mit gewiſſen Perſonen ein entſchiedenes Malheur. Er erſcheint ihnen bei der erſten Gelegenheit linkiſch, rathlos oder gar lächerlich; und dieſer Eindruck kann leicht ein bleibender ſein. Alltagsmenſchen zumal empfinden eine beſondere Genugthuung daran, ihres Nebenmenſchen Schwäche auszubeuten und zu erſpähen. Geſchieht es vollends, daß Jemand, der als beſon⸗ ders geſcheidt und nobel gilt, ein Dementi erfährt, ſo iſt das eine doppelte Freude für ſolche Leute, die ſich das am Maße zulegen, was ſie dem Neben⸗ menſchen von ſeiner Geltung zu entführen verſtehen.
Die Ungenirtheit, mit der dem beſcheidenen Menſchen von ſolchen dreiſten, ignoblen Subjecten begegnet wird, verdirbt ihm in der Regel Witz und Geiſtesgegenwart, ſchon um deswillen, weil ihn gute Laune und Unbefangenheit zu verlaſſen pflegen. Es iſt eine bekannte Thatſache, daß wir alle ſolchen Per⸗ ſonen gegenüber, die uns erſt einmal ohne beſondern Reſpect oder gar sans façon behandeln, ſelbſt die⸗ jenige Haltung verlieren, die uns für gewöhnlich eigen iſt. Wenn wir nun keine Freunde von Auf⸗ tritten ſind, die in der Regel mit Grobheiten ge— ſchloſſen werden, ſo iſt nichts rathſamer, als mißliebi⸗ gen und frechen Subjecten ſo viel als thunlich aus dem Wege zu gehen, oder doch wenigſtens nichts mit ihnen zu verhandeln, ſchub leiſten kann.
Mit herzlich dummen Menſchen findet man die rechte Art, und mit herzlich geſcheidten noch beſſer. Man muß aber mit einer gewiſſen Species dumm⸗ kluger, frecher, aufgeblaſener Subjecte in Converſa⸗ tion gerathen ſein, um zu wiſſen, wie ſchwer es fal— len kann:„die Leute ſo zu nehmen wie ſie ſind.“
Ein gebildeter, ſublim organiſirter Menſch hält nur einen zeitweiſen Verkehr mit gewöhnlichen Natu— raliſten ans; andernfalls ſinkt er bald unter ſich ſelbſt herab. Schmachten wir nach ſympathiſchen Geiſtern, ſo wird uns troſtlos nach jeder Geſellſchaft mit die⸗ ſen Strohköpfen, die gleichwohl Bosheit und Schnö⸗ digkeit genug haben, um die Schwächen zu verhöh⸗ nen, welche nothwendig mit einer idealen Lebens⸗ art und mit dem gelegentlichen Enthuſtasmus ver⸗ knüpft ſind.
Man kann mit allerlei Leuten verkehren, darf ſich aber nicht mit ihnen vertiefen oder ſie gar wei⸗ ter bringen wollen. Man kann Wein und Waſſer miſchen, aber nicht Wein und Spiritus oder gar Wein und Bier! Und ſo mag auch das Genie einen tieferen Verkehr mit ganz einfachen Landleuten und
Handwerkern verſuchen, aber bei Leibe nicht mit Ho⸗
noratioren, die bereits ihren Proceß durchgemacht haben, alſo feſt in ihrer Dummheit und Gemeinheit
was ihrer Schnödigkeit Vor⸗
Novellen⸗Zeilung.
ſtehen; ihnen imponirt nur Geld und Macht, die von der Welt adoptirte Form.—
Es iſt aber eine Eitelkeit ſelbſt der geſcheidteſten Leute, daß ſie auch rohen und dummen Leuten auf irgend eine Weiſe imponiren zu können meinen; daß ſie Scharten mit Leuten auswetzen wollen, die anſtatt mit Cavalierwaffen mit Knitteln und Aexten auf die Menſur gehen.
oder
Gemeine und dumme Subjecte ſtimmt man nie um; man imponirt ihnen nur mit Handgreiflichkeiten oder einem Witz aus eigener gemeiner Fabrik. Am wenigſten wird Geiſt, Delicateſſe oder gar chriſtliche Nachſicht das rechte Recept in dem Umgange mit halbgebildeten, frechen Dummköpfen und Naturaliſten ſein. Sie halten das Genie für eine Narrheit, die Nachſicht für Feigheit und Schwäche, die Anſtändig⸗ keit für Affectation. Es bleibt alſo nichts übrig, als mit ihnen eine Prügelei und, wenn ſie ſogenannte Capaliere ſind, ein Duell zu riskiren oder ihnen aus dem Wege zu gehen.—
Mit dem Imponiren durch ſtille Würde oder Verachtung iſt es in dieſen frechen und aufgeklärten Zeiten eine Lächerlichkeit.— Die Leute ſind alle der Meinung jenes Schuljungen, der, von ſeinem Pro⸗ feſſor gefragt, Verachtung vorzöge, ſich die ſtille Verachtung erbat; und die Leute haben von ihrem natürlich praktiſchen Standpunkte aus Recht. Jeder nährt und wehrt ſich wie er kann, der Eine mit dem höflichen Friſirkamm, der Andere mit der plumpen Axt.
Es giebt Naturaliſten, die nicht ſowohl einen feinen und witzigen, als einen ſehr dreiſten und gei⸗ ſtesgegenwärtigen Verſtand haben; profane Naturen, die ſich durch keine Autorität und Größe imponiren oder nur einen Augenblick außer Contenance bringen laſſen. Dieſe Sorte hat ein h reicher, dem Idealismus zugeneigter Menſch im ge⸗ ſelligen Verkehr ſehr zu fürchten. Jener dreiſtprofane
Fiſchblut⸗Verſtand übt beim geringſten Gefühls⸗De⸗
menti, das ſich der noble Genius entwiſchen läßt, eine malitiöſe, dummdreiſte Ueberlegenheit aus. Die Indignation verdirbt dem naiven Enthuſiaſten den Witz; er ſucht in der Regel die Widerlegung zu tief und zu weit. Der dreiſte praktiſche Naturaliſten⸗ Verſtand holt dagegen ſo kurz als möglich aus, oder wartet ruhig ab, bis der regelrecht und ehrlich käm⸗
pfende Gegner ſich mit ſeiner philoſophiſchen Rü⸗
ſtung zu Schanden turnirt, und giebt ihm dann ruhig den Reſt.
Dazu kommt ganz natürlich, daß ein profaner und dreiſter Verſtand dem ideal gebildeten und ſchä⸗ migen Menſchen ſchon um deswillen imponirt, weil
ob er eine Ohrfeige oder ſeine ſtille
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