Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
605
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Geren, welche

re Schlafſtätte

Hie und ne melan⸗ n wir einer tbreitkräm⸗ ſtützend, ſaß das viel⸗

des Vaterlandes

thaltes in Peſth, nthümlich⸗ nämlich mit

ſth. Ungarns nwetter geradezu ßen gewähren Art,

Trotz

traten.

derung.. jen ſich hin und nit rieſengroben

.

Dierte Folge.

Dächern bedeckt und mit Fellen oder anderen ſolchen Gegen⸗ ſtänden verſehen, fahren durch die Thore aus und ein. Zu⸗ weilen ſpringen noch neben den angeſpannten Pferden zwei bis drei Fohlen mit, und ebenſo viele Pferde ſind hinten am Wagen angebunden. Der Weg führte mich über den Markt⸗ platz, wo trotz Regen und Sturm eine Maſſe von Menſchen und Thieren ſich herumtummelte. Hier hatten einige hun dert Weiber einen Eier⸗ und Hühnermarkt etablirt, dort war ein Theil des Platzes mit Schweinen überſäet, während ein anderer Theil mit Buden angefüllt war. Wie bei uns zu

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verſetzen und manche Flaſche als Löſchmannſchaft erfordern,

um den Brand zu ſtillen. Für Nachbar links und rechts nicht bekannt iſt, iſt eine ſolche Mahlzeit eine wahre Tortur, denn der Ungar verkehrt nur mit dem Ungarn und ſieht den Fremden gar nicht an. Mein Freund war alſo ganz an mich angewieſen und ich an ihn. Wir hatten übrigens zu thun genug, um unſere Neugierde zu ſtillen und nebenher mit Meſſer und Gabel zu arbeiten. Von 1 bis 4 Uhr wurde dinirt, toaſtirt und gebrüllt, und dies

einen Fremden, der ſeinem

Alles koſtete nach unſerem Gelde, das Trinkgeld für den Kell⸗ Hauſe findet man auch hier Mordthatenmänner und Harfe⸗ ner mit eingerechnet, 4 fl. 48 kr. Die Beobachtungen, die niſtinnen. So hatte auf einem erhöhten Orte ein Orgel⸗ ich in gaſtronomiſcher Beziehung gemacht hatte, gereichten

dreher ſeine Fahne aufgeſteckt und erklärte bald in unga⸗ riſcher, bald in deutſcher Sprache die letzten traurigen Lebens⸗ momente Napoleon's I., die er in ergreifenden Bildern auf ſeiner Fahne hatte. Was mich am meiſten wunderte, war die lange Cohorte der Paprikahändlerinnen. Paprika iſt rother Pfeffer oder, wie er bei uns genannt wird, kürkiſcher Pfeffer. Er iſt viel ſchärfer, beißender als unſer Pfeffer und darf in Ungarn, außer dem Brode, bei keinem Gerichte feh⸗ len. In den vornehmſten Gaſthöfen, wie in den Kneipen ißt man Paprikafleiſch, Paprikafiſch, Paprikahuhn., Ich hatte meinem alten Waidmann verſprochen bis 11 Uhr in ſeinem Hötel zu erſcheinen, um ihn zur Mittagstafel in dieKönigin von England zu begleiten, um dort einer ungariſchen Feſtmahlzeit beizuwohnen. Was die Gaſthöfe Peſths anbelangt, ſo ſind ſie viel luxuriöſer als die Wiener, aber nicht ſo reinlich gehalten. Es ſind große, palaſtartige, in einem Viereck errichtete Gebäude, die gewöhnlich zwei Einfahrten haben, ſo daß die Reiſenden ſogleich mit ihren Wagen und Effecten unter Dach kommen können. In jedem Gaſthofe giebt es zwei Speiſeſäle, einen im untern Stock und einen im obern. Der erſtere iſt halb im Freien auf dem Gehöfte und wie ein Garten mit Blumen geſchmückt. Er wird hauptſächlich im Sommer bei den täglichen Speiſe⸗ gelegenheiten benutzt. An Sonn⸗ und Feſttagen, ſowie auch an gewiſſen Abenden ſpielt Militär⸗ oder Zigeunermuſik während der Tafel, eine Annehmlichkeit, die man in den kann ſagen, daß er dasſelbe erreicht hat, ſo weit es in Frank⸗ Gaſthöfen Deutſchlands ſchmerzlich vermißt. obere reich möglich war, wo ſich weder eine beſondere Leidenſchaft Saal wird bei beſonderen Feſtlichkeiten zum Speiſen benützt für die Lectüre, noch ein Fanatismus, ſich in den Beſitz einer und iſt in den Gaſthöfen erſten Ranges in ſeiner inneren kleinern oder größern Bibliothek zu ſetzen, findet. Hachette Einrichtung ſo prächtig und ſchön, daß der weitgereiſteſte ſagte oft, es werde ihm gelingen, den Preis der Fabrication Salonmenſch nichts Beſſeres erwarten kann. Künſtlich ge⸗ V der Bücher bis zu einem Punkte zu erniedrigen, daß man ſchnitzte Seſſel und Divans mit rothem Sammt überzogen das Buch, ſobald man es geleſen, wegwerfen könne, ohne ſich ſtehen im Saale umher; der Tiſch iſt mit prachtvollen ſilber- darüber zu beunruhigen, und in dieſer Beziehung hat er wirk⸗ nen Tafelaufſätzen und köſtlichem Service geziert, und die lich viel erreicht, und das Publicum iſt ihm für die jetzigen Rückwand iſt mit einer Pariſer Salonuhr und ſchönen Ge⸗ wohlfeilen Bücherpreiſe viel Dank ſchuldig. mälden in koloſſalen Goldrahmen behangen. Teppiche in Hachette, der am 31. Juli im Schloſſe Pleſſis⸗Piquet den nobelſten Stickereien bedecken den Boden, und eine Com⸗ im Alter von 64 Jahren ſtarb, wurde zu Rethel in den Ar⸗ pagnie Kellner in ſchwarzen Beinkleidern, ſchwarzem Fracke, dennen geboren. Nachdem er ſeine claſſiſchen Studien ge⸗ weißer Weſte und weißen Handſchuhen, die ſeidene Serviette macht hatte, trat er in die Ecole normale ein, und er be⸗ unter dem Arme, fliegen durch den Saal nach allen Richtun⸗ ſtimmte ſich für den Beruf eines Profeſſors an der Univerſi⸗ gen. Die ſeidenen Vorhänge glänzen in den ungariſchen tät, als die Normalſchule in Folge einiger freiſinniger Mani⸗ Nationalfarben roth, weiß und grün, und in den Ecken ſtehen feſtationen im Jahr 1822 von der Regierung der Reſtaura⸗ auf ſchlanken marmornen Sockeln die Bruſtbilder der unga- tion aufgelöſt wurde. In dem Augenblicke, wo mehrere aus⸗ riſchen Patrioten. Jeder mit Anſtand gekleidete Fremde gezeichnete Männer, unter denen ſich Géruzez, Farcy ꝛc. be⸗ kann ſich an die Tafel ſetzen, nur darf er das Unentbehrlichſte fanden, in die ihren Anſtrengungen und Studien verſpro⸗ an einer vornehmen Tafel, die Handſchuhe, nicht vergeſſen. chenen Functionen als Docenten an der Univerſität eintreten Die Converſation iſt deutſch, ungariſch und franzöſiſch, wie wollten, ſahen ſie ſich gezwungen, ſich einen andern Lebens⸗ die Küche, welche die Tafel mit deutſchen, franzöſiſchen und beruf zu ſuchen. Hachette, welcher ſich von ſeinen Univerſi⸗ echt ungariſchen Speiſen verſieht. Die letzteren ſind an dem tätsſtudien nicht losreißen konnte, hatte die Idee, ſich eine

den Magyaren nicht zur Unehre, obwohl auch ſie ſehen konn ten, daß, was Eſſen und Trinken anbelangt, der Schwabe ſein Herz auch auf dem rechten Flecke hat. 9

9.

Der Buchhändler Hachette.

Am 2. Auguſt c. drängten ſich in der kleinen Saint⸗ Severinkirche am untern Ende der rue Saint Jacques in Paris gegen 1800 Perſonen zuſammen, unter denen alle Stände der Geſellſchaft von den Miniſtern des Kaiſers bis zu den niedrigſten Handarbeitern vertreten waren, um dem Leichenbegängniß eines Mannes beizuwohnen, deſſen Name

in und außerhalb Frankreich ehrenvoll bekannt war, und der durch ſeine große geiſtige Einſicht, die Wichtigkeit ſeiner commerciellen und literariſchen Schöpfungen und die unerhörte Zahl von Arbeitern jeder Art, doch ganz beſonders im geiſti⸗ (gen Gebiet, die er während ſeines Lebens beſchäftigte, zu den verdienſtvollen Männern Frankreichs gehörte.

Der Name Hachette wird in der Geſchichte des franzöſi⸗ ſchen Buchhandels fortleben. Ihm verdankt man den gro⸗ Fen Aufſchwung, die bedeutende Verbreitung, die den Erzeug⸗.

niſſen des franzöſiſchen Buchhandels in den letzten zwanzig Jahren zu Theil geworden ſind.Populariser la lecture, das war das beſtändige Ziel ſeiner Anſtrengungen, und man

Der

Paprika(rothen Pfeffer) erkennbar und für den Wirth ſehr Laufbahn zu eröffnen, welche gewiſſermaßen an den öffent⸗ vortheilhaft, indem ſie Zunge und Magen in heißen Brand lichen Unterricht grenzt. Er gründete eine claſſiſche Buch⸗