Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
598
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Summe der Wonne und des himnliſchen Glückes hatte das liebliche Weſen in den wenigen Stunden ihres Beiſammenſeins über ihn ausgegoſſen, daß er ſich nun ordentlich erhoben, geläutert, durch ſie bin⸗ angezogen fühlte zu ihrer Reinheit, die ja noch von keinem Hauche der Welt entweiht war!

Nach den beiden Begegnungen, welche Graf Oskar an dieſem Morgen bereits gehabt hatte, lag ein Vergleichen der beiden Damen Frau von Bieber und Maria nahe, ja kam ganz von ſelbſt, weil dem jun⸗ gen Manne die blaſirten Redensarten der ſchönen Standesgenoſſin noch immer wieder in den Sinn kamen. Was für ein Weſen war dieſe Maria neben Frau von Bieber! Wo konnte ein Unterſchied ſich greller offenbaren als hier, wo aber auch ein Urtheil ſich in ſo entſchiedener Weiſe ganz von ſelber bilden als hier!

Verſchiedenartiges reizt zum Vergleichen, und wer hätte bei einem ſolchen ſchwanken mögen zwi⸗ ſchen dem frühlingsduftigen Kinde der Natur und dem künſtlichen Fabrikate modernen Ungeſchmacks! Und hätte Frau von Bieber bis dahin noch ſo be⸗ deutende Chancen in Graf Oskar's Neigung beſeſſen, bei dieſem Vergleich mit Maria hätte ſie dieſelben verloren. Niemals, niemals! rief es in ihm, wenn er an die Heirathspläne der Frau von Holzau dachte, und mit der Abſicht, dieſen Entſchluß durch ſeine baldige Abreiſe vom Schloſſe ohne Erklärung kund⸗ zugeben, langte er in dem Schloſſe an.

Da meldete man ihm, daß ein Eilbote mit einem Schreiben für ihn eingetroffen ſei, der ihn erwarte. Das Schreiben berief ihn ſofort in die Reſidenz und machte ihm ſofortige Abreiſe zur Pflicht. Ein Grund dafür war nicht angegeben, aber daß es etwas Drin⸗ gendes ſein mußte, verbürgte ihm der Name des Abſenders, des Vaters einer ſeiner beſten Freunde. Der Eilbote bot ſich dem Grafen zur Begleitung an, weil dieſer keinen Diener bei ſich hatte, und Graf Oskar nahm dieſes Anerbieten an. Er beauftragte einen Diener mit dem Einpacken ſeiner Effecten und begab ſich unterdeſſen zu den Damen, um von den⸗ ſelben Abſchied zu nehmen. 5

Frau von Holzau und Frau von Bieber befanden ſich noch in demſelben Salon, in welchem er ſie vor⸗ her verlaſſen hatte, doch waren ſie jetzt Beide mit Lectüre beſchäftigt. Frau von Holzau erhob ſich bei des Grafen Eintritt mit ihrem freundlichſten Lächeln; die baldige Wiederkehr des Grafen zu ihrer Geſell⸗ ſchaft erſchien ihr als ein günſtiges Zeichen für ihren Plan Frau von Bieber aber neigte nur wieder das Haupt ein wenig und ſah im Uebrigen völlig

Novellen⸗Zeitung.

theilnahmlos aus. Frau von Holzau bemerkte das

mit heimlichem Aerger und ſuchte ihrerſeits den Scha⸗ den möglichſt gutzumachen.

Da redete der Graf von ſeiner Abreiſe, von der Nothwendigkeit derſelben, ſo ſchmerzlich ſie ihm auch ſelbſt wäre und ehe ſich die gute Dame nur von

ihrem Schrecken zu erholen vermochte, zog der Graf

bereits ihre Hand zum Abſchiedskuſſe an die Lippen und empfahl ſich ebenſo ſchnell bei Frau von Bieber, welche auch bei dieſer unerwarteten Wendung der Dinge vollkommen kühl und gleichgültig blieb.

Vergeblich verſuchte Frau von Holzau dieſe plötzliche Abreiſe zu verhindern kaum das relativeg Verſprechen einer baldigen Wiederholung ſeines Be⸗ ſuches vermochte ſie ihm abzuringen, dann empfahl er ſich ſchnell und ritt nach wenigen Minuten mit dem Boten aus dem Schloßhofe.

Frau von Bieber hatte ſogleich, nachdem Graf Oskar den Salon verlaſſen hatte, ihre Lectüre wieder aufgenommen und ſchien wenigſtens in der nächſten Minute bereits wieder nur mit ihr beſchäftigt; aber ihre Mutter war an das Fenſter getreten und blickte den beiden Reitern aufmerkſam nach. Doch dieſe verfolgten conſequent ihren Weg, und vergeblich hoffte Frau von Holzau nur auf ein einziges Umſchauen und einen letzten Gruß des Grafen, die verrathen könnten, daß er ungern ginge und daß er mehr als ihm Gleichgültiges zurückließe.

Als ſie die Reiter endlich hinter den Bäumen des Wäldchens verſchwinden ſah, wandte ſie ſich ſeufzend von dem Fenſter hinweg und ſeufzte doch auch wieder, als ſie ihre Tochter völlig gleichgültig über ihr Buch gebeugt ſah. Ihre Lippen öffneten ſich, um ihrem Aerger in einem heftigen Worte gegen die Tochter Luft zu machen, deren Blaſirtheit ſie mit Recht für den Grund hielt, daß ihr ſchöner Plan nun wahrſcheinlich ſchei⸗ terte; aber ſie unterließ es doch, um ſich nicht noch mehr zu reizen und weil ſie wußte, daß bei Le⸗ onore alles Reden doch fruchtlos ſei. So ließ ſie dieſelbe leſen und rauſchte ärgerlich aus dem Salon, um in ihrem Zimmer ruhiger überlegen zu können.

Oskar von Palm ritt unterdeſſen aufgeregt neben ſeinem Begleiter her, der beim Wegreiten noch einmal um Eile gebeten hatte.

Was giebt es nur? fragte der Graf ungeduldig, rede, Burſche, wenn Du etwas weißt, was will Dein Herr von mir, daß er ſo dringend nach mir verlangt?

Ich ſollte es ja nicht ſagen, damit der Herr Graf ſich nicht vorher und vielleicht doch unnütz ſorgte, ſtotterte der Gefragte.

Nun, mich zu beruhigen, haſt Du's freilich dumm genug angefangen, jetzt kann mir nichts fataler ſein, als die Ungewißheit alſo rede, rede frei heraus

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