Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
648
Einzelbild herunterladen

OOÿÿx** 2. 3=.

OꝭCÿ;

Studien, die er gemacht hatte, berechtigten ihn zu keiner andern Zukunft, als ein Charlatan zu werden, aber ſein Ehrgeiz bewog ihn, kaum ſechszehn Jahre alt, Ludwig XV. um die Vergünſtigung zu bitten, ſich der wiſſenſchaftlichen Expedition unter dem Abbé von Auteroche anſchließen zu dürfen, welche ſich nach Tobolsk begab, um den Durchgang der Venus durch die Sonne zu beobachten. Sein Geſuch wurde zwar nicht genehmigt, aber er verlor die Expedition oder vielmehr ihre Reſultate nicht aus den Augen. Wir werden ſehen, in welcher Weiſe er Vortheil daraus zu ziehen wußte.

Wenn man der Schilderung glauben will, welche er in der Nummer ſeines Journals vom 14. Januar 1793 von ſich ſelbſt entwarf, war er von reizbarem Gemüth, feuriger Einbildungskraft, aufbrauſendem Temperament, offenherzig, beharrlich und von recht⸗ ſchaffener Denkungsart, und ſein Herz war für alle Leidenſchaften, namentlich aber für die Liebe zum Ruhm empfänglich. In jedem Falle iſt es gewiß, daß die Beſcheidenheit nicht ſein Erbtheil war.

Ein armſeliger akademiſcher Erfolg hatte ihn berauſcht. Er träumte von einer großen Zukunft und nahm ſich vor, die Welt mit ſeinen wiſſenſchaft lichen und mediciniſchen Entdeckungen in Staunen zu verſetzen, allein er wurde nicht verſtanden, weder in London noch in Paris. Er ſchrieb damals einen anſpruchsvollen, abgeſchmackten, ſchwächlichen, Ekel erregenden ſogenannten Herzensroman, welcher unter dem Titel:Verliebte Abenteuer des jungen Grafen Potocki und der ſchönen Lucilie Sobiesky in London erſchien und im Jahre 1848 von Paul Lacroix nach angeblichen Originalmanuſcripten aufs Neue heraus⸗ gegeben wurde. Ferner ſchrieb er ein Werk unter dem Titel:Von dem Menſchen, oder die Principien und Geſetze des Einfluſſes der Seele auf den Körper und des Körpers auf die Seele, gedruckt zu London im Jahre 1773, undEntdeckungen über das Licht undUnterſuchungen über das Feuer. Alle dieſe Schriften blieben jedoch unbeachtet. Inzwiſchen hatte Voltaire das BuchVon dem Menſchen in dem Journal de politique et de littérature beſprochen und ſeine Kritik mit einer bittern Ironie geſchloſſen, womit er der eitelen Perſon, die Camille Desmoulins im Jahre 1792die preußiſche Spinne nannte, geradezu ans Leben ging.Niemand, ſagte er, wird es billigen, daß man von einem Locke, einem Mallebranche, einem Condillac als Ignoranten ſpricht. Wenn jedoch Herr J. P. Marat ſeine Zeitgenoſſen ſchlecht behandelt, muß man geſtehen, daß er mit den alten Philoſophen nicht beſſer umgeht.... Das Reich des Nichts iſt groß, möge er darin herrſchen. Das

Novellen⸗Jeilung.

Buch ſank aus dem Lächerlichen in die Vergeſſenheit zurück.

Damals unternahm es Marat, die Arbeiten des Abbé Chappe auszunutzen, und gab im Jahre 1782 ſeinePhyſiſchen Uuterſuchungen über die Elektrici⸗ tät heraus, welche nichts als eine Reproduction der Beobachtungen des genannten Gelehrten über die natürliche Elektricität ſind. Eine zwei Jahre ſpäter von ihm erſchienene Arbeit über eine der ſtreitigſten Fragen der Heilwiſſenſchaft:Unterſuchungen über die mediciniſche Elektricität enthielt eine klare, ernſt gehaltene Darſtellung des Gegenſtandes, welche wirk⸗ lich ſein eigenes Product war und von der Akademie zu Rouen gekrönt wurde. Da ſich hierauf einige Fachblätter mit ihm beſchäftigten, erblickte ſich Marat auf dem Gipfel ſeines Ruhmes, auch erhielt er die Stelle eines Arztes in dem Marſtall des Grafen von Artois. Die ſo beſcheidene Stellung genügte ihm zwar keineswegs, aber er hatte begriffen, daß man ſich der Preſſe als eines gewaltigen Hebels bedienen könne. Er bombardirte daher das Publicum förmlich mit ſeinen Geiſtesproducten, die wir hier nicht ſämmt⸗ lich namhaft machen wollen. Es war dies aber Alles

vergeblich; das vorübergehende Aufſehen, das er cr⸗

regt hatte, erneuerte ſich nicht wieder, und obgleich er die Akademie der Wiſſenſchaften in ſeinenBrie⸗ fen über den akademiſchen Charlatanismus in be⸗ leidigendſter Weiſe angriff, ſo würdigten ſie ihn doch nicht der geringſten Beachtung. In ſolcher Vergeſſen⸗ heit verbitterte ſich aber dieſer erbärmliche Charakter immer mehr, und, als Calviniſt die Fahne ſeines Glaubens hochtragend, hielt er ſich für berechtigt, ſich gegen alle Privilegien zu empören, als deren erſtes Opfer er ſich betrachtete.

So kam das Jahr 1789 heran. Wie alle Miß⸗ vergnügte, hatte er das Bewußtſein von den bevor⸗ ſtehenden Stürmen, und plötzlich ſah man ihn die Regierung mit äußerſter Heftigkeit angreifen und den Miniſter Necker wegen eines angeblichen auf den allgemeinen Bankerott Frankreichs gerichteten Com⸗ plots denunciren. Indem ſich nun die Arena vor ihm öffnete, berechnete er den möglichen Gewinn, der aus dem Kampfe der Autorität mit der Revolution für ihn abfallen könnte, und er war ganfangs Willens, ſich dem Hofe zu verkaufen. Hier aber mit Verach⸗ tung zurückgewieſen, machte er ſeiner Wuth in einer nichtswürdigen Schmähſchrift unter dem TitelDer politiſche Maler, oder Tarif der gegenwärtigen Ope⸗ rationen Luft. Mit einer hirnverbrannten Einbil⸗ dungskraft, einem gehäſſigen Charakter, einer wilden Gemüthsart, durch die Empörung des Volks gegen den König bis zum Delirium exaltirt, Revolutionair

und ohle ſelbſ, Alles elge, der Nation

Marat ve ffeſſelte

- eben re fe n

un

den en Menge dahih und auf der eine Sähfte wat den deshalb zu Journalen, athwender b freund un wiegleriſche Septembern ond die Err Geiſtlickeit ſih zum E machte ihn auf Seiten eerwiſſg Af al nge zeit zur R E iſt um ſagte: F um dem 2 zu ſichern, malhunder ſieht, er h Zur? drige Rol i Name Marat vo als Deput ſeinen Sitz Fwäͤhlie Anzuge: geflicktes nes Hen Beinklei mit Bin Anputz. ſtalt ruh hältnißm Sühlifen zuſamme umtahme lichteit augen tiſchen;