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jetzt ertragen, weil Leonore nichts gethan hatte, um
610 Novellen⸗Zeitung. ihr einziges Dichten und Trachten ging darauf hinaus,
„Theures Mädchen,“ las ſie mit vor Aufregung ihn zu verwirklichen. Mit einem Schlage ſah
ſie nun zitternder Stimme,„eine unaufſchiebbare Pflicht ruft alle ihre ſchönen Hoffnungen vernichtet und ſtarrte mich ſofort von hier. Nicht einmal den Abend darf
augenblicklich wieder recht troſtlos in das Weite. ich erwarten, um Dich noch einmal an mein liebendes
Da wurde leiſe die Thür geöffnet, und Richard, Herz zu drücken. So bald als möglich kehre ich zu ein Diener der Frau von Holzau, ſchlängelte ſich durch Dir zurück, um dann auf ewig mit Dir vereint zu dieſelbe in das Gemach. Richard war der vertraute ſein. Oskar.“ Diener ſeiner Herrin, und dieſe hatte ihm beim Ein⸗„Nun, was ſagen Sie dazu, gnädige Frau?“ treffen des Grafen Palm in Holzau den Auftrag er⸗ ſagte Richard mit erkünſtelter Theilnahme.
theilt, den Grafen zu überwachen und von ſeinem„Schändlich! ſchändlich!“ eiferte Frau von Holzau,
Thun und Treiben, von ſeinen Reden und Aeußerun—„das darf niemals geſchehen. Und wenn Leonore ihn ſ r i 3 f Le ir 3 6; 5 3. e; C.
gen beſonders in Bezug auf Leonoren Notiz zu nehmen. nicht beſitzen ſoll, dieſe Dirne darf es gar nicht—
Das hatte Richard auch dienſtbefliſſen gethan, und) ſolchen Seandal, eine ſolche affröſe Mesalliance i ſeine Zuvorkommenheit gegen den Grafen war durch⸗
V meiner Familie, in dem gräflichen Hauſe aus nicht dem Herzen entſprungen, ſondern einfache ein, Richard, das Mädchen darf Gelegenheitsmacherei, um unverdächtig beobachten zu halten, dieſen nicht und keinen können. verlaſſen, ihn untreu glauben, Mit verſchmitztem Lächeln und unter devoten V thun, um ſeine Rückkehr und e Bücklingen ſchlich er jetzt an Frau von Holzau heran Beiden zu verhindern.“ und flüſterte:„gnädige Frau, eine wichtige Neuigkeit„Aber wie wollen über den Grafen Oskar!“ Frau? Ich habe mit eigenen Augen geſehen, wie ra— Doch Frau von Holzau ſchüttelte unwillig den ſend verliebt der Herr Graf in das Mädchen war— Kopf, als wollte ſie über dieſen nichts mehr hören, und und das Mädchen iſt ſchön, ſehr ſchön, das muß ihm ſagte:„Ach, der Graf iſt fort.“ „Aber er hat etwas zurückgelaſſe
der Neid ſelbſt laſſen.“ „Laß mich nur mach „Etwas zurückgelaſſen?“ frug die Dame aufmerk⸗ alle Briefe, welche er ſamer,„einen Brief vielleicht, Richard?“— iſt ein Glück, daß er gerade „Einen Brief auch, gnädige Frau, abe wählt hat. Gelingt es uns dann nur, ihn einige noch mehr, ein ſüßes Liebchen hier im W Die ſchöne Maria aus der Meierei,
Zeit von hier entfernt zu halten— bah, es iſt kein Stein ſo hart, daß ihn nicht die Tropfen allmählich
Gnaden ja geſehen baben, iſt es. Mit ihr vertändelte
der Herr Graf zärtliche Stunden im Walde, und an
aushöhlten; ſollte denn eine ſolche Liebe ſtärker ſein?“ 1„Aber wenn es nun nicht gelingt ihn fern zu ſie iſt auch dieſes Briefchen hier gerichtet, dem noch andere nachfolgen ſollen.“
halten, gnädige Frau, wenn er den Verrath ahnte, plötzlich zurückkehrte und Alles entdeckte— entdeckte,
„Ah, welche Entdeckung!“ Holzau,„jetzt wird mir Alles klar! O Richard,
daß ſeine Briefe nicht an Maria gelangt ſind?“ „Das wird ſo ſchnell nicht gehen, ſoll nicht ſo Richard, und das muß ich erleben! Zeig her den Brief. Er gab ihn Dir zur Beſtellung? Ha, ſie darf—
n Palm! nein, den Brief nicht er⸗ audern. Sie muß ſich und wir müſſen Alles in Wiederbegegnen der
wir das anfangen, gnädige
n, gnädige Frau.“ en und liefere mir vorläufig an ſie ſenden ſollte, ab. Es
r noch mehr, aldesgrunde. welche Eure
ſtöhnte Frau von
ſchnell gehen. Ich bin in der Reſidenz nicht ohne Ver— niemals erhalten! Quelle horreur! Wir müſſen das
bindungen— ha, das könnte gelingen! Ein Schrei— ben an den Oberſten Dumont, welcher im vorigen
Schriftſtück leſen, um zu erfahren, wie weit dieſer
Scandal ſchon gediehen iſt.“—
Jahre in Holzau Quartier hatte und ſich ſo lebhaft — Wenn man ihn auf Palm Sie riß den mit Mundlack nur leicht verſchloſſe— nen Zettel, welchen der Graf zu Pferde in
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für Leonore intereſſirte!
aufmerkſam machte, ihn als Verehrer Leonorens, als Schreibtafel geſchrieben hatte, auf und murmelte dabei
noch immer:„quelle horreur!“ Die gute Dame war durch die empfangene Nachricht völlig echauffirt worden; daß Graf Oskar ihre Tochter verſchmähte, hätte ſie
ſeiner ſeinen Nebenbuhler bezeichnete— den Oberſt erſuchte, ihn von hier fern zu halten... Lieber in der fran⸗ zöſiſchen Armee, als in den Armen dieſer Bauerndirne! Ich bin eine geborne Gräfin Palm, und ſeine Ehre iſt die meinige. Der Gedanke iſt nicht ohne Werth — Dumont iſt in Berlin, und franzöſiſche Macht heißt dort Geſetz. Sei ohne Sorgen, Richard, ich werde ihn von hier fern halten, und wir können in wenigen Tagen vor ſeiner Ueberrumpelung ſicher ſein... Und
wenn er einſt zurückkehrt, ſo darf er das Mädchen
für ſich einzunehmen; daß lichen Liebſchaft mit einem menloſen Landmädchen willen rief eine maßloſe Entrüſtung
es aber um einer gewöhn⸗ unbedeutenden und na⸗ geſchah, empörte ſie und in ihr wach.
Dich zum Vermittler ge—
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Die Herberge e men Paln Dann abel auf, um der ſtecke aufßu
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Der werther u ein hoffnu hende Jün Lebensgeiſ ſlackern, u Ein ſolche die Ankun von Stun
A gen der? ten, da empor, Freundſe Arme en
Ver ſicht, der Gefühlsſ
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