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der Stiſtung zu o manche heil⸗ erſt ein, daß n ſte darum
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haft im Schloß⸗ Prinz G.. ide wiederholte er andern her⸗ Hofſängerin⸗ en Haaſe aus
Herr Haaſe
doch erwähnte ſie deſſen auffallender Weiſe
en höchſten bis—
Vierte Folge. 619 erntete allgemeinen Applaus. Eigenthümlich war„Vor vielen Jahren,“ ſagte ſie,„beabſichtigte es, daß ihm beim letzten Strich ſeine Quinte ſprang. der Gärtner die nun umgeſtürzte Pappel umzuhauen. Während der Zwiſchenpauſe wurden allerhand Ich kam noch rechtzeitig dazu, als er ſchon die Axt Erfriſchungen gereicht. Die geiſtreiche Concertgeberin an die Wurzel gelegt hatte, und die Pappel wurde verſtand es, ihre Gäſte ſtets in angenehmer Span⸗ begnadigt. In dieſer Zeit war der Profeſſor S. ge⸗ nung zu erhalten, ſo daß eine gewiſſe Etikette, welche fährlich erkrankt.“ der Rang des Prinzen bedingte, weniger fühlbar war. Ich wagte nicht, verwundert zu lächeln, da ſie Im zweiten Theile des Concerts ſollte ihr ſelbſt ungewöhnlich ernſt ſchien. eine Ueberraſchung bereitet werden. Herr Hofſänger„Ich will Ihnen anvertrauen,“ fuhr ſie fort, D. aus Deſſau trug Beethoven's Adelaide vor. War„wem die zweite Pappel zugehört. Es iſt meine nun die Wahl dieſes Muſikſtückes Zufall oder Abſicht, Freundin Fräulein R... aus Deſſau. Ich habe Be⸗ ich weiß es nicht. Der Sänger trug die herrliche fehl gegeben, daß dieſer Pappel kein Leid zugefügt Compoſition mit ſo viel Empfindung und Ausdruck werde. Der Stiftsgärtner hat ſie auf meine ſonder⸗
vor, daß Alle davon ergriffen wurden und ihm rei⸗ V bare Grille, wie er ſich ausdrückt, ſtehen laſſen, ob⸗ ihm unbequem zu ſein ſcheint. Er kennt
chen Beifall zollten. Die Aebtiſſin ſchien ſehr ernſt, wohl ſie unbeweglich. Der gelungene Vortrag ließ ſie einen meine Gründe nicht. Es hat auch bis jetzt Niemand Blick in ihr jugendliches Paradies thun. Die erſte davon gewußt, die Freundin und den Freund aus⸗ Liebe mit dem vollen Jugendfeuer des ſiebzehnten genommen. Sie haben manchmal mit Wohlgefallen Jahres war durch ihre Seele gezogen und hatte ſie ihre Pappeln von dieſem Zimmer aus betrachtet. zurückverſetzt in jene Zauberwelt, da, wie der Dichter Vergeſſen Sie die Geſchichte dieſer Pappeln nicht, ſagt, das Leben noch wie ein ſchöner voller Maitag V aber ſchweigen Sie davon, bis einſt das Schickſal vor ihr lag. auch der zweiten erfüllt ſein wird.“
Sie blieb in dieſem Zuſtande ernſter Rührung, Als ich Moſigkau unfreiwillig verließ, führte ich als ſie ihre Gäſte entließ. einen gelegentlichen Briefwechſel mit der Aebtiſſin.
Ihre ernſte Stimmung dauerte noch einige Tage Sie nahm fortwährend den regſten Antheil an fort. Ich hielt dies für eine Nachwirkung des Con⸗ meinem Geſchick und wußte bei jeder Gelegenheit mir
etwas Gehöriges zu ſchreiben. Heiterkeit durchwehte
ihre Briefe, wenn es mir wohlging, und zartes Mit⸗
nicht. „Vermiſſen Sie da vor meinem Fenſter nichts?“ leid, verwebt mit Appellation an männliche Stand fragte ſie mich unerwartet. baſnigheit, wenn ich duldetk.— 3 3 „Allerdings,“ erwiderte ich.„Es ſtanden da„Die Liebe ſo ſchrieb ſite bei meiner Verhei⸗ rathung,„iſt das einzige Leben im Leben. Sie trägt
zwei große Pappeln, und heute ſehe ich nur noch eine.“
„So iſt es,“ ſagte ſie.„Der Sturm hat die andere umgeſtürzt.“
Sie blätterte nachdenklich in ihrem Stammbuche.
„Als ich vor vierzig Jahren in die hieſige Stif— tung eintrat,“ fing ſie wieder an,„pflanzte der Gärt⸗ rne dieſe zwei Pappeln. Es waren friſche, ſchlanke, niedliche Bäume. In dieſen zwei Pappeln lebten mir ein Freund und eine Freundin.“
Als ſie ſahe, daß ich auf ihre Rede geſpannter wurde, fuhr ſie fort:
„Wie wunderbar ſich Alles in meinem Leben fügt! Geſtern eignen ich einen Brief, worin mir angezeigt wurde, daß der Profeſſor S. in Breslau, der mir in der umgeſtürzten Pappel lebte, plötzlich durch einen Sturz aus dem Wagen zu Tode gekom⸗ men iſt.“
Ich wußte nicht gleich, was ich hierauf antwor⸗ ten ſollte. Mir fielen unwillkürlich die Hamadryaden der alten Griechen ein.
Die Aebtiſſin ging noch weiter.
den Abglanz einer höhern Welt und knüpft das Ir⸗ diſche an das Ewige. Aber ſie will auch mit beſon⸗ derer Aufmerkſamkeit gepflegt ſein!“ „Ich nehme“, ſchrieb ſie beim Tode meines ein⸗ zigen Sohnes mit den Worten Spitta's, „Ich nehme, was Du mir beſtimmſt, Ich laſſe fahren, was Du nimmſt; Mach's, wie Du wlllſt, ich bin's zufrieden, Nur daß wir bleiben ungeſchieden! Ich wär' ein Thor, wenn ich auf mich Vertrauen wollte, nicht auf Dich! Hätt'ſt Du Dich mein nicht angenommen, Ich wäre nicht zu Dir gekommen!“
Ihr Wahlſpruch war dergleichen Briefen gewöhn⸗ lich beigefügt.
Bei meinen ſpätern Beſuchen in Moſigkau fand ich ſie merklich verändert. Ihr ſchwarzes Haar fing an zu bleichen. Aber immer noch bewahrte ſie ſich bei ihrem gebrechlichen Körper eine Friſche des Gei⸗ ſtes, die man nur bewundern konnte.


