den Ellenbogen nicht zu beſtätigen. Es möge hierbei auch gefragt geflicktes Camiſol, ein ſchmutziges, auf der Bruſt offe- werden, wie ſich das zahlreiche weibliche Perſonal nes Hemd, ſammetne, mit Tintenflecken überſäete erklären läßt, welches Marat's Hausſtand bildete. Beinkleider, baumwollene Strümpfe, Schuhe, welche Wir finden hier Simonne und ihre Schweſter Catha⸗ mit Bindfaden feſtgebunden waren, bildeten ſeinen rine Evrard, Jeanette Maröchal, die Köchin, die Anputz. Auf der kleinen, mit Schmutz bedeckten Ge⸗ Frau Pain, welche Portiersdienſte verſah und bei ſtalt ruhete ein gegen ſeinen übrigen Körper unver⸗ V der Expedition desVolksfreundes angeſtellt war, hältnißmäßig großer Kopf; die Haare trug er an den und andere Frauen, alle in dem Alter zwiſchen zwan⸗ Schläfen anliegend und hinten mit einem Lederriemen zig und zweiunddreißig Jahren. Unter ſeinen übrigen Ein runder, breitkrämpiger Hut V Gönnerinnen zählte er noch die Geiſterſeherin Ca⸗ tharine Théot und Théroigne de Mericourt, welche eine der Banden der Faubourgs befehligte. Von dieſer letzteren, welche eine nichtswürdige alte Närrin war, exiſtirt noch folgendes bisher nicht veröffent⸗

zuſammengebunden. umrahmte ſein Geſicht, welches von abſtoßender Häß⸗ lichkeit war, und in welchem zwei runde, helle Tiger⸗ augen glänzten. So ſehen wir ihn mit einem ſpöt⸗ tiſchen Lächeln auf den Lippen, mit herausfordernden,