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in der ihr Gemahl mit ihren Kindern ia, um deretwillen ſie dieſes große und edle Oofer gebracht hatte, gab ihr den nothwendigen Muth. Die Sonntag beherrſchte ihre Anſtren⸗ gung. In wenig Minuten war ſie wieder die? große Künſt⸗ lerin und ganz allein die Aünftladi Daß die hochgeſtellte Dame, die von ihrem Piedeſtal herabgeſtiegen war und den Stolz und den Reiz ihres ziſelligen und häuslichen Lebens verlaſſen hatte, um die ſeit langer Zeit aufgegebenen Pflich⸗ ten einer Sängerin wieder zu übernehmen, unter den Anwe⸗ ſenden ein tiefes Intereſſe erweckt hatte, waxed deutlich zu er⸗ kennen. Doch die Sonntag trat nicht als Romans aus dem wirklchen Leben wieder ufe nicht als Grä⸗ fin, welche aus wohl erwogenen Gründen ſich mit dem dra⸗ matiſchen Mantel wieder bekleidet hatte, ſondern allein als die Künſtl erin, als welche ſie die Stimmen des Publicums gewinnen wollte, und als welche ſie auch beurtheilt zu werden wünſchte. Sie appellirte an das ge eſunde Urtheil und nicht an die bloße Neugierde und Sympathie, wie berechtigt dieſe auch in dieſem Falle erweckt worden waren. Und in dieſem Urtheile fand ſie eine Belohnung. Ihre Rückkehr auf die Bühne war ein langer Triumph. Jedermann hatte gefühlt, daß es ein Wunder ſeir müſſe, wenn dieſe reich begabte Prima Donna nach mehr als zwanzig Jahren mit einer un⸗ veränderten Stimme vieder zurückkehren könne. Das Wun⸗ der war aber vorhanden und eine gar nicht in Frage zu ſtel⸗ leude Thatſache. Ihre Stimme war ſo friſch, rein und ſchön wie je. Madame Sonntag brachte eine künſtleriſche Fer⸗ tigkeit mit zurück, welche durch das fortgeſetzte Studium, dem ſie ſich ſeit ihrem Verlaſſen der Bühne mit Liebe gewidmet hatte, gereift und vervollkommnet worden war. Ihre Schön⸗ heit, die auf eine ältere Generation einen ſo großen Zauber ausgeübt hatte, war nur wenig verändert, ſo ſeltſam dies anch klingen mag. Sie war weit eher umgeſta ltet, als er— loſchen, während ihr Geſicht von der Zeit gar nicht berührt worden zu ſein ſchien. Der gefällige Umriß des Geſichts, das glänzende und ausdrucksvolle Auge und vor Allem das dewinnende Lächeln, das früher ſo viele Herzen in Feſſeln geſchlagen, das Alle s war noch vorhanden. Männer erklär⸗ ten, ſelbſt mit den beſten und ſchärfſten Operngl äſern ver⸗ ſehen, könnten ſie ihr nicht mehr als fünfundzwanzig Jahre geben. Sie war in der Wahrheit ein lebendes Wunder! Und am wunderbarſten dabei war, daß man entdeckte, die Sonntag, welche von einer frühern Generation allerdings als die ausgezeichnetſte Sängerin, aber keineswegs als eine vollendete dramatiſche Künſtlerin Wärme, Leben, Ausdruck, Macht! Der Zauber ihres hi iſtrioniſchen Talents war eben ſo groß wie der ihrer fehlerfreien Ausführung. Man nennt das Publicum ein launiſches Geſchöpf, es iſt aber im Ge⸗ gentheil außerordentlich ſchwierig, dasſelbe eine vorgefaßte
Meinung, ſei es für das Gute oder das Böſe, verändern zu laſſen. Welche Veränderung mit einem Schauſpieler vorge⸗
gangen ſein mag, ſo iſt das Publicum doch nicht geneigt, in feinen einmal gefaßten Meinungen eine Aenderung eintre⸗ ten zu laſſen. Die Sonntag hatte die Bühne mit dem Rufe verlaſſen, daß ſie„keine Schauſpielerin“ ſei. Bei ihrer Rück⸗ kehr war es beinah unmöglich, dieſes Publicum, das mit je⸗ nen Traditionen vollkommen vertraut war, zu überreden, daß ſie— was wirklich und ausgezeichnetſten hiſtrioniſchen Künſtlerinnen ſei.“
Schauſpielerin beurtheilt worden war, beſitze als ja ſogar
der Fall war— eine der vollendetſten
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Folge.
591 Misrellen.
Ein Herr Jules Gasdinet in Paris iſt im Beſitz eines Ringes, der Attila gehört haben ſoll. Der Ring iſt aus Kupfer und mit einem Malachit verſehen, in welchen zwei Köpfe gravirt ſind, einer mit einer Pelzmütze, wie die Un⸗ garn ſie heute noch tragen, und der andere unbedeckt und kahl. Unter jjedem der beiden Köpfe, alſo zweimal, iſt der Name Attila mit lateiniſchen Lettern gravirt.— e.
Am 14. Mai d. J. ſtarb zu Brüſſel Frau Maria Joa⸗ chine Sitches, die W ittwe des bertymten Tenoriſten Garcia, im Alter von 84 Jahren. Ihre Kinder waren die Maria Malibran, Pauline Viardot und Manuel Garcia. Außer⸗ dem zählte ſie zu ihrer Familie Charles Beriot, Vater und Sohn, und Leonard de Mendi. Die muſikaliſch je Welt wird nur wenigen Familien eine ſolche Anzahl von Berühenth heiten auf einmal verdanken. Frau Sitches findet ihre ewige Ruhe⸗ ſtätte zu Laeken in der Gruft ihrer ihr vorangegangenen, einſt ſo gefeierten Tochter Maria Malibran.— e. Aduih XIV. iuh ſenen Tode mit einer bewunderns⸗ S ß„Ich Hitte e es für ſünne
und zu ſeinen Diene rn deddendet ſagte er: habt Aihr geglaubt, daß ich unſterblich feenn”— e.
Eine ſonderbare Ausz zeichnung wurde Friedrich von Schillern in der Akademie zu Stuttgart zu Theil, gleichſam als Vorbedeutung ſeines nachher erhaltenen Adels. Er hatte röthliches Haar⸗ und trug dies, wie alle bürgerliche Eleven ungepudert. Denn gepudertes Haar zu tragen, war, damals wenigſtens, ein Vorrecht der Adligen. Dem Herzog Karl war aber rothes Haar ſo zuwider, daß er befahl, Schiller ſolle, obgleich ein Bürgerlicher, künftig gepudert a⸗heinen.
Vom deutſchen Büchermarkt.
Soll und Iſt. Bilder aus der Schwindel⸗Periode der letzten Jahre. Von Julius Muet. Hannover, Carl Rümpler. 1864.
Nicht weniger als vier kräftige Bände umfaßt dieſer moderne Zeitroman. Es gehört nicht viel Kieraturkennini und offnes Auge dazu, um wahrzunehmen, daß Julius Muet's „Soll und Iſt“ nicht exiſtiren würde, wenn Guſtav Frey⸗ tag's„Soll und Haben“ nicht bereits vorhanden wäre und ſeinen ſiegreichen, zur Nachehunung auffordernden Lauf in der Oeffentlichkeit gemacht hätte.
Auch dieſer Nonun wird ſeine Freunde finden, nur in etwas anderen Lebens⸗ und Gedankenkreiſen, als die ſind, welche dem Freytag'ſchen mit richtiger Erkenntniß huldigten, denn in demſelben Grade, in welchem Muet den nützlichen Moral⸗Cheorien dieſes praktiſchen Thema's über Schwindel und bürgerliche Tüchtigkeit handwerksmäßig näher getreten
ſteht er den Aufgaben der wirklichen Poeſie fern. Er giebt die ungewählten Erſcheinungen des gewöhnlichen Le⸗ bens in Photographien wieder, deren Ausdruck den Zügen der Originale entſpricht. In der Vorausſetzung herabge⸗ ſtimmter oder unentwickelter Geſchmacksorgane bewegt ſich dieſer Roman mit deſperater Routine über die verſchiedenſten pſychologiſchen Auſgaben ohne peinlichen Aufenthalt hinweg und ſucht des Leſers Be nüürizen Vnn ſtoffliche Fülle mit keckem Materialismus zu gewähren.
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