614 Novellen⸗ZJeitung⸗ ſchüttelte das Mädchen, welches übernächtig geworden— er war abgereiſt aus Langeweile, hatte alſo auch i leiſe Fieberſchauer empfand. ihr armes Herz betrogen, welches ohne ihn verſchmach⸗ Armee a, Wie ein ſcheues Reh floh Maria jetzt in das tete wie die Blume, der man Licht und Sonne ge⸗ fen adüe Haus und in ihre Kammer. Hier warf ſie ſich auf V nommen hat... des albe 55 deas Bett und weinte bitterlich. Das unſchuldige Aber ihr Mißtrauen und mit ihm ihr tiefer bnd dn Herz empfand das erſte Weh der Liebe und ſtrömte Schmerz währten doch nur eine kurze Zeit. Die Er⸗ Muiſhe ſ es in hellen Thränen aus. Der Schlummergott küßte innerung an Oskar's Herzlichkeit und innige Liebe ten und endlich die letzte von ihren roſigen Wangen und tauchte mächtig in ihr auf, und mit ihr wuchs auch ttaangen V 1 wiegte ſie in ſeinen ſanften Armen, bis am Morgen ihr Vertrauen zu ihm wieder, und ſie fing an die ten zu denn Maria's Mutter die Langſchläferin durch lauten Reden Richard's für böswillige Verleumdung oder für Pas V Ruf erweckte. Unkenntniß zu halten. Aiebe Füßs . Noch dreimal wiederholte ſich das grauſame Spiel 1 Von Tage zu Tage hoffte ſie vertrauensvoll auf etwas enig dieſes vergeblichen Wartens; noch drei Abende lang V eine Nachricht von ihm, aber vergeblich, und immer Aber 1 ſaß Maria zuerſt hoffnungsvoll, dann immer trau⸗ mehr ſank ihr Muth der Hoffnung, wenn auch nicht ſehen, ſond riger einſam auf der trauten Raſenbank, bis der ihr Glaube an Oskar, den ſie durch ein widriges„So hi Morgen graute, und kehrte endlich beim erſten Hah Geſchick von ſich ferngehalten meinte. er es nir ni nenſchrei in das Haus zurüc, mit ihren heizen„Ich wußte es ja wohl,“ ſeufzte ſie oft unter woran ij— V Thränen den Weg und die Kiſſen ihres Lagers be⸗ Thräuen,„daß man ihn mir nicht laſſen würde; der rnheae khauend. 3 7 ſchöne vornehme Herr und das arme Landmädchen 85 nac V di lin die len ran di den Fe rieuae V durften nicht für einander leben.“— it nie da nich anger. C we rafen ge. Kor War er haulos: krank? geſtorben? De Gedanke V Doch auch Richard erhielt keinen Brief vom Gra⸗ zuande
4 an tauſend ſchlimme Moͤglichkeiten erfüllte das fen, und Frau von Holzau triumphirte bereits:„Siehſt Faſt ir liebende Herz mit verzehrender Angſt, und ſie ſuchte Du, was es mit ſolcher Liebe eines echten Cavaliers Frau von 9 einen Weg, auf welchem ſie ſicher war dem Kammer⸗ für eine 1nepnainne zu bedeuten hatte! Da heißt Sie tre
5 0( 11 diener Richard vom Schloſſe täglich zu begegnen. 8 iit vol 2n Mecht: anis dem Orke ans dem Sinn die letzten T Sie traf ihn auch, und wie gewöhnlich begann er ein Doch Richard ſchüttelte bald bedenklich das Haupt cllichen Iu Geſpräch mit ihr 3 Er hatte ſeine Nebengedanken und fand noch an dem⸗. wüſtungs 3—. 3 Verwüſtr
Das war es eben, was Maria gehofft hatte, und ſelben Tage Gelegenheit mit Maria ſelbſt zu ſprechen, Varvüſ 3 3 3 erhielt aber dabei die volle Ueberzeugung, daß auh Kharkt m
dh ihrer Meinung ſehr geſchich erkundigte ſie ſich fe keine directe Nachricht vom Grafen erhalten habe. verging und
bei ihm nach dem Grafen Oskar. Fr il d Gräff 4 4 da war die
d hatt ſeden Fiich autet und Er thei te auch as der Gräfin von Holzau mit, und arauf hatte nun wieder Richard gewartet und dieſe triumphirte, daß die Banerndirne von jenen und hatte erzählte dann in unbefangenſter Weiſe, daß es dem glücklich vergeſſen ſei. Sie ko 1 V Herrn Grafen, welcher ein etwas lockerer junger Herr„Wer weiß,“ fügte ſie bedeutſam hinzu,„ob, wenn daß Ostar ſei, der in allen Dingen ſchnelle Abwechslung liebe, Oskar zur Vernunft kommt, nicht Alles gut wird und var ſie b
in Holzau langweilig geworden wäre und nicht mehr mein Plan gelingt.“ un bei die 6 gefallen hätte. Deshalb ſei er ab- und wieder in die Aber endlich nach fünf Wochen langte ein Brief Sie t 1 Reſidenz gereiſt. 1 des Grafen unter Richard's Adreſſe an, der nicht aus tef errüthe Weiter konnte Maria vorläufig nichts erfahren, der Reſidenz, ſondern aus einer mehr nordwärts ge⸗ derbar ſchö denn noch einmal zu fragen wagte ſie nicht. Aber legenen Stadt datirt war. Der Inhalt des Couverts und bange b ddieſes Wenige war genug geweſen, um ihr eine gif- beſtand in einem Briefe an Maria, welchen Richard kühlem R tige Dolchſpitze in die Bruſt zu ſenken. Sie hielt ſich ſofort an Frau von Holzau ablieferte.'„Jch ½ nicht länger bei Richard auf, ſondern entfloh gleich⸗ Die gnädige Frau trug kein Bedenken, das Sie⸗ endlich au V ſam, um in der Einſamkeit ihrem unſäglichen Weh gel ihres Neffen zu löſen und den Inhalt des Brie⸗ empfing in heißen Thränen Luft zu machen. fes zu leſen, welcher ja doch niemals an ſeine Adreſſe in den
Richard blickte ihr ſchadenfroh nach und beeilte gelangen ſollte. Dieſer Inhalt überzeugte denn die Eſobald ni
V ſich das Schloß zu erreichen, um Frau von Holzau Dame allerdings von dem completen Gegentheil„In Bericht abzuſtatten. ihrer glücklich errungenen Meinung. Der Brief war dann iſt Die arme Maria fühlte ſich tief unglücklich. ein die zärtlichſte und innigſte Liebe verrathendes hen und V Graf Oskar, der Mann, auf deſſen Wort und Treue Schriftſtück. Er enthielt die ausführlichen Erlebniſſe ſie gebaut hatte wie auf ein unverletzbares Evan⸗ des Grafen, erzählte vom Tode des Freundes, von gelium, liebte ſchnelle Abwechslung in allen Dingen ſeiner Verhaftung und gezwungenen Soldatenpflicht
*


