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—— Hand. Aus der Art, wie das
ſchlachtenden Vieh muß
Bochzeit beiſteuernd.
Vierle
ſtehende Feier erforderliche Bedarf an Holz eingeholt, für die Braut von Weibern.
Freitag Nachmittag(in Kreta den dritten Tag vor der Hochzeit) kommen die weiblichen Verwandten zuſammen, das Brautbett unter beſonders für dieſe Gelegenheit beſtimmten Geſängen zurecht zu machen. Jede bringt zu dieſem Zwecke irgend eine Kleinigkeit herbei, und wäre es auch nur ein wenig Stroh. Auf das friſch ausgebreitete Linnen werden Weizenbrod, Limonen, Orangen, Myrthen und Lorbeer aus⸗ geſtreut, über die Kopfkiſſen in drei Halbkreiſen Brombeeren und Myrthenblüthen gelegt mit leicht verſtändlicher Symbo⸗ lik. Brod bedeutet Fülle, Limonen, Orangen, Myrthen und Lorbeer den Wunſch, daß die Liebe in der Ehe immer gleich friſch grünen und blühen und duften möge; die Brombeere iſt das Zeichen der Fruchtbarkeit.
Den Sonnabend Morgen beginnt das feierliche Schlach⸗ ten. Der Bräutigam ſelbſt muß den Stoß auf das erſte Schlachtvieh führen; doch darf das nicht nüchtern geſchehen. Gegen Oſten gewandt fällt ſo das erſte Thier durch ſeine Blut des Thieres geſpritzt iſt, ob in einem geraden Strahl oder in Zickzack, daraus, ob daſ⸗ ſelbe ſich auf die Zunge gebiſſen oder geſchäumt hat, und ähn⸗ lichen Erſcheinungen wiſſen alte Weiber und Männer un⸗ trüglich zu prophezeien, wie die bevorſtehende Ehe beſchaffen ſein wird. Bei dem für den Bedarf des Hauſes der Braut zu das erſte Stück von der Hand eines Jünglings, deſſen beide Eltern noch am Leben ſind, getroffen werden. In alle dem wird ſich ein Reſt des großen Opfers, welches die alten Griechen vor jeder Hochzeit den Ehegöttern brachten, kaum verkennen laſſen.
Im Laufe des Samstages ſammeln ſich dann die Gäſte, jeder Fleiſch, Brod und Wein zu den Schmauſereien der
Des Nachmittags geht von einem mit Speiſe und Trank ſchwer belaſteten Pferde begleitet einer der genaueſten Freunde des Bräutigams als Bote zu der Braut ab, bei ihr zu ver⸗ bleiben, bis ſie zu dem Hochzeitszuge abgeholt wird.
Im Hauſe des Bräutigams iſt Abends ein ſolennes Ge⸗ lage, an dem er ſich ſelbſt jedoch nicht betheiligen kann, da er während deſſen mit beſonderen Ceremonien zu dem morgenden Tage geſchmückt wird. Frauen waſchen ihm nach orientali⸗ ſcher Sitte den Kopf und zwar mit Waſſer, das von einem Sohne noch lebender Eltern zu dieſem Zweck feierlich einge⸗ holt iſt; der Brautführer ſtutzt ihm den Bart; zum Schluß kämmen ihm die Frauen das Haupthaar. Alles das geſchieht unter Abſingung von Liedern, die betrauern, daß nun auch er ſein jungfräuliches Leben verlaſſen und weltlich werden wolle, und welche mit einem klagenden Weinen endigen.
Gleichzeitig werden der Braut, in deren Hauſe Ruhe herrſcht, von ihren Freundinnen die Haare gekämmt und ge⸗ flochten. Von den bei dieſer Gelegenheit geſungenen Liedern lautet ein in Theſſalien übliches:
Vom Berge mit der Gipfel drei Tönt ſo herab des Falken Schrei: „Daß heut' und morgen Abend auch Ein jeder Wind in Ruhe ſei!
Es macht Hochzeit ein Jüngling fein Mit einem blonden Mägdelein.“
Am Morgen des anderen Tages macht ſich nach dem Frühſtück der Bräutigam unter Begleitung des Brautführers und der geſammten Verwandtſchaft und IKundſchaft auf, die Braut aus ihrem Hauſe zu der Trauung abzuholen. Sowie
dieſe das elterliche Haus verläßt, überſchüttet ſie ihr Ehege⸗
Folge.
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mahl mit Geldſtücken, Reis, Korn und Baumwollenſamen, lauter Zeichen der Fruchtbarkeit. Doch bevor ſie dieſem folgt, nimmt ſie erſt mit Geſang rührenden Abſchied von ihren Eltern und der ganzen bisherigen Nachbarſchaft; ein für dieſen Augenblick beſtimmtes theſſaliſches Liedchen lautet: Ich laſſ' einen Gruß der Nachbarſchaft, einen Gruß den Meinen allen,
Ich laſſe meinem Mütterchen drei Flaſchen bitteren Giftes, Die eine trinkt ſie morgens früh, die andre zu dem Mittag, Die dritte und die giftigſte an allen Feiertagen.
Dabei bricht die Braut in lautes Wehklagen aus und ſträubt ſich dem Zuge zu folgen. Wenn dann der Braut⸗ führer ſagt:„Laßt ſie doch, weil ſie weint,“ lautet ihre wahr empfundene Antwort:„Führet mich fort von hier, aber laßt mich weinen.“
Hierauf ſetzt ſich der Zug, den Fiedler und Citherſpieler anführen, unter Geſang nach der Kirche in Bewegung. Die Braut geht, meiſt zu Pferde, in der Mitte deſſelben von dem Brautführer und einer Verwandten geleitet; ihr Geſicht iſt mit einem feuerrothen durchſichtigen goldbefranzten Schleier verhüllt, wie wohl auch der altgriechiſche Brautſchleier feuer⸗ roth war.
Nachdem dann das neue Paar in der Kirche von dem Prieſter eingeſegnet iſt, werden Kränze, die bald aus Lilien und Kornähren, den Symbolen der Reinheit und Fruchtbar⸗ keit, beſtehen, bald aus Weinblättern, die mit Bändern und Gold⸗ und Silbertreſſen geſchmückt ſind, auf ihre Häupter gelegt und von dem Prieſter und dem Brautführer dreim herüber und hinüber getauſcht. Daſſelbe geſchieht mit den goldenen und ſilbernen Ringen, welche der Geiſtliche vom Altar nimmt und dem Brautpaar anſteckt; das Wechſeln ge⸗ ſchieht hier noch häufiger, aber zum Schluß verbleibt der goldne Ring dem Bräutigam, der ſilberne der Braut. Hier⸗ auf wird das Paar dreimal um den Altar herumgeführt unter einem über ihre Häupter gehaltenen Shawl. In My⸗ konos werden ſie währenddeſſen mit Fauſtſchlägen und Fuß⸗ tritten tractirt; welchen Sinn hat das? Zum Schluß giebt der Prieſter denſelben Wein zu trinken und läßt ſie von den in den Wein geworfenen Brodſtückchen eſſen. Damit iſt die kirchliche Feier beendet.
Hienach wälzt ſich der Zug unter verwandten Geſängen in derſelben Ordnung wie zuvor nach dem Hauſe des Bräu⸗ tigams, mit der ängſtlichen Sorge, keinem anderen Hochzeits⸗ zuge zu begegnen, was für ein böſes Omen gilt. Dabei werden aus allen Fenſtern von Verwandten und Freunden Geldſtücke, Reis, Baumwollenſamen, Zuckerwerk, auch Nüſſe herabgeworfen und dem jungen Paare die beſten Wünſche zugerufen.
Bevor die Braut dann in das Haus ihres Eheherren eintritt, müſſen erſt eine ganze Reihe von Ceremonien vorge⸗ nommen werden.
Zunächſt wirft ein Kind von dem Dache des Hauſes auf das neue Paar verſchiedenes Backwerk herab. Dann bringt man der Braut ein in vier Stücke geſchnittenes Brod, deſſen vier Theile ſie vor ſich, hinter ſich, nach rechts und links wirft, und einen Topf Waſſer, welchen ſie gleichfalls nach den vier Himmelsgegenden ausſchüttet; das Hinwerfen von Brod und Waſſer, den beiden für das Leben unentbehr⸗ lichſten Dingen, hat ohne Zweifel gleichfalls einen Glück und Fülle verheißenden Sinn.
Hierauf entwickelt ſich eine weitere Scene mit den Schwiegereltern der Braut, welche derſelben bedeutende Ge⸗ ſchenke an Oelbäumen oder Weinſtöcken und ſo weiter ver⸗


