die Stadt zu bringen, und bei jeder Fahrt iſt an einem ſchö⸗ nen Sommertage der kleine Dampfer angefüllt. Als ich von meinem Sitze aus eine Rundſchau hielt, und die vielen Her⸗
ren und Damen betrachtete, mit denen ich in den Peſther
Himmel verſetzt werden ſollte, da ſpürte ich an meinem Leibe etwas Gänſehautartiges, und wenn der Forſtmann mit ſei⸗
nem gewaltigen Barte mir nicht ſo imponirt hätte, wäre ich vor dem Schalle des Glöckleins(Zeichen zur Abfahrt) dieſer gewaltigen Verſuchung entflohen. Was ich jetzt ſehen wollte, war für den Schwaben ein ungekanntes Schauſpiel. Dieſes Kaiſerbad iſt ein großes Gebäude, längs der Donau unter Ofen, in deſſen Innerem ſich mehrere Höfe befinden. J Mitte dieſes Bades befindet ſich ein Luſtgarten, in welchem eine Bande Zigeuner aufſpielt und wo die Badegäſte, Ser⸗ ben, Deutſche, Ungarn, Engländer und Türken, hin⸗ und her⸗ ſpazieren, ein Congreß aller Faulenzer Europas, zu denen
ich gerade auch gehörte. Nachdem wir uns dieſes wunder⸗
liche Treiben etwas näher beſchaut hatten, ſuchten wir für unſere durch die Höllenhitze ganz abgematteten Körper Bad⸗ erfriſchung. Wir verlangten abgeſchloſſene Badcabinete und hörten zu unſerem Erſtaunen, daß ſolche nur für ſchwer Kranke vorhanden ſeien. Der Badediener wies uns nicht gar freundlich den Weg zum allgemeinen Schwimmteiche, ein großes mit theilweiſe vergoldeten Porzellanplatten ein-⸗ gefaßtes Baſſin, in dem ich wie durch einen Nebel viele
nackte Geſtalten in einem trüben Waſſer ſitzend und ſchwimmend ſah, denn eine trübe heiße Dampfatmoſphäre
umgab und verhüllte Alles. Rund um das Baſſin herum führte ein breiter mit Marmorplatten gepflaſterter Gang,
und an den Wänden hin waren die An- und Ausklei⸗
dungs⸗Cabinete angebracht. Wie erſtaunte ich, als ich bei längerem Verweilen Greiſe, Männer, Weiber und Mäd⸗ chen in dieſe Cabinete eintreten und entkleidet mit einem weißen Mantel bedeckt dem Teiche zueilen ſah! Ich glaubte mich in Fez und Marokko zu befinden. Denn dieſe bärtigen Raizen und Magyaren ſahen in dieſem weiten Mantel und rother Kopfbedeckung aus wie Aben Mirza der Dey, oder Omar oder Mahomed, und die Frauen und Jungfrauen mit ihren aufgelöſten Haaren, welches in einem Netze zuſammen⸗ gehalten wurde, und mit ihrem enge mit einer rothen oder gelben Binde zugeſchnürten Mantel erinnerten mich an die Seraildamen der Araber und Türken. Kaum waren ſie in den Teich hinabgeſtiegen, ſo wurde alles eine zappelnde Maſſe, die durch Rauch und Dampf den Augen des Be⸗ ſchauers entrückt wurde. Ich konnte mich trotz der ſtürmi⸗ ſchen Zureden meines Freundes nicht entſchließen, meinen Leib dieſer Bratpfanne anzuvertrauen, ſondern ging, während
Novellen⸗
Zeitung.
reichten, mit ungeheurer Grandezza bei dem Anfange eines jeden neuen Stückes ſein Compliment ausführte, wobei ſein Kopf zwiſchen den Bruſt⸗ und Rückenhöckern förmlich ver⸗ ſchwand und ſeine herabhängenden Arme und Hände faſt den Boden berührten. An ſeinen Füßen hatte die Natur zuge⸗ legt, was ſie ihm an ſonſtiger Körpergröße verſagte, denn ſie waren wahrlich wie kleine Segelboote anzuſehen. Seine Geſichtsbildung hatte Aehnlichkeit mit der eines Froſches: wenig Kinn und ein Mund, mit dem er ſich mit aller Be⸗ quemlichkeit etwas in's Ohr flüſtern konnte. Haupthaare hatte er nur am Hinterkopf; dieſe wußte er aber mit großer Geſchicklichkeit nach vorn zu ziehen, und nur zuweilen, im Feuer der Action geſchah es, daß ſich aus dieſer verwegenen Locke ein Strang löſte und gleich einem Zopfe nach hinten zurückfiel. Sein Anzug war wieneriſch; er beſtand in einem abgetragenen langgeſchwänzten blauen Fracke mit gelben Knöpfen, Nankingbeinkleidern, bis an die Knöchel reichend, verdächtig ausſehenden Stiefeln, buntem Halstuch und un⸗ geheuren Vatermördern, und einer vor der Verfaſſung wei⸗ ßen Weſte. Uns ergötzte dieſer Kauz mehr als eine Viertel⸗ ſtunde, mebr aber beluſtigten uns die Gebehrden und Beifalls⸗ rufe ſeiner Zuſchauer. Wir gingen nun muthig fürbaß und fanden weiter unten am Donauſtrande einen mehr langen als breiten Platz, der mit einer unzähligen Menge ſchlafen⸗ der Weiber, Mädchen und Männer bedeckt war, die alle dicht zuſammengekauert, in Mäntel, Decken oder Matten gehüllt, auf dem Pflaſter neben ihren Waaren, die ſie den Tag über feil boten, ſchliefen. Die Meiſten lagen ohne Weiteres ſo da im offenen ſchönen Mondenſcheine und ſchienen einer treff⸗ lichen geſunden Ruhe zu genießen. Die Reicheren, welche Schiffe oder Boote beſaßen, hatten in dieſen ihre Schlafſtätte aufgeſchlagen. Die Cajüte ſowohl als das Verdeck waren voll von Schläfern. Wir ſtiegen auf eines dieſer Schiffe, gingen unter den Schlafenden umher, ohne ihre Ruhe zu ſtören. Der Eine oder Andere hob wohl einmal das Haupt in die Höhe, ließ es aber, nachdem er uns angegafft, gleich wieder auf ſeine Bunda(Schafpelz) niederſinken. Hie und da hörte man die Töne eines Dudelſacks oder eine melan⸗ choliſche Weiſe auf der Geige; auch begegneten wir einer Gruppe Magyaren, in deren Mitte ein Alter mit breitkräm⸗ pigem Hut, ſeine Arme auf einen langen Stab ſtützend, ſaß und ein Lied mit ſehr viel Ernſt und Ruhe ſang, das viel⸗ leicht die Trauer über die Verhältniſſe des Vaterlandes enthielt. Der andere Tag, der letzte meines Aufenthaltes in Peſth, ſollte mich mit einer minder rühmenswerthen Eigenthümlich⸗ keit aller ungariſchen Städte bekannt machen, nämlich mit
mein Freund zum Araber ſich umgeſtaltete, an der Donau hinunter etwa eine Viertelſtunde Weges, wo ich im ange⸗ nehmſten Schatten ganz allein den Wellen der Donau mich anvertraute. Nach einer halben Stunde fanden wir uns wie neugeboren im Badegarten wieder und ſchlürften im ſeligſten Wohlbehagen ein paar Taſſen Kaffee, ⸗Schon ſtand der Mond am Himmel, als wir uns zur Heimfäͤhrk anſchickten, um einen Spaziergang dem Donauquai entlang zu machen, weil die ſchöne klare Mondſcheinnacht für den ſtaubigen heißen Tag uns tauſendfältig zu entſchädigen verſprach. Kaum hatten wir das Boot verlaſſen, ſo begegneten wir einem Haufen Män⸗ ner, Weiber und Kinder, welche in einem Kreiſe einen Mann umſtanden, der bald als Declamator, bald als Zauberer und zuletzt als Tanzmeiſter die Bewunderung des Publicums er⸗ regte. Eine wunderſame Geſtalt! Komiſch war es, wenn der kleine buckelige Mann mit Armen, die faſt bis zur Erde
dem Straßenkoth. Mitten im Sommer, bei heiterem Wet⸗ ter iſt es überall freundlich, nicht blos in Peſth. Ungarns Hauptſtadt aber wird bei Sturm und Regenwetter geradezu häßlich. Selbſt die Trottoirs der breiten Straßen gewähren dem Fußwanderer keinen Schutz. Ueberall Schmutz der Art, daß es nöthig wäre auf Stelzen zu laufen. Bald iſt es eine Schweineheerde, die die ungepflaſterten Straßen aufwühlt, bald eine Ochſenkarawane, die den vorhandenen Straßenkoth noch düngt. Zudem war es Markttag, wo eine Unzahl kleiner, ſchlecht ausſehender Ungarpferde vor ihre Wagen geſpannt auf den Straßen ſich lagerten, ihr Stroh und Heu verzehrten und die Ueberbleibſel in den Koth traten. Trotz des Regens, der in Strömen ſich ergoß, war in einzelnen Straßen der Stadt eine wahre Völkerwanderung. Juden, Ungarn, Siebenbürger und Walachen trieben ſich hin und her. Vier⸗, ſechs⸗ und achtſpännige Wagen, mit rieſengroßen
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