Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
647
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Hierte Folge 647

Sobald ich darf; ich kann denken und arbeiten, ich habe zu viel Walterſches Naturell in mir, um über meine Perſon und mein Herz verfügen zu laſſen, als ſei ich ein willenloſes Geſchöpf, eine todte Sache! Selbſt nicht von der geliebten Mutter oder von Dir, hochverehrter Großvater.

Frau Lindau war über die kühne Rede ihrer Tochter erſchrocken auf einen Stuhl geſunken, und wagte gar nicht aufzuſehn, dagegen flog ein heller Schein, faſt wie ein wohlgefälliges Lächeln, über des Oberförſters Geſicht.

Ich merk' es, Du haſt etwas von meiner Art, biſt Blut von meinem Blute, obgleich Du Deinem Vater ähnlich biſt von Zügen und Geſichtsausdruck; es wäre gut geweſen, wenn Deine Mutter auch ſo viel Feſtigkeit beſeſſen hätte Deinem Vater gegenüber, ſie iſt, wie ihre Mutter war, ſanft, nachgiebig!

Marianne ſah mit leuchtenden Augen hin zu dem Alten und wollte ſich in ſeine Arme werfen, doch er hielt ſie durch eine Handbewegung fern.

Sachte, ſachte, Kind, ich zürne Dir nicht, ich will Dein Bocd, und das beſteht nicht in einer Ver⸗

anz Reichel. Du wirſt ihn am erſten

5 Du eines andern Mannes geſchätztes Weib biſt. Franz Reichel bekommt Dich niemals, auch wenn er kein Künſtler wäre, ſchon ſein Jähzorn iſt mir Grund genug Dich ihm zu verſagen.

Franz iſt nicht jähzornig, Großvater, heftig, leidenſchaftlich mag er ſein, das ſind auch andre bras⸗ Männer, jähzornig aber iſt er nicht, gewiß nicht!

Als ob ich nicht Beweiſe hätte, wenn Einer ſich ſo vergißt, ſogar die heilige Schrift dem Lehrer an den Kopf zu werfen!

Damals iſt er ein Knabe geweſen!

Zwölf Jahre war er alt; ich kann Dir aber noch mehr ſagen, allein ich habe nicht nöthig meine Handlungsweiſe vor Dir zu verantworten. Mit mei⸗ nem Willen wirſt Du nicht Herrn Maler Reichel's Frau, einſperren werde ich Dich freilich nicht, und willſt Du davon laufen, ſo thu es, die Thür ſteht Dir offen, und nun, gute Nacht!

Den andern Morgen wurde das Frühſtück wie gewöhnlich ſchweigend eingenommen, Marianne ſah blaß aus, war aber durchaus nicht mürriſch oder wei⸗ nerlich, weil ſie wußte, daß der Großvater dies durch⸗ aus nicht leiden konnte. Der alte Herr ſelbſt warf zuweilen, während er ſeine Morgenſuppe, einen Seitenblick auf die Enkelin, aber es war ein liebe⸗ voller, ſeit geſtern Abend war ihm das Mädchen, in

Lindau, als ſeiner Tochter Kind geſehen hatte, wer⸗ ther geworden und mit beſonderer Weichheit ſagte er zu ihr:Die ſchönen Rothbuchen, welche Du ſo liebſt, Marianne, mußt Du Dir heute trachten.

oder morgen be⸗ (Fortſetzung folgt.)

Jean Paul Marat').

Das Haus Nr. 20 in der Rue de l('Ecole de Medicine, früher Rue des Cordeliers, in Paris iſt von ziemlich dürftiger Bauart. Es enthält ein Erd⸗ geſchoß mit einem breiten Thorwege und drei fünf⸗ fenſtrige Etagen. Nichts, als ſein trauriges und düſteres Aeußere, welches man durch einen gelblichen Anſtrich etwas zu erheitern verſucht hat, zieht die Aufmerkſamkeit der Vorübergehenden auf ſich. Tritt man in den Hof, ſo bemerkt man im erſten Stock, rechts an dem innern Giebel ein Fenſter mit blinden Scheiben, welches einen faſt unheimlichen Anblick ge⸗ währt. Durch dieſes Fenſter fällt bleich und matt das Tageslicht in das Zimmer, in welchem Marat tödtlich getroffen unter dem Meſſer eines jungen Mädchens fiel, welches die Geſchichte unter dem Na⸗ men Charlotte Corday kennt. In dieſes Zimmer, welches Marat während der letzten achtzehn Monate ſeines Lebens bewohnte, gelangt man, nachdem man von der Treppe aus ein breites Gewölbe durchſchrit⸗ ten hat, durch ein großes, vom Hofe her erleuchtetes Vorzimmer; ein kleines Gemach führt in das Cabi⸗ net, wo die Badewanne Marat's ſtand, einen Raum, welcher kaum zwei Perſonen faſſen kann. Ein Schlaf⸗ zimmer, ein Salon, ein Boudoir, nach der Straße zu gelegen, vollenden die Wohnung, deren Eintheilung noch heute dieſelbe iſt, wie zu der Zeit, in welcher jenes Drama ſpielte, an das es erinnert; nur die Fenſter ſind etwas moderniſirt worden. Man ver⸗ ſichert, daß der rothe Anſtrich der viereckigen Back⸗ ſteine, womit das Badezimmer gepflaſtert iſt, die Blutſpuren Marat's bedeckt.

Jean Paul Marat war kein Franzoſe. Von cal⸗ viniſtiſchen Eltern abſtammend, war er im Jahre 1744 zu Boudry in der Schweiz, einer kleinen Stadt in der Nähe von Neufchatel geboren. Das Fürſtenthum Neufchatel gehörte aber damals Friedrich II., dem Freunde Voltaire's, und Marat war ſomit preußiſcher Unterthan. Die ſehr mangelhaften medieiniſchen

*.) Aus einem vor einigen Tagen unter dem Titel;Marie- Anne Charlotte de Corday d'Armont in Paris erſ ſenenen

dem er bisher mehr die Tochter des ihm verhaßten

Werke.

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