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596 Novellen⸗Zeitung.
ſchmachtete, welche auf der Reiſe etwas aufgeweckter zu ſein pflegte, als in der häuslichen Einſamkeit, nahm die Einladung an und hatte nun im Früh— jahre 1812 den Beſuch ausgeführt.
Er kam mit den idealſten Vorſtellungen von Leo⸗
noren, deren ſchönes Bild ihm fortwährend verlockend vorſchwebte. Nun im gegenſeitige Geſellſchaft und Unterhaltung angewieſen, dachte er ſich das Zuſammenleben mit ihr erſt herr⸗ lich, und noch ehe er Holzau betrat, tauchte zuweilen ein verführeriſches und ihn ntzüͤckendes Zukunftsbild
vor ihm auf, welches ihm die ſchöne: Wittwe als ſeine leer war.
Gattin zeigte.
So langte er an, wurde von Frau von Holzau
herzlich, von Frau von Bieber höflich empfangen und- warteſt mein?“
lernte gar bald Leonorens Mutter und die Ausz eich⸗ nung, welche ſie ihm zu Theil werden ließ, verſtehen
Nur Leonore ſelber blieb ihm ein Räthſel. Je wär⸗ mer der Ausdruck ſeines Gefühls gegen ſi
je näher er ihr zu treten hoffte, um ſo kälter und- dabei erhielt er nachgerade
theilnahmloſer fand er ſie; Proben einer weiblichen Blaſirtheit, welche ihn er⸗ ſchreckten, und ſchon war er im Begriff, den Beſuch in Holzau abzubrechen und den äußern Reizen dieſer
Circe zu entfliehen, in deren Innerem ſeine Seele nicht geleiten,„ſo erwarteteſt D
einen verwandten Ton fand, da einem Morgenſpaziergang in der Nähe ſo recht im Vollgenuſſe des
begegnete ihm bei
eine völlig veränderte Richtung gab, ihn aber auch wieder an Holzau feſſelte.
„Sie iſt unerträglich,“ ſagte er zu ſich ſelber, dieſe Blaſirtheit nun wirkliche oder erkünſtelte ſein; ſie iſt ſo unausſtehlich, daß ſie Holzau zur Qual machen kann Unglückſeliger Mann, der an der Seite dieſer Statue durch das Leben wan⸗ deln muß! O, wäre nicht Maria da, die mich für alle dieſe Qual auf Holzau entſchädigte, ich wäre längſt von hier entflohen.“
Er hatte das Wäldchen erreicht und ſchritt quer hindurch. Es fiel ihm gar nicht ein nach einem der
dieſes Gehölz bewohnten, Vorwand
unſchuldigen Thiere, welche zu ſchauen, das Jagdzeug trug er nur als? für ſeine häufigen Ausflüge vom Schloſſe, und als er ziemlich den Rand des Wäldchens erreicht hatte und durch die Oeffnung des Weges bereits die rei⸗ zend gelegne Meierei erkannte, bog er in einen ſchma⸗ len und wenig betretenen Seitenpfad ein, welcher nach einigen Minuten an einer großen Eiche vorbei⸗ führte, die, obgleich am Rande des Gehölzes, doch wie in einem lieblichen Verſtecke ſtand, weil eine
häuslichen Kreiſe und auf die ſich bereits.
ſie wurde und
des Schloſſes, Frühlingsathems, ein Er⸗ lebniß, welches ſeinen Gedanken und Empfindungen d
ſich ſo lange ſ
3 1*. 79 orde als er im Jagdcoſtüm dem Wäldchen zuſchritt,„mag ich werde
den Aufenthalt in
dichte Rotunde von Strauchwerk ihren Stamm umgab. Unter der Eiche befand ſich eine Raſenbank, und ſo war hier ein idylliſches Plätzchen geſchaffen, in deſ⸗ ſen friedlichem Schutze die gefiederten Sänger des Wäldchens ihre Neſter bauten und ihre Weiſen ſangen. Das Strauchwerk prangte ſchon im vollen, friſchen Grün, und auch die Blätterknospen der Eiche öffneten
Auf dieſes traute Plätzchen ſchritt Graf Oskar zu, ſein Auge eilte voll Spannung dem flüchtigen Fuße voraus und ein glückliches Lächeln ſtrahlte von ſeinen Zügen, als er bemerkte, daß die Raſenbank nicht
„Maria!“ rief er leiſe und mit ſüßem Ton, „Maria, mein geliebtes Mädchen, biſt Du da und
Da ſprang ſie empor, ein helles Leuchten ſcham⸗ hafter Verwirrung flog über die nicht nur ſchöͤnen, ſondern auch vom wunderbarſten Liebreiz verklärten Züge einer ſchlanken Jungfrau; erſt eilte ſie im Im⸗ pulſe der Freude ihm einige Schritte entgegen, dann
blie⸗ ſie ſtehen und ließ die erhobenen Arme ſinken, ihrens hohe Purpurröthe ihre Wangen übergoß.
„Mein herziges Mädchen!“ rief der Graf entzückt ihre Hand, um ſie auf die Raſenbank zu Du mich ſchon! o, wie gut,
und ergriff
wie lieb biſt Du!“ 4 ich erwartete Dich längſt,“ flüſterte ſie wie⸗ „was ſoll ich anders thun, da doch ſtets bei Dir ſind und meine Seele ſchmerzlich nach Dir ſehnt, bis ſie Dich Oskar, was haſt Du aus mir gemacht, ſterben, wenn Du nicht mehr bei mir biſt! Wie war das früher ſo anders, ehe ich Dich ſah! die Liebe meiner Eltern, meine Blumen, meine Tauben und der ſchöne Wald mit ſeinen Herrlichkeiten war mir Alles und machte mich ſo glücklich; jetzt würde ich mit ihnen allein nicht mehr leben können! Du, Du allein biſt mir Alles, und wenn mir Deine Augen
7,—, derum erröthend, meine Gedanken
findet. O
ſterben, ſo ſterbe ich mit!“
Und überwältigt von der Vorſtellung, daß ſie ihn könnte, ſchlang ſie die Arme um ſeinen Na⸗ das Köpfchen an ſeine Bruſt.
verlieren cken und neigte So ſaßen ſie eine Weile unbeweglich und unzu⸗ gänglich für die Außenwelt; der Graf im Uebermaße des Glückes ſchwelgend, ein ſolches Herz ſein eigen zu nennen. Sie hörten nicht, daß auf demſelben Wege, welchen der Graf gekommen war, ein Diener in Livree ſich näherte, der mit Erſtaunen das liebende Paar erkannte und leiſe vorüberſchlich, doch nur, um
ſich hinter dem Strauchwerk als Lauſcher zu ver⸗ bergen.
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„Wir wol lich ſind, und uns bei ſihuen, „Aber wie mich 8 ch Nicht Nicht vor Dir, ets glüͤcklich lten rich Du willſt dih dahin be werden, nein, und einfache S nehmen Leutel großen Welt! ten ſagen, wen weſt! ſie wurd
„Jo, das ßer Engel, kaunſt ihren ich werde Die Dich wie eir mein 4 w der Engel me
und di von Bieber, n ſo hoch und: ihnen, daß ſie
Du ſüße „doch ſprich Alle gehen, len uns und einmal aufg Frage, mein
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ich wuß dnnua 1m meine Seele Näͤhe iſt de „Du ſ


