Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
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Klöſtern eines, welches einzig und allein von ſehr alten Non⸗ nen bewohnt iſt, und welches ein einziger noch älterer und aallgemein als höchſt redlich anerkannter Prieſter beaufſichtigt. JIn dieſes Kloſter begiebt ſich nun die unſchuldige Dulderin und beginnt eine Anzahl geiſtlicher Bußübungen. Sie trägt dabei einen Drahtgürtel und geißelt ſich, ohne Zweifel nicht allzu grauſam, aber jedenfalls hinlänglich. Die alten Non⸗ nen beſtimmen die Anzahl der Gebete, welche ſie täglich ſpre⸗ chen muß, und unterſtützen durch zweckmäßig angeordnetes Faſten die Wirkungen der Gebete, des Gürtels und der

Geißel. Nach drei oder vier Wochen iſt die Entſündigun 7 3 LS 8. 8 zu Ende. Dann holt der Gatte die Weißgekleidete und

bräutlich Geſchmückte im Triumph aus dem Kloſter. Die beiderſeitigen Eltern, die Verwandten, die Freunde, die Die⸗ nerſchaft, Alle begleiten den Zug, und zu Hauſe wird ein glänzendes Feſt gefeiert. Alles iſt vergeſſen und von Allen vergeſſen.

Die ſo entſündigte Frau hat wieder die vorige Achtung, keine Freundin zieht ſich von ihr zurück, ſie iſt keine Ver⸗ fehmte, keine allen anderen weiblichen Zungen preisgegebene Geächtete mehr. Der Mann ſelbſt glaubt jetzt an die neue Tugend ſeiner Gattin, ihre Reue, ihre Buße hat ihn verſöhnt, er hat vergeſſen und vergeben. Die Stimme der ganzen Bevölkerung hat dieſen uralten Gebrauch in Peru durch ihre Anerkennung geheiligt. Nach unſeren Begriffen iſt er eine Unmöglichkeit, ſo daß von ihm nicht weiter zu ſpre⸗ chen iſt.

Es bleibt nur noch übrig, eine kurze Schilderung von der Umgebung Limas zu geben. Sie iſt reizend, wenn gleich nicht in dem Grade, wie jene von Rio Janeiro, und hätte ich jenesmal nicht dieſen Maßſtab angelegt, ſo würde ich ſie un⸗ bedingt noch entzückender gefunden haben. Der Fluß Rimac verleiht der Ebene um Lima all' den Zauber, welchen über⸗ haupt ein Strom über eine Landſchaft ausgießt. Plantagen von Zuckerrohr, von Baumwolle und von mächtigen Oran⸗ genbäumen ziehen ſich längs ſeinen Ufern hin, und weit aus⸗ gedehnte Kleefelder bedecken theilweiſe die Flächen, welche er durchſchneidet. Auf dieſen erheben ſich ferne Hacienden, und auf den gangbarſten Straßen ladet häufig genug eine Fonda ein, uns mit dem zu erquicken, was eben die Jahreszeit oder der Unternehmungsgeiſt ihrer Beſitzer bietet.

Etwa in gleicher Weite vom Fluſſe und kaum viel wei⸗ ter von der Stadt entfernt, erheben ſich Berge, gegen Nor⸗ V V

den das Amancas⸗, gegen Süden das Bartholomäus Gebirge, welche die Landſchaft begrenzen und ihr den Reiz der Ab⸗ wechslung verleihen.

Blickt man vorüberreitend in die von niedrigen Lehm⸗ mauern umgebenen Gärten, ſo ſtaunt man über die Menge der trefflichſten Früchte, welche dort gezogen werden. Die Be⸗ V wohner Limas ſcheinen mehr auf tüchtigen Obſtbau zu ſehen, als auf romantiſche Gruppen und Zierſtrauchwerke. Aber der üppige Baumſchlag vieler dieſer Nutzfrüchte, und ihre Größe und Schönheit ziert und ſchmückt ſie hinlänglich.

Die lieblichſte aller lebenden Früchte, die edle Pfirſiche, blickt in fabelhafter Größe aus ihrem Laubzelte zu uns herun⸗ ter. Neben ihr glüht ein Granatapfel, ein Liebesapfel ſcheint mit der Cheremoya kokettiren zu wollen, dieſer Phan⸗ taſiebirne der Tropen mit ihrem würzigen Gaſchmacke, der birnähnlich iſt, ſo wie die Form der Frucht. Neben ihr reift die Tuna. Wie die Cheremoya der Birne, ſo gleicht ſie der Stachelbeere. Sie iſt hellgrün, durchſcheinend, und

ihr transparentes hellgrünes Fleiſch enthält Tauſende von

den anſtändig gekleideten Fremden, einzutreten und nicht zu verſchmähen.

zetti'sLinda di Chamouni ſtatt.

Novellen⸗Zeitung.

beere. Aber dieſe Pſeudoſtachelbeere hat die Größe eines Gänſeeies.

Bisweilen trifft man in ſolchen Gärten Cacaobäume mit einer ganzen Generation von Blüthen, jungen und voll⸗ ſtändig reifen Früchten. Neben ihnen, beſcheiden auf dem Boden kriechend, erblickt man die nützliche Batate, die ihre ſüßen Wurzelknollen in der Erde verborgen veifen läßt, wäh⸗ rend Melonen neben ihnen behaglich auf ihren eignen Blät⸗ tern liegen, oder die Ananas ihren grünen Federbuſch ſtolz auf dem Scheitel trägt und ihr aromatiſches Fleiſch in der Sonne der Tropen zeitigt, die allein im Stande iſt, dieſer edlen Bromelie die wahre Weihe zu ertheilen.

Ich habe ſelten in einen ſolchen Garten geblickt, ohne daß man mich eingeladen hätte, abzuſteigen und einzutreten, und dieſe Aufforderung ging nicht allein von dem Herrn aus, ſondern Damen, Kinder, und ſelbſt die Sclaven bitten das Haus

Gegen Weſten blickt man von Lima aus gegen die See, und beſteigt man den dicht bei der Stadt gelegenen Monte San Chriſtoval, ſo hat man einen wirklich wundervollen Blick über Lima ſelbſt, das entfernte Gebirge und die gegen Oſten ſich ausbreitende fruchtbare Fläche, während gegen

Südweſten und Weſten das Auge auf einige Dörfer fällt, un⸗

teer welchen beſonders Miraflores ſich vortheilhaft auszeichnet und beinahe ein Dorf von Villen genannt werden kann, da

dort eine Menge zierlicher Landhäuſer von den reichen Be⸗ wohnern von Lima erbaut worden ſind. Endlich ſtreift der Blick über Callao auf das Meer. 5.

Das Wiederauftreten der Grüfin Roſſi(Henriette Sonntag) auf der Bühne.

Kürzlich iſt in London ein ſehr intereſſantes Werk un⸗ ter dem Titel:Lumby's Reminiscences of the Opera erſchienen, worin der ſeiner Zeit ausgezeichnete Director der Opera in London viel Anziehendes von ſeiner Wirkſamkeit und ſeinen Erfahrungen in jener Stellung mittheilt, woraus wir das Folgende über die bekannte gefeierte Sängerin mit⸗ theilen, die als Gräfin Roſſi lange Zeit in Petersburg und Berlin gelebt hatte, und ſich entſchloß, als ihr verarmter Gemahl ſeinen Geſandtſchaftspoſten am Berliner Hofe nie⸗ derlegte, wieder die Bühne zu betreten, um ihr ausgezeichnetes Talent als Sängerin zum Beſten ihrer Familie zu verwer⸗ then. Wir laſſen Lumby ſelbſt reden:

Ich begab mich nach Berlin, um perſönlich der Grä⸗ Begleitung nach London anzubieten; und Sonn⸗ 7. Juli fand dieſes intereſſante Debut in Doni⸗ Die Sonntag betrat von neuem die Breter, welche die Scene ihrer frühern Tri⸗ umphe geweſen waren. Die Sympathie, welche ihr Wieder⸗ auftreten erzeugt hatte, zeigte ſich in dem enthuſiaſtiſchen, ja ich kann wohl ſagen, liebevollen Empfang, mit dem ſie in dem überfüllten Hauſe begrüßt wurde. Die Zurufe waren allgemein, herzlich und ganz ungewöhnlich verlängert. Daß ſie ſich von dieſer ſo herzlichen aus eignem Antriebe ſtam⸗ menden Begrüßung anfangs tief, ja bis zu Thränen ergriffen fühlte, war wohl zu bemerken. Das Wiederaufleben alter Erinnerungen bei dieſen ſo aufregenden Tönen, die ihr frü⸗ her ſo vertraut waren, verbunden mit der Erinnerung an die Urſachen, welche ſie wieder auf dieſer Arena erſcheinen

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kleinen Kernen und ähnelt im Geſchmacke ſehr der Stachel⸗

ließen, mußte ſie tief bewegt haben. Ein Blick auf die Loge,

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