Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
643
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welcher für Caul vegkaufen wollen, r gelacht haben, der es em Mädchen von bieten zu können, eihn auf das Grund gefün⸗ en niedergeſchle⸗

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Allein Franz erwiderte Carl's ſpöttiſche Bemer⸗ kungen kaum mit einigen Worten, auf ſchlaue, weit hergeholte Fragen, wie Franz mit Mariannen ſtehe, wich dieſer eben ſo ſchlau aus, und als jetzt der Arzt des Dorfes in ſeinem leichten Wägelchen die Wandrer einholte und Franz einlud, ein Stück Weges mit ihm

zu fahren, nahm dieſer es dankbar an und ſprang ſchnell in den Wagen. Carl ſah ihm mit gerunzelter Stirne nach, dann

Folge.

Nachdem das Mahl ſchweigend eingenommen war, gab der Oberförſter den beiden Forſtgehülfen ſeine Befehle für den Tag; den jüngſten fragte er, ob ſich noch Schnepfen gezeigt hätten, und als dieſer bejahte, ſagte der Alte:will heute einige für den Herrn Pfarrer ſchießen, er ſoll noch immer nicht ganz her⸗ geſtellt ſein, ein Patient muß etwas Gutes ſpeiſen; he, was iſt da zu lachen Ernſt? Ich ſchieße zebn Schnepfen, ehe Du eine triffſt.

wandte er ſich links nach Steindörfel zu, und nach dem er ſich ſorgfältig umgeſchaut hatte, ſich zu über⸗ zeugen daß ihn Niemand bemerken könne, ſchlüpfte er in ein Häuschen, deſſen Bewohnerin nicht im beſten Rufe ſtand, aber in der ganzen Gegend gefürchtet war; man nannte ſie entweder Mamſell Emerentia oder auch die Renzelhexe.

Die große Schwarzwälder Uhr in dem hellen altmodiſch eingerichteten Zimmer zu ebener Erde im Forſthauſe ſchlug Fünf, Marianne überblickte den Tiſch, zu ſehen ob ſie ja nichts vergeſſen habe, und zugleich, pünktlich mit dem Schlage der Uhr, traten aus den awſtoßenden Gemächern der Oberförſter Wal⸗

nens Mutter Frau Lindau ein, einige Decukee vurde die Thür, welche nach der Flur ging, rafch geöffnet und die zwei Forſtgehülfen nebſt einem dem Oberförſter verwandten Knaben er⸗ ſchienen zum Frühſtück. Eine ältliche Magd mit einer Schüſſel voll dampfender Suppe und drei ſchöne Jagdhunde machten den Beſchluß.

Der Oberförſter, ein rieſenhafter Mann mit brau⸗ nem Geſicht und funkelnden Augen, hielt ſich gerade wie eine Tanne; wenn er ſprach, zeigte er zwei Reihen prächtiger Zähne; nur einige Fältchen an den Augen⸗ winkeln und die Schieferfarbe ſeines kurzgeſchnittenen Haares zeigten an, daß er im Greiſenalter ſtand, denn er zählte bereits fünfundſechzig Jahre.

Nachdem er ſein ſtilles Gebet ſtehend beendet hatte, was auch die Andern thaten, ſetzte er ſich und ſagte mit angenehmer tiefer Stimme:guten Mor⸗ gen Euch Allen, und guten Apetit.

Er grüßte ſtets zuerſt, das komme dem Hausvater zu, ſagte er, die Anweſenden erwiderten einen Tag wie den andern:Guten Morgen, Herr Oberförſter, guten Appetit, nur ſeine Tochter ſagte:Papa.

Marianne nahm am untern Ende des Tiſches Platz, ſie legte erſt dem Großvater die Mehlſuppe vor, dann ſchenkte ſie ihrer Mutter den Geſundheits⸗ thee ein, reichte den Forſtgehülfen Kaffee, Ernſt friſche Milch, ſetzte den Hunden ihren Morgenimbiß in die beſtimmte Ecke, erſt dann füllte ſie ſich ihren Teller mit Suppe.

O Herr Oberförſter, ich lache nur weil Fräu⸗

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lein Bürger nicht einmal wußte, daß die Schnepfen

im Fluge geſchoſſen werden müſſen; daß Sie Augen wie ein Falke haben, weiß ich ſehr wohl.

Da iſt ebenfalls Nichts zu lachen, ein Frauen⸗ zimmer braucht nur zu wiſſen, wie ſie die Schnepfe für den Tiſch zuzurichten hat.

Als ſich der jüngſte Gehülfe entfernt hatte, ſagte der Oberförſter zu dem älteſten:Curt, ein Wort!

Curt wechſelte die Farbe, er wußte was das bei dem Oberförſter zu bedeuten hatte, die beiden Frauen und Ernſt hatten inzwiſchen geräuſchlos das Gemach verlaſſen, und der Alte ſprach jetzt mit einem halb gutmüthigen halb ärgerlichen Tone:Curt, ich bin kein Spion, aber Sie wiſſen, ich bin flink auf den Beinen und habe gute Augen; zufällig ſah ich Sie geſtern zur Manſell Emerentia gehn und vor Ihnen noch Jemanden. Ich ſah Sie und jene junge Dame ſpäter aus dem Hauſe kommen. Curt, ich war Ihres Vaters beſter Freund, ich habe Sie ſtets wie einen Neffen behandelt, oder nicht?

Gewiß, Herr Oberförſter.

Laſſen Sie ſich warnen. Mamſell Emerentia iſt keine Hexe, wie das dumme Volk ſie nennt, aber eine Intriguantin nnd leichtſinnige Perſon. Sie war vor zwanzig Jahren und länger eines vornehmen Mannes Gelibhte und wurde Kammerjungfer der Gräfin von C.... Ihr Beſchützer hatte ſie der Gräfin empfohlen. Was ſie Alles getrieben hat, kümmert mich nichts, Gutes iſt es aber nicht geweſen. Später iſt ſie wieder hierher gekommen, weil ſie in der Gegend noch eigen wohlhabenden Verwandten hatte, deſſen Nachlau iſt ihr auch zugefallen. Wie ſie lebt, geht mich niches an, ſo lange ſie ſich um

Jahren meine Tochter verkuppeln wollen, und ſpäter kurz, Mamſell Emerentia ſchlägt Karten, prophe⸗ zeit aus der Hand, trägt hinter den Rücken der Eltern Liebesbriefe, hetzt Leute zuſammen, und iſt nur glücklich, wenn ſie Ränke ſchmieden kann. Sie, möglich daß die Neigung jener Dame zu Ihnen eine reine iſt, allein ſie iſt unerlaubt, denn

die Meinigen nicht kümmert; allein ſie hat vor zehn

mein lieber Curt, ſind ein ſchöner junger Mannz. ſ