Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
600
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Novellen⸗ ſagt. Das nennt man Glück, wenn Einem das Wild

ſo ganz von ſelbſt in das Garn läuft! (Fortſetzung folgt.)

Gedichte von Moritz Blanckarts.

Das Lied.

Troſt im Leiden zu gewähren, Ausdruck unſerm Schmerz zu leihn, Jede Freude zu verklären,

Soll das Lied berufen ſein.

Laß drum hell die Saiten tönen, Singe, wie's Dir Gott verlieh, Allem Guten, allem Schönen Diene Deine Poeſie!

Aber dichte nur in Stunden, Wenn Begeiſt'rung Dich erfaßt, Wenn Du höchſtes Glück empfunden,

Tiefſten Schmerz ertragen haſt.

Dann wird auch Dein Lied gelingen, Nie im trägen Lebensgang,

Dich vom Staub emporzuſchwingen Treibe Dich des Herzens Drang!

Erinnerung.

Wohl war es eine ſchöne Zeit, Da noch die Roſen blühten,

Und, wenn ich kam, in Freudigkeit Die Wangen Dir erglühten.

Die Roſen blühen längſt nicht mehr, Ich bin Dir treu geblieben

Doch ſtill; mir wird das Herz ſo ſchwer, Mein Auge will ſich trüben!

Schätzung des Glücks.

Ich ging durch reiche Gärten Und ſchenkte keine Acht

Dem Balſamduft der Blumen Und ihrer Farben Pracht.

Doch als in Felſenklüften

Ich einſt ein Blümlein fand, Da jauchzte ich vor Freude Und brach's mit ſchneller Hand.

Zeitung.

Der Menſch genießt im Glücke Das Leben unbewußt,

Doch wird die kleinſte Freude Im Leiden ihm zur Luſt.

** 2

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Feigenblätter. Von Bogumil Goltz. Ber⸗ Verlag von Vogel. 1864.

Im Umgang mit unſeren Nächſten gewinnen wir, wie Sie wiſſen, vielerlei Erfahrungen, wozu auch manche von wenig erbaulicher Natur gehören. Und doch iſt nichts ſo wichtig, nichts für uns Menſchen ſo intereſſant, als ein Hinblick auf die Geſelligkeit, in der wir leben müſſen, gleich dem Fiſch in ſeinem Waſſerelement.

Eine von den Erfahrungen, die man zuerſt im Verkehr mit allerlei Menſchen macht, iſt die: daß uns aus der natürlichen Cordialität zuerſt eine ge⸗ meine Negligence und zuletzt ein Ekel erwächſt. Nach ſolchen Proben von der lieben Natürlichkeit empfin⸗ det der wohlgezogene Menſch den Verkehr mit pe⸗ dantiſchen oder vornehm langweiligen Perſonen, de⸗ nen er ſich entzog, als ein Stahlbad für die Sitt⸗ lichkeit.

Ganz natürlich und sans façon darf auch die Gattenliebe und die bewährteſte, innigſte Freundſchaft nicht mitſammen verkehren. Auch die hochveredelte Menſchennatur hat ſchwache Stunden und bedarf

lin,

: 1. einer Norm, wenn der ſinnliche Uebermuth nicht

den vernünftigen Geiſt und das Ideal überwuchern ſoll.

Ganz beſonders vergeben angehende Bekannte dem guten Geſchmack und ihrer Würde zu viel, wenn ſie ſich von alle Dem entkleiden, womit uns Sitte, Erziehung und Wiſſenſchaft bekleidet haben; wenn ſie ſich in wenig Stunden bei einem Glaſe Bier ihre Lebensgeſchichte und zuletzt noch ihr moraliſches Ein⸗ geweide um die Ohren ſchlagen.

Es iſt überhaupt Raiſon, ſich mit ſeinem bischen Witz vor den Leuten nicht zuniedlich zu machen; denn profan, wie die meiſten ſind, nehmen ſie uns immer geſchwinder für einen närriſchen Kauz, als für einen Humoriſten; und was unſere eigene Gut⸗ herzigkeit den Kneipgenies als Gemüthlichkeit und derbe Natur auslegt, offenbart ſich nur zu bald als eine nackte oder verkleidete Gemeinheit und Tri⸗ vialität.

Auch der Mann darf die Grazien nicht abdan⸗

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