Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
634
Einzelbild herunterladen

4

Meer geſtürzt. Auch war es am ſelben Golf, wo

634

folge. Denn er hatte meilenlang eine Schiffbrücke durch die Bucht gezogen, und nachdem er von der Rednerbühne auf ihrer Mitte geſprochen und geprunkt hatte, wurde die ganze Nacht auf dem Meere gezecht. So lang die Brücke war, ſtand Tafel an Tafel ge⸗ deckt, und wie dieſer Weg im Meere von tauſend und tauſend Lichtern, ſtrahlten rings die Golfufer on feſtlichen Flammen. Am Morgen ſchwammen ort die Leichen Derer, die Trunk oder Frevel in's

der genialſte Teufel unter den Cäſaren ſeine geliebte Mutter empfing. Die luſt⸗ und herrſchſüchtige Fürſtin hatte ihm arg zu ſchaffen gemacht, nun endlich feierte Nero mit ihr in Freude und Jubel ein kaiſerliches Verſöhnungsfeſt. Als ſie Nachts über den Golf zu⸗ rückfuhr, ging ihr goldſtrahlendes Schiff, das Geſchenk des liebevollen Sohns, auf einmal auseinander, ganz ſtille ſollte ſie in die Fluthen verſinken. Agrippina aber, durch Kühnheit und Geiſt ſo berühmt wie durch unverwüſtliche Schönheit, rettete ſich durch Schwim men und kam glücklich auf ihrem Landgute am Lu⸗ criner See an. Da aber erreichten ſie Nero's Henker

2

Novellen⸗Zeitung.

landeten, als ſie mit ſcheuem Staunen gewahrten, wie viele Seen, Grotten und Höhlen hier gähnten, wie oft heiße Dämpfe brauſend aus der Erde brachen, wie der ſchwefelige Boden dumpf unter den Füßen dröhnte und wankte, da dachten ſich die kindlichen Menſchen, hier irgendwo müſſe der Eingang ſein in die Unterwelt. Kämen ſie jetzt wieder, ſo würde ſie dieſe Gegend vollends mit einem Hauch des Todes und der Schattenwelt empfangen. Eine grauenvolle Oede, eine ſchreckliche Stille umfängt die Stätten, wo ſich einſt die wilden Schlachtgeſänge miſchten un⸗ ter das Jubeln und Kreiſchen der Luſt. Die Golfe und Seen ſind einſam, die Uferhöhen braune Wüſte, ohne Friſche, ohne Schattenkühle: ſtickige Dünſte athmet der Boden. Der Tod, der Feind der lachen⸗ den Geſchlechter, hat ſich hier geſättigt und verweilt noch mit Wohlgefallen. Nur zuweilen ſtößt man, wie auf ein verlorenes Juwel aus zerriſſener Krone, noch auf ein Stückchen Zaubergarten, wo Laub und Pflan⸗ zen ſich in glanzvoller Ueppigkeit drängen. Da ſchwimmt es in der Luft wie ein weiches wollüſtiges Hauchen, wie entnervende Ahnung unſäglicher irdiſcher Wonnen.

und erſchlugen ſie, und riſſen ihr alle Kleider ab,

Wahrlich, über dieſer Gegend webt noch immer ein

und dann wäre, ſo flüſterte man ſich lachend zu, der unheimlicher Zauber.

kaiſerliche Sohn gekommen und hätte ſeine Augen

geweidet an den ſchöuen Formen des todten Mutter⸗ endlich an den halbverſunkenen alten Hafenpfeilern Puzzuolis vorbei ins Meer ſtießen. Wie im Fluge

leibes.

Dieſe Römer der Kaiſerzeit bewieſen doch ſchon einige Anlagen, um in der Hölle Profeſſoren zu wer⸗ den. Stromweiſe kommen auf dieſem Erdfleck gräu⸗ liche Erinnerungen, doch ſieh auf dem wüſten Meere landet ein Schiff bei Puteoli, ein günſtiger Südwind hat es in zwei Tagen von Siciliens Meer⸗ enge hergetrieben. In der großen Handelsſtadt giebt es bereits Chriſtenbrüder, und da ſie hören, welcher hochtheure Mann auf dem Schiffe ſei, eilen ſie an Bord und laſſen nicht ab mit Bitten, bis er ſieben Tage bei ihnen bleibt, umgeben von ehrfürchtiger liebevoller Pflege. Dieſer Mann war Paulus, der Gewaltigſte unter den Apoſteln, die damals im wei⸗ ten Römereich rüſtig arbeiteten, um ein Reich zu gründen, deſſen geiſtiger Gehalt höhere Beſeligung gewährte, als alle Luſt und Macht der Welt. In dieſem Reich wurde ein anderes Geſetz verkündet, als herzloſe Ausbeutung von vielen Tauſenden durch ei⸗ nige ſtolze Schwelger. In Puteoli, der großen Werk⸗ ſtätte für die Mittel ungeheurer Ueppigkeit, wie erſchüt⸗ ternd mochte dort Paulus, der mit durchdringendem Tiefblick ſeiner Zeit in Herz und Nieren ſah, von den Gerichten predigen, die über die Römerwelt her⸗ einbrechen ſollten! Schrecklich war ihr Wüthen. Als die erſten Griechen an dieſen abenteuerlichen Küſten

Es war ſchon ſpät Abend geworden, als wir

ſchnitten wir unter vollen Segeln durch den Golf bis Niſita; das Schiffchen glich einer Möve, die mit weißen Flügeln zwiſchen Mondesglanz und dunkeln Fluthen hinſtreicht. Als wir aber an den Felsberg kamen, auf deſſen Höhe das hellweiße Caſtell von Niſita glänzte, hatten wir ſo raſch, wie man eine Mütze umkehrt, den heftigſten Seitenwind in unſeren Segeln. Ich dachte mir, ob unſere Schiffer die Barke wohl herumbrächten um die bleiche, nackte Felshöhe. aee arbeitend hielten wir uns jedoch immer noch

in paar Bootlängen von ihr ab, andern Seite fleckte es mit den Rudern noch eine gute Strecke. Wir traten in eine Straße zwiſchen Ufern und dunkeln, ſchroffen Felsinſeln; dort waren Fiſcher, die aus den Booten Fackeln über's Waſſer hielten und nach Fiſchen ſtachen. Das unaufhörliche Klatſchen der Wogen, das Heulen des Windes in den Felslöchern, das Schreien der Leute, das Ineinander⸗ ſpielen von Fackeln und Mondlicht machte eine zau⸗ berhafte Wirkung, Bald aber verſtärkte

ans Geſtade und riſſen unſere Barke hin und her wie eine Nußſchale. Es ſah genau ſo aus, als müß⸗ ten wir jeden nächſten Augenblick zerſchellen. So viel man im unſichern Mondſchein und Wellendunſt

und auch auf der.

ſich der Wind, mit ſchrecklichem Toben praſſelten die Wellen

ſehen tonüte ſtade, und! ſced,won

ein paamme zwalt

Steuel 4 ermunte aufangen zi Geſang Ne aber, ich w oder vom a der Keh die Nacht vorwärts f Als w heure Ruif Johanna J ſtarrt, wurde liche Sage Johanna ge Ritters ſatt durch eine auch nicht man an jede und an jede Erdtiefen en unſern paar noch zuſamme Hirn, wie es thenden Wog die brechend wir die Licht wie er gekor

Mirſch nialität als in ſeinem n über die ganze Bild, ſie für das heben.

Er be haut und ſch

igen einige

Die hö⸗

Das

ie da

keinen Wärn

kann, ſo en