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Novellen⸗Zeitung.
auch die häßlichen Züge zu verklären vermag, ging Das Leben iſt kein Vergnügen, es iſt eine Pflicht, von ihr aus. welche der Menſch nicht von ſich weiſen darf.“
So trat ſie auch jetzt, ſtrahlend im Glanze der„O gnädige Frau,“ erwiderte der Graf warm, Schönheit wie der Toilette, aber kalt und im vollen„das iſt, verzeihen Sie meiner Kühnheit, eine recht Bewußtſein ihrer Reize, in den Salon und erwiderte unglückliche Meinung, welche Sie da hegen. Sie, ſo die ehrfurchtsvolle Begrüßung des Grafen mit einem jung, ſo ſchön, ein hehres Bild der Herrlichkeit der leichten Neigen des Hauptes. Schöpfung, ſollten nicht ſo troſtloſen Anſchauungen
Es war noch am Morgen, und die Beiden hatten huldigen. Sie ſind beſtimmt, glücklich zu ſein und ſich an dieſem Tage noch nicht geſehen. Graf Palm zu beglücken, verleugnen Sie nicht Ihren Beruf.“ war als Gaſt auf Schloß Holzau, als ein Verwandter V„Das iſt Ihre Anſicht, Herr Graf, nicht die mei⸗ der Frau von Bieber, welche ſeit einem Jahre Wittwe nige!“ erwiderte Frau von Bieber und ihre Lippen war, und ihrer Mutter, der Frau von Holzau, welche kräuſelten ſich ein wenig, da ſie ſich widerſprochen ſah, den jungen und reichen Mann, einen Sproſſen des„doch laſſen wir das— ah, meine Mutter!“ aͤlteſten Adelsgeſchlechtes im Lande, dem ſie ſelber Wirklich rauſchte Frau von Holzau, eine ſtattliche entſtammte, mit Auszeichnung behandelte und ihn wohl V Funfzigerin, ebenfalls in höchſt eleganter Toilette, in ſchwerlich ohne Nebenabſichten an ihr Beſitzthum zu den Salon. Sie war das gerade Gegentheil ihrer feſſeln ſucte. Tochter, lebhaft, leicht erregt und gegen gerngeſehene
Es blieb nicht ſchwer zu errathen und war auch ſtandesgemäße Gäſte immer freundlich und liebens⸗ dem Grafen ſehr bald klar geworden, daß ſeine Tante würdig. nichts ſehnlicher wünſche, als eine Verbindung ihrer Sie nahm die Begrüßung des Grafen mit freude⸗ Tochter mit ihm, auch er ſelber war bis vor Kurzem ſtrahlenden Blicken entgegen, freute ſich unendlich, ihn einem ſolchen Gedanken nicht abhold geweſen, und es mit ihrer Tochter in ſo lebhafter, hoffentlich recht an⸗ durfte vielleicht nur als Schuld der ſtolzen Kälte der V genehmer Unterhaltung zu finden, aber Graf Oskar Frau von Bieber bezeichnet werden, daß Graf Palm vermochte ſich doch auch in ihrer Nähe nicht heimiſch nicht bereits ihr verlobter Braͤutigam war, als etwas zu fühlen und ergriff die erſte paſſende Gelegenheit, geſchah, das ſeinen Gedanken und Wünſchen eine um ſich von den Damen zu verabſchieden.
völlig veränderte Richtung gab... 3. g htung„ Frau von Holzau ſah das ungern. Sie hatte
— Graf Oolar hatte die Dame auf ihren Platz ge⸗ in den letzten Tagen mehrmals Zerſtreutheit und eine leitet und zog Auch für ſich einen Seſſel heran. Frau Art gedankenvolles Sehnen an ihm bemerkt, welches von Bieber ſaß ihm vollſtändig kühl und gleichgültig ihren Plan nicht zu foͤrdern ſchien. Sie ver hte es gegenüber, und noch nicht das leiſeſte Lächeln ihrer jetzt nicht darüber gegen ihre Tochter zu ſchweigen, feinen, purpurnen Lippen hatte verrathen, ob es ihr welche den Grafen wiederum mit einem vollkommen überhaupt angenehm geweſen war, die Geſellſchaft des gleichgültigen Neigen des Hauptes entlaſſen hatte. Grafen hier zu finden. Frau von Holzau blickte ſie kopfſchüͤttelnd an.
Auch ſeine höfliche Frage nach ihrem Befinden„Leonore, ich bin mit Deinem Betragen gegen beantwortete ſie nur kühl und eben höflich. Es war den Grafen nicht zufrieden. Auf dieſe Weiſe ſtörſt jedesmal ſchwer, eine Unterhaltung mit ihr anzu- Du ſelber unſern Plan.“ knüpfen, weil es faſt niemals gelang, ihr mehr Theil⸗„Deinen Plan, Frau Mutter!“ ſchaltete Frau nahme für einen Gegenſtand einzuflößen, als die Sitte von Bieber ein. beim Geſpräche mit einem Gaſte unbedingt verlangte.„Nun meinetwegen meinen Plan, den Du aber
„Der Frühlingstag iſt herrlich, gnädige Frau,“ kennſt und gebilligt haſt, weil er unſern Standes⸗ ſagte er unter Anderm,„und es iſt ein Hochgenuß, intereſſen und Grundſätzen entſpricht. Du weißt ja, ſo überall des Erwachen des Lebens zu beobachten. daß wir durch meine Mesalliance mit Deinem Vater, Iſt es doch, als athmete jede Creatur neu auf in für deren Zuſtandekommen ich meinen Eltern im Grabe ſolchen Tagen und würde ſich bei der Herrlichkeit fluchen könnte, aus. dem erſten Range des Adels ge⸗ der Schöpfung der Schönheit des eigenen Lebens be⸗ drängt wurden. Die Holzau's waren wohl reich, aber wußt.“ das Blut weder alt noch rein. Ich habe ſogleich am
„Das iſt eine Anſicht, Herr Graf,“ erwiderte Tage nach der Hochzeit den Rückſchritt begriffen, wel⸗
Frau von Bieber,„Ihre Anſicht. Ich empfinde da⸗ chen ich gethan hatte, und habe dieſen Stachel bis von nichts und ſehe nicht ein, weshalb die Pflicht heute nicht überwinden können. Deine Heirath mit zu leben, welche uns auferlegt worden iſt, im Früh⸗ Bieber hätte Manches gut machen können, wenn auch ling leichter werden ſoll als im Herbſt oder Winter. nicht meinen, einer gebornen Gräfin von Palm, Wün⸗
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