Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
585
Einzelbild herunterladen

niee ui erſchieden war meine Näͤhe geweſen; ich frlauben, aber ten, und in ohnt und man war das Zim Schlafzinmer e Letztere ſei So komme mand hören.» e dache ohne an, aber ich ſeen, und redete endlich ſtumm ich ſolche Ge⸗ argerlich auf⸗ andere Fruuen⸗ e Beſuche um seret.

NI di

entgegen,es

Du mußt mir

enſter hinaus⸗ genehmer als wit tranken ja r, ein wunder⸗ Das ißt aber r den Tag zu ſot von Selig⸗ e das irdiſch dfed in dem der ſchönſten

Park durch

Vierte

lief in meinem Glückestaumel, und wollte mich zwin⸗ gen, Revanche zu nehmen; laber ich war zu glücklich, um mich ärgern zu können, ich hätte meinen ſchlimm⸗ ſten Feind angelacht. So nahte die Speiſeſtunde und mit ihr Louiſe, die mir das Buch mit holdem Errö⸗ then zurückgab. Doch als ich den rothen Einband mit dem goldgepreßten Titel wiederſah, verwandelten ſich plötzlich alle meine Gedanken und Gefühle. Ich mußte an das ſchöne verlorene Weib denken, dem ich das Buch abgekauft. Sie trug vielleicht den edlen Na⸗ men mit allem Recht, den ſie jetzt ſo ſehr beſchmuzte, und einſt war ſie auch rein und unſchuldig geweſen und war verführt worden, und wehe dem Verführer, der ſie zuerſt in dieſen Sumpf geſtoßen! Ich verabſcheute mich ſelbſt, denn was wollte ich thun, was beſeligte mich noch eben? Ich konnte nicht mehr ſprechen, es litt mich nicht mehr an Louiſens Seite, nicht mehr im Saale, ich rannte auf mein Zimmer und ſchloß mich ein. Ich verließ es den ganzen Tag nicht und kämpfte mit mir ſelbſt. Ach, wie zog es mich zu Louiſen! Ich hörte draußen ihre liebe Stimme, wie ſie die Stechäpfelhecke entlang ging zu dem Bosquet mit Frau v. L.; ich war ſchon aufgeſprungen ihnen zu folgen, da ſah ich wieder das rothe Buch und ich blieb. Ich hielt es feſt, wie ein Prieſter, der den Teufel beſchwören ſoll, ſein Brevier. Endlich hatte ich überwunden. Ich ſchickte zur Wärterin, ließ

die naſſe Wäſche am Ofen trocknen und packte ein.

Auch zu Abend verließ ich das Zimmer nicht mehr,

ich traute mir ſelbſt nicht, und um Mitternacht rollte

ich aus dem Hausthor, Lippſtadt zu.

Das war brav, mein Freund.

Als ich außer dem Haus war, ſah ich noch ein⸗ mal auf zu ihren Fenſtern. Eins war geöffnet, eine weiße Geſtalt winkte mit dem Tuche, das ſie dann zu den Augen führte. Sie hatte Alles errathen! Ich fuhr umher am Rhein, wie ich im Park herum⸗ rannte, ohne Zweck und Ziel, nur um den Ort

Folge. 585

Er konnte kaum zu Ende ſprechen, ſein ſchreck⸗ licher Huſten überfiel ihn wieder und ließ mich nach der gewaltigen Aufregung das Schlimmſte fürch⸗ ten. Ich ſchaffte ihm jede mögliche Erleichterung, lobte ihn dann ſeiner Standhaftigkeit, verſprach ihm, ihn nicht zu verlaſſen, auch ſelbſt an Louiſe zu ſchrei⸗ ben und, ſo ſchwierig es auch ſei, ſeinen Heldenmuth in das rechte Licht zu ſtellen und um einen Brief für ihn zu hitten. Sie könnten ſich dann regelmäßig ſchreiben und nach Jahren ſich auch ohne Gefahr wieder⸗ ſehen und Freunde ſein. Vielleicht aber ſtürbe auch der Graf! Er war ſehr dankbar, beſonders der letzte Gedanke heiterte ihn auf; als Wittwe konnte er um ſie werben.O, wenn ich nur ſo lange noch lebte! rief er. Ich ermahnte ihn, daß er ſich deßhalb ſcho⸗ nen und jede Aufregung meiden müſſe, und er gelobte es. Die Nacht war ſchlecht, und er ſchlief lange in den ſchönen Morgen hinein, während ich das rege bunte Treiben auf dem Strom(der wieder in Wahrheit ein deutſcher werden muß!) mit Intereſſe beobachtete. Wir traten zu etwas ſpäter Stunde in den prachtvol⸗ len Dom, den königlichen Dom, der beſtimmt ſcheint, eine Kaiſerſtadt zu ſchmücken; ſind doch Kölns Schutz⸗ patrone auch die drei Könige!

Die Sonne ſchien hell in die großen Fenſter, deren reiche Farben wunderbar glühten und die mäch⸗

zu

tigen Gewölbe mit tauſend bunten Lichtern füllten. Wir ſchritten andachtsvoll von Bild zu Bild, die Künſtler und die königliche Freigebigkeit preiſend; ſo 35 wir ins Chor. Vor dem Hochaltar knieten

fromme Beter, und uns ſelbſt überſchlich das Gefühl frommer Scheu, mit dem man ſtets ein Gotteshaus betreten ſollte, in dem ſo viele gute Menſchen das Beſte ihres Herzens opfern. Unter den Betern kniete eine Dame, die mir bekannt ſchien, ſie war ſehr ver⸗ tieft und achtete auf Nichts um ſie her, aber die feine Grazie, ſo ſchwer in dieſer Stellung zu bewahren, das Beugen des Kopfes, kurz die ganze Haltung er⸗

wechſeln, denn nirgends litt es mich. Wie der Fie⸗ innerte mich lebhaft an Louiſe und jeder Zweifel berkranke ſich in ſeinem Bett umherwirft, hoffend, ein ſchwand, als ich meinen Freund anſah, der eben eilig

Plätzchen zu finden, das minder heiß ſei; als ob er nicht die Gluth in ſich nähre, die ihn peinigt und von der ewig erneute Kiſſen ihn nicht erlöſen können.

meine Seite verließ und ſeitwärts hinter ihr nieder⸗ kniete, wo eben einige Beter ihre Ave's beendet. Ich

V ffah, wie er zu ihr ſprach und ſie, die Stimme er⸗

Und ſtets von Neuem nahte die mächtige Verſuchung, kennend, erſchrak, dann flüſterte er eifrig fort und ſie zurückzufahren, mich ihr zu Füßen zu werfen und ihre ſchien wenig zu erwidern; doch nach kurzer Zeit ſtand

Vergebung zu erflehen für alles Unrecht, was ich ihr angethan. Und wenn ihr mildes Herz mich hörte, wenn ſie erkennen würde, daß mich nur die Liebe trieb, die höchſte ſelbſtverleugnende Liebe, dann

dann Sieh, ich trage das Buch auf meinem Her⸗ lichſte der Menſchen! Ich muß ſagen,

der auf, nahm mich am Arm und führte mich'hinaus.

Kaum hatten wir den heiligen B Boden verlaſſen, ſo warf er ſich an meine Bruſt und iei.Sie hat mir vergeben! Sie liebt mich noch! O, ich bin der Glück⸗ daß ich ein

zen und ließ es nicht von mir; jetzt habe ich Dich, ſchlechter Freund war und mich nicht entſchließen

mein Freund.

8

O, rathe mir! Rathe und hilf mir! konnte, ihm alle ſeine guten Vorſätze in Erinnerung

··