Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
637
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Füße. Von dieſer Höhe wurde er herabgeſtürzt und nach ſeinem Falle iſt er rieſengroß. Das ganze Gedicht Hiob's iſt die Entwickelung des einen Gedanken: der Größe in dem Unglücke. Hiob iſt majeſtätiſcher im Unglück als im Glück. Der Ausſatz wird ihm zum Purpur. Die Tiefe ſeines Falles ſetzt die um ihn in Schrecken Sie ſprechen zu ihm erſt nach einem Schweigen von ſieben Tagen und ſieben Nächten. Seine Klage hat etwas Stilles, Düſteres, Magiſches an ſich. Während er die Würmer in ſeinen Geſchwüren mit einem Scherben abkratzt, ruft er die Geſtirne an. Er ſpricht zu Orion, den Hyaden, die erdie Glucke nennt, und zu denSternen gegen Mittag. Er ſagt:Gott ſetzt dem Finſtern ein Ende. Den Diamanten, da er verborgen iſt, nennt erden Stein der Dunkelheit. Er gedenkt in ſeiner Noth des Unglücks Anderer und er findet tragiſche Worte, die erkälten wie Eis:die Einſame, die nicht gebiert. Aber er lächelt auch, und dann wird er noch grauenvoller. Bei ihm ſind Eliphas, Bildad und Zophar, drei Muſterbilder neugieriger Freunde, zu denen er ſagt:Ihr ſpielt auf mir wie auf einem Saitenſpiele. Seine Rede, Gott gegenüber demüthig und unterwürfig, iſt bitter gegen die Fürſten,die Fürſten der Erde, die das Wüſte bauen, ohne anzudeuten, ob er ihr Grabmal oder ihr Reich meint. Tacitus ſagt ebenfalls: solitudinem faciunt. Jehovah verehrt er, er betet ihn an und unter der ſchmerzlichſten Geißelung durch Leiden aller Art geht ſeine Auflehnung nicht weiter, als daß er Gott fragt: warum läſſeſt Du nicht ab, bis ich meinen Speichel ſchlinge?2 Das Gedicht iſt viertauſend Jahre alt. In der⸗ ſelben Zeit vielleicht, da der räthſelhafte Aſtronom von Den⸗ derah ſeinen geheimnißvollen Thierkreis in den Granit mei⸗ ßelt, gräbt Hiob den ſeinigen in den menſchlichen Geiſt, und fein Thierkreis beſteht nicht aus Sternen, ſondern aus Leiden. Er dreht ſich noch über unſern Häuptern. Wir haben von Hiob nur die von Moſes verfaßte hebräiſche Ueberſetzung. Ein ſolcher Dichter mit einem ſolchem Ueberſetzer giebt zu denken. Der Mann vom Miſte wird überſetzt durch den Mann vom Sinai. Hiob iſt in der That ein Prieſter und ein Seher. Er leitet aus ſeinem Drama ein Dogma ab; er leidet und folgert. Leiden aber und folgern heißt lehren. Der Schmerz und das Denken führen zu Gott. Hiob lehrt. Nachdem er den Gipfel des Dramas erreicht hat, regt er den Grund der Philoſophie auf; er zuerſt zeigt jenen erhabenen Wahnſinn der Weisheit, der zweitauſend Jahre ſpäter von der Ergebung zur Selbſtopferung, zum Kreuze wird. Das er Verklärung der Calvarienberg.

5.

Die letzten Stunden des Prinzen Albert. Am nächſten 14. December we

irde, doch ſein Andenken iſt in England noch jetzt eben ſo em und lebhaft

Ni 1 Whig Folgendes:

Goe 44 Lohom zug aus einem Briefe zugegangen, welcher kurz nach dem

Es iſt uns von auswärts ein höchſt intereſſanter Aus⸗

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Folge. 637 Tode des Prinzen Al

bert von einem Mitgliede des Haushalts der Königin geſchrieb

en wurde. Die höchſt vertrauliche Stel⸗ lung, welche der Schreiber des Briefes zu jener Zeit beklei⸗ dete, giebt nicht blos die Sicherheit einer vollkommenen Zuver⸗ läſſigkeit, ſondern verleiht auch den folgenden Zeilen ein ganz beſonderes Intereſſe. Nachdem er den Kummer und die Be⸗ ſorgniſſe des ganzen Hofes für die Königin beſchrieben hat, ſpricht der Schreiber von dem perſönlichen Verluſt, den er durch den Tod des Prinzen Albert erlitt: 4 Wie werde ich ſeine Unterhaltungen in Bezug auf die Kinder vermiſſen! Er pflegte oft in das Schulzimmer zu kommen, um über die Erziehung der Kinder zu ſprechen, und er verließ mich nie, ohne daß ich fühlte, daß er meine Hände gekräftigt und das Ziel, nach dem ich ſtrebte, erhöht hatte. In der Atmoſphäre, die ihn umgab, konnte nichts Gemeines oder Unbedeutendes beſtehen; die Unterhaltung konnte ſich nicht um Kleinliches drehen, wenn er im Zimmer war. Ich fürchte die Rückkehr des Frühlings für meine erhabene Ge V bieterin. Der Frühling war ihm die liebſte Zeit des Jahres die ſich öffnenden Blätter, die frühzeitigen Blumen und das ffriſche Grün waren für ihn eine ſo große Wonne; und er liebte es ſo, ſeine Kinder auf ihre Schönheiten aufmerkſam zu machen, daß es ſchrecklich ſein wird, ſie ohne ihn zu ſehen. Die Kinder verſorgten ſeinen Tiſch immer mit Primeln, die er ganz beſonders liebte. Der letzte Sonntag, den er auf Er⸗ den verlebte, war für die Prinzeſſin Alice ein ſehr geſegneter, darauf zurückzublicken. Er war ſehr krank und ſehr ſchwach, und ſie blieb den Nachmittag allein bei ihm, während die Andern in der Kirche dem Gottesdienſte beiwohnten. Er bat, man möge ſein Sopha an das Fenſter rücken, damit er den Himmel und die an ihm vorüberziehenden Wolken ſehen könne. Dann bat er ſie, ihm etwas vorzuſpielen, und ſie gab ihm einige von ſeinen liebſten Liedern und Chorälen zu hören. Nachdem ſie eine Zeitlang geſpielt hatte, blickte ſie auf und ſie ſah ihn mit gefalteten Händen, als ob er im Ge⸗ bet begriffen ſei, und mit geſchloſſenen Augen auf ſeinem cken liegen. So lag er lange Zeit, ohne ſich zu bewegen, ſo daß ſie glaubte, er ſei eingeſchlafen. Dann blickte er auf und lächelte. Sie ſagte:S hliefen Sie, mein theurer Vater?O nein, antwortete er,ich hatte nur ſo heiße Gedanken. Während ſeiner Krankheit waren ſeine Hände oft zum Gebet gefaltet; und wenn er nicht ſprach, ſo zeigte ſein heitres Geſicht, daßdie glücklichen Gedanken bis ans Ende mit ihm waren. Die Standhaftigkeit der Prinzeſſin Alice hat uns Alle in Verwunderung geſetzt. Sie ſah von dem erſten Augenblicke, daß die Standhaftigkeit ſowohl ihres Vaters wie ihrer Mutter von ihrer Feſtigkeit abhange, und ſie gab ſich ans Werk, dieſer Pflicht zu genügen. Er ſprach gern offen von ſeinem Zuſtande und hatte viele Wünſche auszudrücken. Er hörte gern Choräle und Gebete. Er konnte mit der Königin nicht von ſich ſelbſt ſprechen, denn ſie konnte es nicht ertragen, es zu hören, und ſie verſchloß die Augen

vor der Gefahr. Ihre Tochter ſah, daß ſie ganz anders han⸗

deln müſſe, und ſie ließ ihre Stimme nie zittern, und ebenſo⸗ wenig vergoß ſie eine Thräne in ſeiner Gegenwart. Sie ſaß bei ihm, lauſchte auf Alles, was er ſagte, wiederholte die kirchlichen Lieder und dann, wenn ſie es nicht länger ertragen konnte, ging ſie ruhig nach der Thür und eilte dann in ihr Zimmer, um bald wieder mit demſelben ruhigen und blaſſen Geſichte zurückzukehren, ohne daß man eine Spur von dem Schmerze, dem ſie ſich eben hingegeben hatte, bemerken konnte. Seitdem habe ich einige Unterredungen mit der armen Kö⸗ nigin gehabt. Das erſtemal ſagte ſie zu mir:Sie können