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Vierte Folge.
ſchen entſprechend, aber Bieber ſtarb zu ſchnell, und Du weißt es, daß wir hier wie Kloſterfrauen leben, un⸗ berückſichtigt vom Hof und hohen Adel, auf deſſen Umgang mein Rang Anſprüche hatte, wenn wir uns nicht durch eine Reiſe zerſtreuen, wie die, auf der wir meinem Verwandten, dem Grafen Palm, begegneten. Du weißt es, welchen Plan ich an ſein Intereſſe für Dich knüpfte, denn nur Deine Heirath mit ihm ver⸗ mag uns vollſtändig zu rehabilitiren und Dir den Rang zu ſichern, welchen Du als meine Tochter be⸗ anſpruchen mußt. Graf Oskar iſt auch meiner Ein⸗ ladung gefolgt, lebt ſeit vierzehn Tagen in unſerm Schloſſe, aber ich ſehe nicht, daß Ihr mit einander weiter kämet. Im Gegentheil, er ſcheint ſich vor Deiner Kälte zurückzuziehen.“
Hierbei lächelte Frau von Bieber zum erſten Male ein wenig.
„Zurückzuziehen!“ wiederholte ſie hochmüthig, „glaubſt Du wirklich, man zöge ſich vor mir ſo zurück? Ich glaube, Du kennſt die Männer nicht ſehr, Mama, aber ich mag nicht von vornherein des Mannes Scla⸗ vin werden. Ich kenne meinen Werth und will ihn nicht unterſchätzt wiſſen, noch ihn ſelber unterſchätzen.“
„Das brauchſt Du allerdings nicht, aber ich denke, daß der Graf ein Mann iſt, welcher von der Frau nicht nur kalte Schönheit, ſondern auch Herz und Regungen des Gefühls erwartet. Dieſe vermißt er nicht mit Unrecht an Dir, und ich glaube, deshalb werdet Ihr nicht ſympathiſiren.“
„Soll ich ihm etwa entgegenlaufen und ihm mein Herz auf ſammetnen Kiſſen präſentiren?“ ſpottete Frau von Bieber. 4
„Vom Entgegenlaufen kann nicht die Rede ſein, Leonore, aber Dein Benehmen ſtößt zurück. Wie ſoll ein Mann ſich an einer Marmorfigur erwärmen, deren vorzüglicher Schönheit er doch mit aller Mühe kein Leben einzuhauchen vermag!“
Bei dieſen Worten flammte eine leiſe Röthe über Frau von Bieber's Wangen. Ihre Lippen kräuſelten ſich wiederum, und in etwas weniger gleichgültigem Tone als vorher erwiderte ſie:
„Ich bitte, laſſen wir ſolche unfruchtbare Erör⸗ terungen! Ich bin kein Kind mehr und weiß meinen Weg zu finden und was ich mir ſelbſt auf demſelben ſchuldig bin. Dein Plan, zwiſchen mir und dem Gra⸗ fen eine Heirath zu erzielen, hat meine Zuſtimmung, und ich bin entſchloſſen, Dir darin den Willen zu thun. Des Grafen Weib zu werden bin ich bereit, aber weiter verlange man von mir nichts. Der Graf wird und muß ſich vor meiner Erſcheinung beugen, und ich will ihn nicht durch Entgegenkommen ero⸗ bert haben.“
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Frau von Holzau ſeufzte, aber ſie gab den Streit auf, von deſſen Fruchtloſigkeit ſie doch überzeugt war. Mit verdrüßlichem Geſicht nahm ſie ein Buch zur Hand und ſetzte ſich mit demſelben an daſſelbe Fen⸗ ſter, an welchem vorher der Graf geſeſſen hatte. Frau von Bieber aber eilte an den für jene Zeit außeror⸗ dentlich prächtigen Wiener Flügel und ſpielte eine Haydn'ſche Sonate. Aber auch die reizenden Gedanken Haydn's klangen unter ihren Händen wie ihre Worte und vermochten nicht zu erwärmen, ſo tadellos ſie auch geſpielt wurden.
Graf Oskar verließ, nachdem er ſich bei den Da⸗ men empfohlen hatte, auch das Schloß. Er hatte Büchſe und Jagdtaſche üben die Schultern geworfen und ſchritt gedankenvoll dem Wäldchen zu, welches er vor⸗ hin vom Fenſter aus beobachtet hatte. Wie die zu⸗ rückgebliebenen Damen ſich mit ihm beſchäftigten, ſo beſchäftigte er ſich auf ſeinem Wege anfänglich mit ihnen und zumeiſt mit Frau von Bieber, deren blaſirte Lebensanſchauungen ihm noch niemals ſo grell ent⸗ gegengetreten waren, wie an dieſem Morgen.
Graf Oskar befand ſich ſchon ſeit Jahren als alleinſtehender und völlig ſelbſtſtändiger junger Mann im Beſitze eines ſehr bedeutenden Vermögens. Sein ſtrebender Geiſt hatte ihn nicht den gewöhnlichen Weg des jungen Adels Carriere zu machen, bei Hof oder durch das Cadettenhaus, betreten laſſen, wie ihm ſein Vormund vorſchlug, ſondern Graf Oskar hatte mehrere Hochſchulen beſucht und war dann auf Reiſen gegangen. Er hatte England, Frankreich, die Schweiz und Italien beſucht und darauf mehrere Jahre verwandt. Im Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, wo man von Eiſenbahnen noch keinen Begriff hatte und wo eben nur Napoleon's Siegeszüge eine Art Wechſelſtrömung der Nationen anzubahnen begannen, waren ſo große Reiſen noch Ereigniſſe und verſchaff⸗ ten demjenigen, welcher ſie unternahm, einen gewiſſen Ruf. Nach ſeiner Rückkehr reiſte Graf Oskar noch eine Zeitlang in dem damals, im Jahre 1811, allerdings friedlichen, aber völlig unter franzöſiſche Ge⸗ waltherrſchaft geknechteten Deutſchland und traf auf einer dieſer Reiſen mit Frau von Holzau und ihrer Tochter zuſammen, deren Aufſehen erregende Schön⸗ heit, wie auf Jeden, welcher ſie erblickte, auch auf ihn einen bedeutenden Eindruck machte. Er erſtrebte und machte die Bekanntſchaft der Damen und entdeckte zur angenehmen Ueberraſchung Verwandte in ihnen. Auch die Damen zeigten ſich ſehr erfreut ihm zu begegnen, nahmen eine Zeitlang ſeine Begleitung an und luden ihn zum Beſuch nach Holzau ein.
Graf Oskar, welcher in den Banden Leonorens


