Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
588
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Und dennoch weht's wie ew'ger Frühlingsſchauer Um Euch. Ihr Hügel neidenswerther Ruh'! Wohl ſchufet Ihr unſäglich heiße Trauer, Wohl deckt Ihr viel getreue Liebe zu, Aus Thränenſaat wird Freudenernte werden, Und unſern Troſt entreißt kein Feindesſpott: Der Brüder Leiber ruhn in deutſcher Erden, b Und ihre Seelen ſind beim deutſchen Gott!

Aus der Reſidenz von Peru.

Der lange im Süden Amerikas weilende und in un⸗ ſern Augen vorzüglich durch ſeine lebendigen Landesſchilde⸗ rungen verdiente Freiherr von Bibra giebt in ſeinen neue ſten Reiſeſkizzen unter Andern ein ſehr anſprechendes Genre⸗ bild von Lima, der Hauptſtadt des peruaniſchen Wunder⸗ landes.

Wir ziehen daraus nur das Weſentlichſte zuſammen und ſchließen das für unſern Raum zu weit Führende aus:

Lima, in einiger Entfernung geſehen, erinnert beinahe an das Bild einer ernſten morgenländiſchen Stadt, der eigen⸗ thümlichen vielen Kuppeln halber und wegen der faſt gleichen Höhe der flachen Häuſer. Im Innern derſelben ſchwindet freilich dieſer Glaube, und ich ſtaunte über das rege und bunte Treiben, das uns allenthalben entgegentritt.

Es war bald Abend, als wir anlangten, aber da be⸗ kanntlich in jenen Gegenden erſt zu dieſer Zeit das eigent liche Leben beginnt, ſo kamen wir gerade in das tollſte Gewühl.

Stattlich nach europäiſcher Mode gekleidete Damen, mit einer oder zwei Zofen hinter ſich, und zum Beſchluß wohl einen dienenden Negerjungen, ſchritten ſtolz an uns vorüber, hier und da wohl auch noch eine Seüorita in der!

Saya und dem Manto, jener alten, eigenthümlichen koketten Tracht von ſchwerer ſchwarzer Seide, welche das ganze Ge⸗ ſicht bis auf ein Auge verdeckt. Fruchtverkäufer meiſt mit brennendrothem Poncho, ritten im Paßgang die Straße ent⸗ lang, Mönche aller Orden, entweder demüthig die Augen zu Boden ſchlagend, oder auch wohl würdevoll um ſich blickend, kamen uns entgegen; dann Neger, Freigelaſſene wohl, auf ſtolzen Roſſen und, wenigſtens nach ihrer Anſicht, ſo euro⸗ päiſch als möglich gekleidet. Ferner Sclaven mit Früchten, Lichtern, Cigarren, Hemden, Limonade, Eis, Alles zum Stra⸗ ßenverkaufe beſtimmt und mit lauter Stimme ausgerufen. Auch Soldaten bewegten ſich in dem bunten Gewühle, in weißer Uniform mit hoher leichter Schirmmütze und faſt alle ſo wohlgenährt und behäbig ausſehend, daß man die vortheil⸗ hafteſte Meinung von ihrer Menage faſſen mußte, wenn gleichwohl die Propretät vielleicht Manches zu wünſchen üb⸗ rig ließ. Dazwiſchen Seeleute vom Hafen in ſonntäglicher Tracht, heimkehrende Arbeitsleute zu Fuß und zu Pferde, da⸗ bei die Frauen ſtets rittlings nach Männerart auf dem nur mit einem Stricke gezäumten Pferde, und wenig Rückſicht nehmend auf mannigfache Verſchiebungen der ohnedies leich⸗ ten Gewänder. All' das ſummte und ſchwatzte, grüßte und

Novellen⸗

Zeitung.

Ja, Herr, ſie ſind bei Dir. Wer überwindet, Dem öffnet dort ſich ſtill Dein himmliſch Zelt: Die Krone winkt, die letzte Thräne ſchwindet, Und ihn umſtrahlt der Glanz der Vaterwelt. Dann wird er nahn dem Throne der Verklärung Und bitten für das Land, das er befreit: O lächle, Herr, dem treuen Knecht Gewährung! Dein iſt das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit.

Feuilleton.

lachte. Man ſah deutlich, daß neun Zehntheile dieſer Men⸗ ſchen blos ihrem Vergnügen nachgingen nach einem arbeit⸗ ſamen oder auch durchfaulenzten Tage.

Doch plöͤtzlich verſtummt all' das Geräuſch, das viele Tauſende von Menſchen machen. Jeder hält ſtill, die Rei⸗ ter halten ihre Pferde an, der Schmied in der freiſtehenden Schmiede an der Straße läßt den Hammer ſinken, der Schneider am offnen Fenſter ſeiner Werkſtatt die Nadel.

Der eine Orange eſſende Mann mit dem Poncho nimmt ſie

vom Munde, und die kleine braune Sehorita ſetzt das eben zu den Lippen geführte Glas mit Fresco auf den Korb des Heladero, von dem ſie es eben gekauft. Selbſt der Fremde ſteht ſtill, denn Alles ruht, Alles iſt unbeweglich, Alles ſchweigt! Hat ein Zauber die ganze Bevölkerung befangen? Ja, es iſt ein Zauber, der Zauber einer alten ſchönen Sitte, der einer frommen, wohlwollenden Gewohnheit! der erſte Ton der Abendglocke iſt erklungen, und wie vor Hunderten von Jahren, ruht und verſtummt Jeder bei ihrem Klange auf einige Augenblicke.

Dann murmelt wohl Einer oder der Andere ein kurzes Gebet, und die Damen ſchlagen ein Kreuz, plötzlich aber be⸗ leben ſich wieder alle Gruppen. Jeder ruft dem Nebenſteh⸗ enden, ſei es ein Bekannter oder ein Fremder, nie Geſehener, einen Abendgruß zu, und Fußgänger ſo wie Reiter ſetzen ihren Weg fort wie vorher.

Ich wiederhole es, das iſt eine ſchöne, alte Sitte, und ſie begrüßte mich bei meinem erſten Eintreten in Lima über⸗ raſchend und erfreulich zugleich.

Wir gingen nach eingebrochener Nacht nach der Plaza, dem freien Platze von einigen Hundert Schritten Länge und Breite, welchen gegen Oſten die Kathedrale, gegen Norden das Rathhaus, gegen Süden und Weſten aber eine Art Ba⸗ zar begrenzt.

Statt, wie es bei uns gebräuchlich, mit falſchen Juwelen und Brochen von Semilor auf ſeidenen Divans und bei blendendem Gaslicht zu ſitzen, kauern dort die Damen auf kleinen, kaum fußhohen hölzernen Bänkchen, um einen Eis⸗ verkäufer geſchaart, deſſen Bude aus einer alten Kiſte beſteht, beleuchtet von einem rauchenden Lichtſtümpfchen. Aber die Minen von Golconda ſcheinen geplündert, um alle dieſe Diamanten zu liefern, mit welchen ſie bedeckt ſind, und man kann ein Auge verwetten für ein einziges falſches Armband bei einer von ihnen. Das ſind die Frauen und Töchter der Reichen, umſchwärmt von ihren Männern und Freunden. Man knüpft Intriguen an, löſt alte Verhältniſſe, man be⸗

nach unſeren S Reihe von Tuge verhüller Leiden ſelbſt die Danen

Allgemein Gold⸗ und Silbe chen Minen des G und man trifft in alen Metallen d Da u.

ſtänden. will ich blos ſa wächlichem Maß ſchaft aber u Wenn von Sp kam und zum den Einwohnern ſer und beſtreute die Armen und daß Pferde und Selſt in ungezählt auf d Caballero einm befangen zu e nuſend Thalen dieſes Geld zur ſagte halb entr nigkeit! Laſſen ich oömme wohl Treffliches vor. Ohne Z nen rege werden gffordett zurück riſche Sicherhe fällt auh die V für unſere rach gegeben, anen abzuhelfen un gnügten zu m Außer d den Prieſtern welche große Llaubliche M nehmen, Han penſtände ver lichen, unnöt man die kleine bauern vertte ſchen, wie ſi den, welche mir ſchien,