Hauſe.
„Herr Oberförſter, ich verſichre Ihnen—“
„Sie ſind gewarnt! Daß Sie die Dame ver⸗ theidigen, iſt Ihre Schuldigkeit. Sie aber nur, wenn Sie dieſelbe meiden. Alle Lie⸗ besverhältniſſe, welche mit einer Heirath nicht endigen können, taugen nichts, und iſt die Geliebte ſchwach, ſo muß der Liebende ſtark ſein! Einem redlichen, vernünftigen jungen Manne habe ich genug geſagt!“
Der Forſtgehülfe ſagte kein Wort, ſondern ging ſchweigend aus dem Gemache.
„Marianne!“ rief der Oberförſter mit dröhnen⸗ der Stimme. Die Gerufene trat ein.
„Marianne, Du warſt dieſen Morgen früh auf, ich noch früher, ich hörte Deinen leiſen Tritt, Jäger haben ſcharfe Sinne. Du haſt wahrſcheinlich Ab⸗ ſchied genommen. Du wirſt roth, gut! Höre heute das letzte Wort. Weine nicht, ich kann es nicht lei⸗ den! Franz kann niemals der Deine werden. Seine Eltern haben ihm faſt nichts hinterlaſſen, das ihm zugedachte Erbtheil braver Verwandter hat er durch Eigenſinn verſcherzt. Statt in Wien die Handlung zu erlernen, hat er gezeichnet und gemalt, jetzt iſt er in die weite Welt und denkt als Raphael oder wenig⸗ ſtens als van Dyk zurückzukehren. Jetzt meint er es ehrlich, aber ich habe geſehn, was Deine arme Mutter als Künſtlersfrau litt und wie Dein Vater ſie ge⸗ quält hat.“
„Großpapa!“
„Still! Der Künſtler iſt der größte Egoiſt, er liebt nur ſich, ſehnt ſich im Grunde nach Nichts als nach Befriedigung ſeines. Ehrgeizes oder ſeiner Eitel⸗ keit, wie man es nennen will, und ſeine Liebe iſt aus Phantaſie und Egoismus, aus Sinnlichkeit und Schwär⸗ merei zuſammengeſetzt, ſelten von Dauer. Schlage Dir Franz aus dem Sinn, keinen Briefwechſel hinter meinem Rücken, Du kennſt mich, damit gut!“
Ohne ein Wort zu erwidern, verließ auch Mari⸗ anne das Zimmer, und auf den vernehmlichen Ruf: „Ernſt!“ erſchien der junge Vetter.
„Eruſt, Du biſt vierzehn Jahre alt, kein Kind mehr, Dein Vater hat Dich Deiner Geſundheit we⸗ gen zu mir geſchickt, und Du haſt Dich Gott Lob erholt, aber Du mußt noch kräftiger werden, alſo laß Deine Bücher, nimm die Büchſe, ich will meine neue probiren, und wir wollen dabei nach den neuen Anpflanzungen ſehn. Heute Abend kannſt Du den Caro zu dem jungen Apelt bringen, er hat mich um den Hund gebeten, und da ich keine jungen Jagd⸗ hunde brauche, mag er ihn nach Belieben dreſſiren.“
„Schön, Herr Oberförſter!“
Jetzt waren nur noch die drei Frauenzimmer im Die alte Magd arbeitete in der Küche, Frau
Novellen⸗Zeitung.
Hier bleiben können
Lindau ſetzte ſich unter den großen blühenden Apfel⸗ baum vor dem Hauſe und nähte, Marianne kam mit einer andern Handarbeit zur Mutter, nachdem die nöthigen Hausgeſchäfte von ihr beſorgt waren.
Vor den beiden Frauen lag eine große, blu⸗ mige, von Gebüſch und blühenden Bäumen einge⸗ faßte Wieſe, auf welcher ſummende Käfer und ſingende
Vögel umherflatterten, den Hintergrund bildete eine
maleriſche Kette bewaldeter Berge, über ihnen wölbte ſich der tiefblaue Himmel, und das große alterthüm⸗ liche Forſthaus ſchien ein ſo friedliches, angenehmes Aſyl, es war ſo ſonnig, ſtill und ſchön in der Natur; wie konnte der vorüberziehende Wandrer in Mutter und Tochter Andre als Glückliche vermuthen? Marianne blickte jetzt die blaſſe Mutter liebevoll an und ſagte leiſe:„Mutter, ich bin kein Kind
mehr, ſage mir, ich bitte Dich, war Deine Ehe mit meinem Vater keine—“ ſie wagte nicht weiter zu ſprechen.
„Meine liebe Tochter,“ erwiderte die Mutter, und ihre Stimme bebte,„ich liebt⸗ Deinen Vater, er glaubte mich zu lieben, aber—
„Er— war doch Dir, der beſten ſchnſten Frau, — nicht treulos?“
„O nein,“ erwiderte die ſchöne Muttes n term Lächeln,„er liebte wohl am meiſten auf der Welt nur mich, aber meine Liebe war ihm doch nur wenig, denn als er ſich von der Welt nicht ſo ge⸗ feiert ſah, als er es erwartete und zu verdienen glaubte, da belachte er meine Tröſtungen, wies ſie oft rauh zurück und ſeinen Tod fand er im Strome!“
Die Mutter barg das Geſicht in den Händen, die Tochter ſprang auf und umarmte die Mutter, ſie lehnte ihr müdes Haupt an des Kindes Herz und weinte leiſe.
Ein Jahr ſcheint dem, der ſein Liebſtes in der Fremde hat und nach Jahresfriſt erwartet, von un⸗ ermeßlicher Länge, aber es geht doch eben ſo ſchnell hin wie jedes Jahr, und Marianne, welche ſelbſt in der rauhſten Winterzeit die Kaſtanie beſucht hatte, unter welcher ſie ihrem Franz das Lebewohl geſagt hatte, freute ſich jetzt wieder an ihren Blüthen.
„Uebers Jahr, wenn ſie wieder blüht, iſt auch mein Franz wieder da,“ ſagte ſie zu ſich ſelbſt,„o dann, dann wollen wir vereint den Großvater bitten, bis er uns ſeinen Segen giebt.“
An Franzens Wiederkommen zweifelte ſie nicht, eben ſo wenig wie an ſeiner Treue. Er hatte nur einige Male geſchrieben, aber aus der Fülle ſeines liebevollen Herzens. Auch von ſeinen Ausſichten hatte er geſprochen, ſie waren gut, denn der König Lud⸗
oit⸗
wig von⸗ 3 eſeh Bild(der g vollen h Rünchel Auch deb
0s un jicht einen une vur wunderune In dreihig J ſo viel v gehü ulfe der d Curt ke unre abhängig es ſeine A er doch h und ließ Collegen die Karte ſcin
ſln
wie immer Eine gewöhnli mahle un Le etwas re dem Kell geſiegelte wir beko Ma
len ſich Großvat forſtmeiſ A dem G ſein S T
tete m beiten, T
und a fachen Apelt W ter, e den


